53 500 Euro für Big Daddy
07.02.2012 | 18:46 Uhr 2012-02-07T18:46:00+0100
Langschede/Unna.Angelo Risonola will das „Big Daddy“ übernehmen. Der Wirt der Dellwiger Dorfschänke hat gestern beim Zwangsversteigerungs-Termin das höchste Gebot für die Fachwerkhaus-Gaststätte an der Unnaer Straße abgegeben.
„53 500 Euro zum Ersten, 53 500 Euro zum Zweiten, 53 500 Euro zum Dritten.“ Rechtspflegerin Irmhild Weber-Granseyer rief die von Angelo Risonola gebotene Summe dreimal auf. Den Zuschlag konnte die Rechtspflegerin gestern aber noch nicht erteilen, weil kein Vertreter der Gläubiger anwesend war. Am kommenden Dienstag wird Rechtspflegerin Weber-Granseyer darüber entscheiden, ob Risonola neuer Eigentümer des Hauses ist. Der nahm gestern Vormittag im Gerichtssaal aber schon Glückwünsche entgegen und kündigte an, das Konzept, mit dem er die Dorfschänke in Dellwig leitet, nach Langschede übertragen zu wollen. Und die Dorfschänke? „So lange der Pachtvertrag läuft, mache ich weiter.“ Und wie lange läuft der? „Bis nächstes Jahr.“
Risonola hatte während der Zwangsversteigerung keinen Zweifel aufkommen lassen, dass er heftig mit dem Gebäude liebäugelt, dessen Verkehrswert zuvor auf 80 000 Euro geschätzt worden war. Schon kurz nach Beginn der Bietstunde gab er das allererste Gebot ab. 25 000 Euro. Schnell stieg ein junger Mitbieter ein, der sich jedoch bei 31 000 Euro an der Grenze seiner Möglichkeiten angekommen sah. Risonola legte nochmal 4000 Euro drauf – und dann stieg ein Dritter mit 38 500 Euro ins Rennen ein. Für ihn war bei 52 500 Euro aber auch das Ende der Fahnenstange erreicht. Nach 40 Minuten freute sich Risonola. Ob diese Freude länger als eine Woche hält, entscheiden die Gläubiger-Vertreter. Sie könnten noch sagen, dass ihnen 53 500 Euro nicht reichen. Dann würde ein neuer Termin angesetzt.
Zuversichtlich sieht der nächsten Woche nicht nur Risonola entgegen, sondern auch ein Vertreter der Vereine aus dem Westen. „Es ist ein positives Signal, dass es im Big Daddy weitergehen soll“, freut sich Klaus Emde, Schatzmeister des MGV Dellwig-Langschede. Die Sänger fürchteten um ihren Probenraum, seit die jetzige Wirtin Sabine Fritz angedeutet hatte, die Kneipe aufzugeben. Emde: „Es wäre zu schade gewesen, wenn es im Big Daddy nicht weitergehen würde. Aber das sieht ja glücklicherweise nicht so aus.“
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