Zum Sparen verdammt

Die Evag nennt es einen Vergleich von Äpfel mit Birnen. Da mag etwas dran sein, doch der Kritik der Regierungspräsidentin wird sich das Verkehrsunternehmen nicht entziehen können. Im Kern hat Anne Lütkes recht: An Via geht kein Weg vorbei. Weder Essen, noch Mülheim oder Duisburg können es sich finanziell erlauben, dass die gemeinsame Verkehrsgesellschaft auf halber Strecke stehen bleibt. Danach sieht es aus. Essen und Duisburg schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Die Kommunalaufsicht wollte da nicht länger tatenlos zusehen.

Ihre ganze Wucht entfaltet Lütkes Kritik jedoch vor dem Hintergrund der aktuellen Spardebatte. Der öffentliche Nahverkehr ist als Kostentreiber identifiziert. Für die Evag kommt es dadurch knüppeldick. Wer schon immer der Meinung war, Essen leiste sich zu viel Nahverkehr, dürfte sich durch die Schelte aus Düsseldorf bestätigt fühlen. Auch wenn dies gar nicht Lütkes Absicht war. Die Evag muss nun aufpassen, dass sie in der Spardebatte nicht unter die Räder kommt und sich die Politik ganz auf den ÖPNV fokussiert.

Streichszenarien liegen in der Evag-Zentrale längst in der Schublade. Zur Erinnerung: Der Zuschussbedarf beträgt 66 Millionen Euro pro Jahr. Bis zu 18 Millionen Euro ließen sich einsparen, heißt es. Der Preis wären massive Kürzungen bei Taktzeiten und Linien. Das kann niemand wollen.