Blaue Lichtbänder und neues Lehrerzimmer
02.08.2010 | 19:50 Uhr 2010-08-02T19:50:00+0200
Fröndenberg. Statt der Lehrer haben Bauarbeiter die Regie übernommen: An den Fröndenberger Schulen laufen die Arbeiten auf Hochtouren.
Der Schwerpunkt der Bautätigkeit liegt in diesem Jahr eindeutig in der Gesamtschule. Und da ist seit gestern die erste blaue Kuppel auf dem Dach angebracht. Natürlich heißt das Lichtband nicht einfach „blaue Kuppel“, sondern Sheddachanlage und wird aus Mitteln des Konjunkturpakets II bezahlt. Die wärmegedämmten Lichtbänder sollen helfen, künftig erhebliche Heizenergie einzusparen. Doch um zu sparen, musste erstmal kräftig investiert werden: Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 130 000 Euro.
Bauliche Veränderungen sind auch für die Einrichtung der integrativen Lerngruppe nötig, für die der Rat vor der Sommerpause die Weichen gestellt hatte. Fünf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen sollen nach den Ferien in dieser Lerngruppe unterrichtet werden. Einschließlich baulicher Veränderungen und der Anschaffung von Mobiliar sowie zusätzlicher technischer Ausstattung betragen die Kosten für die integrative Lerngruppe 43 000 Euro, die ebenfalls aus dem Konjunkturpaket II bereitgestellt werden.
Nach den Sommerferien wird auch der Neubau der vier Klassen und eines Lehrerzimmers fertig gestellt sein. Gestern war in einigen Klassen schon der neue, hellblaue Fußbodenbelag fertig. Auch die Wände strahlen schon teilweise in angenehmem Blau. Dieser Neubau, in dem schwerpunktmäßig die Oberstufe lernen wird, kostet insgesamt 450 000 Euro.
Neues Labor
Der naturwissenschaftliche Bereich der Gesamtschule wird durch ein neues Labor in einem ehemaligen Lehrerzimmer aufgewertet. Mit Hilfe von Sponsorengeldern kann dieses neue Labor eingerichtet werden. Die reinen Baukosten belaufen sich auf 25 500 Euro.
Auch die Sanierung des Lehrschwimmbeckens in der August-Schröer-Turnhalle an der Overbergschule geht unvermindert in den Sommerferien weiter. An eine erste Probebefüllung des Beckens schließen sich weitere Plattierungsarbeiten an. Als Fertigstellungstermin für das sanierte Lehrschwimmbecken gilt weiterhin die Woche zwischen dem 13. und dem 17. September.
Außenwände gedämmt
Ebenfalls aus Mitteln des Konjunkturpakets II wird das Wärmedämmverbundsystem für die Gemeinschaftsgrundschule bezahlt. Der erste Bauabschnitt für die Dämmung der Außenwände der Schule wurde bereits im Frühjahr 2010 abgeschlossen. Kurz vor den Ferien begann bereits der zweite Bauabschnitt, der voraussichtlich auch noch bis nach den Sommerferien 2010 laufen wird. Die Gesamtkosten des Wärmedämmverbundsystems belaufen sich auf 334 500 Euro. Darüber hinaus werden in der Gemeinschaftsgrundschule in der zweiten Ferienhälfte Decken mit einem Kostenaufwand von 5100 Euro gedämmt.
Umkleide saniert
Auch die Sanierung des Daches über den Umkleide- und Geräteräumen der Sporthalle der Sonnenbergschule wird aus Mitteln des Konjunkturpaketes II bestritten. Die Sanierung ist mit dem Einbau einer Wärmedämmung verbunden und verursacht Kosten in Höhe von 36 450 Euro.
„Viele der Maßnahmen, die zurzeit und in den zurückliegenden Monaten in den Schulen der Stadt Fröndenberg durchgeführt wurden, werden sich positiv auf den Energieverbrauch der Schulen auswirken“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter aus der Bauverwaltung gehen davon aus, dass langfristig der Energieverbrauch an allen Schulen erheblich gesenkt werden kann.
10:11
Woher das Geld kommt, ist letztlich völlig belanglos. Es scheint unter den Betroffenen eine weitgehende Einigkeit darüber zu herrschen, dass hier überflüssige Luxussanierungen vorgenommen wurden, während gleichzeitig das Geld für das Allernotwendigste fehlt, um die Schule medientechnisch auf den Stand der 1990er Jahre zu bringen.
15:20
Wenn die Lehrer sich besser über ihr Umfeld informieren würden, dann wüssten sie - siehe Artikel -, dass die Mittel für die umfangreichen Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket II stammen. Diese Gelder stehen nicht für die Anschaffung von Whiteboards und ähnlichem zur Verfügung, wohl aber für energiesparende Maßnahmen im Bildungsbereich.
11:54
Wenn es stimmt, was die Gerüchteküche durch die Gemeinde schickt, dann hätten sich die Lehrer der Schule gewünscht, in ihren alten Lehrerzimmern bleiben zu können und stattdessen das Geld für sinnvolle Anschaffungen, wie z.B. elektronische Whiteboards, auszugeben.
Angeblich mussten die Lehrer ihre Arbeitsplätze mit vielen Materialien in den Regalen aufgeben, um jetzt in Großraumbüros umzuziehen, die in der Industrie längst wieder abgeschafft werden.