Angeklagter seit 30 Jahren auf der schiefen Bahn

Fröndenberg/Dortmund..  Wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung muss sich seit Anfang des Monats ein 50-jähriger Fröndenberger vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Am vierten Verhandlungstag ging es nun um den bisherigen Lebenswandel des Angeklagten – und um die Sexualdelikte, wegen derer er schon viele Jahre hinter Gittern saß.

Dass der Fröndenberger wegen schwerer Brandstiftung zweifach vorbestraft ist, war bereits am ersten Verhandlungstag zur Sprache gekommen (wir berichteten). Dass sein Vorstrafenregister aber um einiges länger ist und diverse Delikte umfasst, wurde bei der gestrigen Sitzung deutlich.

1979 gab es die erste Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Fahrerflucht. Seine Ehefrau zeigte ihn 1984 an, weil er sie gezwungen hatte, mit einem anderen Mann zu schlafen. Der damals 24-Jährige ging in Berufung, wurde aber zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, aus der er vorzeitig entlassen wurde.

Während der Bewährungszeit wurde der Mann ohne Führerschein in einem gestohlenen Auto erwischt. Im Februar 1988 klaute der Angeklagte, der zu dieser Zeit in Menden wohnte, im Kindergarten St. Walburgis eine Handtasche und machte sich dann auf den Weg zum Walramgymnasium. Dort überfiel er auf der Mädchentoilette ein Kind, bedrohte es und verging sich an dem Mädchen. Von dort aus kehrte er zum St.-Walburgis-Kindergarten zurück und stahl eine weitere Handtasche. Für diese Vergehen wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. Als der Mann 1991 aus dem Gefängnis entlassen wurde, gab er sein Entlassungsgeld von 1500 DM innerhalb von drei Tagen aus – für Alkohol, Tabak und Drogen.

Es folgten mehrere Sexualdelikte. Zum Abschluss der Verhandlung verlas der Angeklagte eine mehrseitige Erklärung, die er während der vergangenen Wochen in der JVA verfasst hatte. Darin beschreibt er, dass ihm beim Lesen der früheren Urteile „ein Gefühl von Hass, Ekel und Übelkeit vor mir selbst überkam“ und berichtet von Misshandlungen durch Mithäftlinge während seiner Haftzeiten.

Die Verhandlung wird am 11. Januar fortgesetzt.