Frömern kämpft weiter für besseres Internet

„Unser Dorf soll schneller werden“: Frömern sammelt für schnelles Internet
„Unser Dorf soll schneller werden“: Frömern sammelt für schnelles Internet
Foto: WP

Frömern..  Heizpilze wären an diesem frostigen Morgen von Vorteil gewesen. Dennoch: „Die Ersten standen schon um fünf vor neun hier und haben direkt vor Ort unterschrieben“, freut sich Gerald Herrmann. Schnelles Internet für Frömern: Projekt 40 Prozent ist angesagt. Aktuell sind allerdings erst 26 Prozent erreicht.

40 Prozent der Bewohner im nördlichen Fröndenberger Stadtteil müssen bis zum 31. Januar Vorverträge mit dem Internetanbieter Muenet unterschrieben haben. Bis zum Wochenende waren 12 Prozent erreicht, die Zeit drängt also. Deshalb boten die Multiplikatoren am Samstag zusammen mit der Muenet-Geschäftsführung geballte Informationen vor der Holzofenbäckerei Klems. Ein weiterer Schub stellte sich dabei ein.

Die Evangelische Jugend, die an zeitgemäßem Internetzugang in ihrem Jugendheim dringend interessiert ist, kochte Kaffee und warb emsig mit für Vertragsabschlüsse.

„Wir werden noch von Tür zu Tür gehen, um die Mindestzahl an Unterschriften zusammenzubekommen“, meinen die Organisatoren um Gerald Hermann, Thilo Kampe und Heiner Sigmann. Schon jetzt bitten sie alle Frömerner, die bereits Verträge abgeschlossen haben: „Sprecht eure Nachbarn an und überzeugt sie davon, wie wichtig es ist mitzumachen.“

Eine Riesenchance würde vertan: „Bis sich die Telekom mal hier im Dorf engagiert, können fünf bis zehn Jahre vergehen. Eventuell wird nie etwas daraus.“ Im Gegensatz zum Telekommunikationsriesen in Magentarot konzentriert sich Muenet bewusst auf außenliegende Stadtteile und Dörfer, erklärt Geschäftsführe Patrick Nettels. „Etwa 30 Dörfer versorgen wir inzwischen, in Fröndenberg bisher zwei: Ostbüren und Hohenheide.“

Weiterhin bester Dinge

Nettels zeigt sich bester Dinge, dass auch Frömern seine 40 Prozent schaffen wird. „In Ostbüren lagen wir 14 Tage vorher auch noch deutlich unter 20 Prozent“, erinnert er an die erste Aktion für schnelles Internet auf Fröndenberger Stadtgebiet im Sommer.

„Wenige Tage vor Ablauf der Frist hatten 40 Prozent unterschrieben - und drei Tage danach auf einmal 58 Prozent.“ Der Umstieg von schneckenlahmer veralteter Internetleitung auf Glasfaser bedeutet einen Quantensprung, verheißt Patrick Nettels. „Momentan bekommen wir in Frömern 0,3 bis 1 Mbit. Nach dem Ausbau: 75 Mbit.“

Hauptproblem ist Instabilität

Damit entfallen nicht nur die müßigen Minuten vor dem Bildschirm, bis sich die aufgerufene Seite überhaupt aufgebaut hat, sondern auch die nervtötenden Momente, wenn das Internet zusammenbricht, unterstreicht Gerald Hermann. „Wenn der Zugang nur langsam ist, aber zuverlässig, lässt sich damit noch leben. Das Hauptproblem ist die derzeitige Instabilität.“ Für Home Office eine Zumutung, wissen die Muenet-Verfechter, und auch die Privatnutzung des World Wide Web ist bei gerade mal 1 Mbit kein Vergnügen: „Youtube geht aber nicht vernünftig“, weiß Patrick Nettels, „und angesagte Angebote wie Video on demand können Sie vergessen.“

Sollte das Projekt 40 in Frömern noch klappen, wird das Dorf schon spätestens im Sommer in die digitale Neuzeit gebeamt, kündigt der Muenet-Chef an: „Für den Ausbau brauchen wir drei bis höchstens sechs Monate.“