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Prozess

„Da stand das Haus schon im Qualm“

07.12.2010 | 13:38 Uhr
„Da stand das Haus schon im Qualm“

Fröndenberg/Dortmund.Von dem Tag, an dem ihr Keller in Flammen aufging, zeichnete die 36-jährige Zeugin vor dem Landgericht ein klares Bild – ein ganz anderes Bild jedoch als das des 50-jährigen Fröndenbergers, dem versuchter Mord und schwere Brandstiftung vorgeworfen werden.

Seit vergangenem Freitag muss er sich vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am späten Abend des 15. Juni ein Feuer im Haus Freiheitsstraße 18 gelegt zu haben (wir berichteten).

Der Angeklagte hatte am ersten Verhandlungstag angegeben, er habe an jenem Abend im Juni seine Bekannte in dem besagten Mehrfamilienhaus besuchen wollen und habe an ihr Fenster geklopft. Als niemand reagierte, habe er sie im Keller gesucht – dort, wo später das Feuer ausbrach. Das kann sich seine Bekannte aber nicht vorstellen: „Man erschreckt sich richtig, wenn jemand ans Fenster klopft“, sagte sie gestern. Denn die Couch, auf der sie den Abend mit einem Freund vor dem Fernseher verbracht hatte, steht direkt am Fenster. „Außerdem schlägt meine Hündin dann immer an.“ Aber auch die blieb ruhig.

„Gegen halb elf wollte ich dann mit dem Hund die letzte Runde drehen“, sagte die 36-Jährige. Als sie aus der Tür ging, „stand das Haus schon in Qualm.“ Sie habe noch die Nachbarn gewarnt und sei dann hinausgegangen. Während der Löscharbeiten habe sie dann auch den Angeklagten in der Menge der Zuschauer gesehen. „Er hat den Hund gezergt, deshalb bin ich zu ihm und habe ihm gesagt, dass er das lassen soll“, sagte die Zeugin. Bei dem Gespräch habe ihr Bekannter aber nichts davon gesagt, dass er sie gesucht habe. „Er hat nicht einmal erwähnt, dass er zu mir wollte.“ Außerdem habe sie den Eindruck gehabt, dass er alkoholisiert gewesen sei.

In dem Keller war unter anderem eine Couchgarnitur in Brand geraten. Der zugehörige Hocker habe immer in einem anderen, entfernten Teil des Kellers gestanden, sagte die 36-jährige Fröndenbergerin. „Der muss auf die andere Seite geholt und auch angezündet worden sein“, sagte sie.

Ebenfalls zu Wort kam gestern ein Hausbewohner, der jemanden zur fraglichen Zeit aus dem Haus gehen gehört hat. Das gleiche Geräusch – klimpernde Flaschen in einem Rucksack – hörte er dann auf der Straße wieder, als er eine Person vom Haus weggehen sah, für die er den Angeklagten hält. Sein Eindruck: „Er war so mittel-angetrunken.“

Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

Mariella Trilling

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