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Zuhälter zwingen Rumäninnen auf den Straßenstrich

07.12.2008 | 19:11 Uhr

Nach Razzia an der Helenenstraße spricht die Kripo von mindestens neun Tätern

Die Festnahme von vier rumänischen Zuhältern auf den Straßenstrich (die WAZ berichtete) war Teil eines Menschenhandel-Ermittlungsverfahrens der Kripos in Essen und Heilbronn. Vorläufige Bilanz: Mindestens neun Zuhälter sollen junge Frauen aus ihrer Heimat gelockt und an der Helenenstraße zur Prostitution gezwungen haben.

Anlass für das Verfahren war die Anzeige einer 16-jährigen Rumänin, die nach ihren Angaben von ihrer in Deutschland lebenden Cousine überredet worden war, herzukommen. Sie könne hier als Küchenhilfe arbeiten. Stattdessen wurde sie im Landkreis Heilbronn zur Prostitution gezwungen. Ihre Cousine, eine 32-jährige Rumänin, und ihr 34 Jahre alter Lebensgefährte, ein Türke, sollen danach weitere junge rumänische Frauen nach Essen gebracht haben. Dort sollen sie mit Hilfe von mindestens acht weiteren Zuhältern auf den Straßenstrich geschickt worden sein. Da ein Teil der ausländischen Frauen unter 21 Jahren war, diese kein Deutsch sprachen und Geld abtreten mussten, besteht nicht nur der Verdacht der Zuhälterei, sondern auch des "schweren Menschenhandels".

Die 32-Jährige wurde im badischen Möckmühl festgenommen. Ihr Lebensgefährte wurde von Kripobeamten aus Dortmund und Heilbronn in einer Zweitwohnung in Dortmund geholt. In Essen wurden, wie berichtet, vier der mutmaßlichen Zuhälter gestellt. Alle sitzen in U-Haft.

Bei der Razzia überprüften die Beamten acht junge Frauen, die vermutlich zur Prostitution gezwungen worden waren. Die Dunkelziffer an der Helenenstraße dürfte deutlich höher liegen, sagt Heilbronns Polizeisprecher Rainer Köller: Die Behörden seien bei solchen Verfahren auf die Hilfe der Opfer angewiesen. "Wenn die Frauen keine Aussagen machen, kommt sowas in der Regel nicht ans Licht."

Von Kai Süselbeck

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