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Geburtstagsfeier in der Cafeteria des Justizvollzugskrankenhauses

22.10.2007 | 00:37 Uhr

Fröndenberg. (kyok) Mehr als ein Drittel seines Lebens widmete Dr. Wolfgang Riekenbrauck Verbrechern und Gefängnisinsassen: Als ärtzlicher Dirketor im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg sorgt er für das Wohlergehen der Patienten. Zu seinem 60. Geburtst

Die Foltermord-Urteile von Siegburg haben gezeigt, welche Hölle hinter Gittern herrschen kann. Wer will da schon überhaupt in die Nähe von Knast-Insassen geraten? Für Dr. Wolfgang Riekenbrauck ist das Routine: Der 60-Jährige ist seit Oktober 1986 leitender Arzt im JVK und behandelt täglich Strafgefangene aus ganz NRW."Eine richtig gefährliche Situation habe ich noch nie erlebt. Oftmals ist es eher eine gefühlte Form der Gefahr bei manchen Häftlingen", beschreibt Riekenbrauck die Atmosphäre bei der Arbeit.

Das JVK ist mit seinen 230 Betten für die medizinische Versorgung von gut 20 000 Häftlingen in ganz NRW verantwortlich. Eingenommen die 2 000 Insassen der forensischen Psychiatrie. Auf die Frage, inwiefern Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, antwortete Dr. Riekenbrauck: "Bei jedem Patienten, der eingeliefert wird, beraten wir anhand seiner Vorgeschichte, wie weit wir Schutzmaßnahmen ergreifen müssen. Gefährliche Gewalttäter werden uns natürlich nicht einfach ohne weiteres überlassen."

Der Alltag im JVK ist hingegen weniger spektakulär. Um 16 Uhr werden, sofern die Insassen nicht auffällig sind, die Türen der Zimmer aufgeschlossen. Zwei Stunden täglich dürfen die Gefangenen ihre Zelle verlassen. Ärzte und Schwestern sind, wie in jedem Krankenhaus bei den Patienten. "Lebensgefährliche Angriffe auf unser Personal habe ich noch nicht erlebt", bekräftige Riekenbrauck. "Es gab in den 80ern einen Drogenabhängigen, der versucht hat Geiseln zu nehmen. Doch wesentlich spektakulärer waren die Hungerstreiks." In den 80er und 90er Jahren lagen bekannte RAF-Terroristen im JVK zur Behandlung, die die Nahrungsaufnahme verweigerten. Im Gegensatz zum "normalen Strafvollzug" wurde im JVK jedoch auf Zwangsernährung verzichtet, um den Insassen keinen Märtyrerstatus zu verleihen.

Über die Bedeutung seiner Arbeit betonte Dr. Wolfgang Riekenbrauck: "Strafgefangene haben ein Recht auf die gleiche medizinische Versorgung wie jeder normale Bürger. Eine schlechte Versorgung wäre außerdem ein Grund für Haftmilderung."

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