Zwischen Mondschein und Apokalypse

Zehn Tänzer bewegen sich im fahlen Licht. Ihre Kleider sind farblos, ihre Bewegungen fast stereotyp. Es sind kurze Sequenzen, die in aller Heftigkeit absolviert werden. Ein steter Wechsel, ein Irrlichtern im „Mondschein“. So heißt auch das Stück, dass das Folkwang Tanzstudio jetzt in der Neuen Aula zum ersten Mal aufführte. Ein Werk des renommierten Gastchoreografen Emanuel Gat aus Israel.

Leise Geräuschmuster begleiten dieses geisterhafte Treiben. Bewegungskunst steht an erster Stelle. Wie die Elfen huschen die Tänzer leichtfüßig über den Boden, bis Stimmen zu hören sind, Befehle und Rufe. Keine Romantik, nirgends, und doch: Am Schluss bleibt ein Paar übrig und dreht sich unterm Mond.

Das zweite Stück, „Passage“ schuf David Hernandez speziell für das FTS. Auch hier ist es die Kunst der Bewegung und der Gestik, die erst einmal den Ton angeben. Raumgreifende Bewegungen, ruckartige neben schlingernden – das Vokabular pendelt zwischen musikalischen Eindrücken und tänzerischen. Die „Passage“, die gemeint ist, soll die „Zeit des Überganges“ zwischen Lebensstationen sein.

Der Schluss kulminiert in einem Riesencrescendo. Die Tänzer kriechen, der Kleider entledigt, am Boden, die Beine hinter sich her schleppend im alles zudeckenden, dröhnenden Klangfeld. Mit einer raffinierten Lichtregie gekoppelt, eine apokalyptische Szenerie, die an die Endzeit nach der Atombombe erinnert. Großer Applaus.