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Zückerchen macht Hoteliers nicht satt

13.11.2009 | 19:07 Uhr

In den Hotels freut man sich über die beschlossenen Steuersenkungen. Weniger Steuern heißt aber nicht: günstigere Zimmer.

„Teilziel erreicht”, so könnte man die Reaktion der Essener Hoteliers auf die jüngst von der neuen Bundesregierung im Rahmen des „Wachstumsbeschleunigungsgesetzes” beschlossene Mehrwertsteuersenkung für Übernachtungen in Hotels und Gaststätten bezeichnen. Statt zuvor 19 Prozent sollen die Hotelinhaber ab 2010 nur noch 7 Prozent an den Fiskus abführen müssen. Das gilt jedoch nicht für die Gastronomieleistungen, die weiter mit 19 Prozent besteuert werden.

„Natürlich freuen sich die Hoteliers, aber für mich ist das nur ein Zuckerstückchen der neuen Regierung. Wir sind positiv überrascht, bleiben aber am Ball, damit auch gastronomische Leistungen künftig von einer gesenkten Mehrwehrtsteuer profitieren. Nach meiner Einschätzung werden die meisten Hotels die Übernachtungspreise nicht senken, sondern in ihre Häuser investieren, um den gestiegenen Ansprüchen der Gäste gerecht zu werden”, sagt Christiane Behnke, Sprecherin für den Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, Kreisgruppe Essen.

Auch Maximilian Bosse, Direktor des Essener Hofes am Handelshof ist mit der Berliner Entscheidung nicht zufrieden: „Mir wäre es umgekehrt lieber gewesen, wenn künftig die gastronomischen Leistungen nur mit sieben Prozent besteuert würden statt der Übernachtungen. Wir werden die Steuerersparnis voraussichtlich in Personal investieren. Es wäre ein hoher Aufwand, neue Preise in die Software einzulisten.”

„Für mich kommt die Steuersenkung dem Mauerfall gleich. Ich kann mich nicht erinnern, wann für uns Hoteliers mal was erleichtert wurde. Wir werden definitiv die Preise anpassen, wir müssen das einfach an unsere Gäste weitergeben. Es ist eine tolle Motivation für das Kulturhauptstadtjahr 2010”, sagt Berthold Bühler Inhaber des Résidence in Kettwig.

„Es wird nicht darauf hinauslaufen, dass die Preise gesenkt werden”, vermutet Banu Kocdemir, Leiterin des Hotels Lorenz in Rüttenscheid. „Die meisten Hoteliers werden das geschenkte Geld nutzen, um Löcher zu stopfen. Viele werden in Modernisierungen investieren.”

„Endlich! 19 Prozent waren viel zu hoch. Wir werden den neuen Spielraum nutzen, um unseren Kunden weiter entgegen zu kommen. Wir arbeiten schon länger mit einem Preisflexibilitätsmodell, bei dem es Rabatte zum Beispiel für Gruppen gibt. Das werden wir jetzt ausbauen”, sagt Theo van Veen, Geschäftsführer des Arosa in Rüttenscheid.

„Wir sind sehr froh über die Entscheidung. Leider gilt sie nur für Übernachtungen und nicht für die Gastronomie, wo wir 80 Prozent unseres Umsatzes machen. Bei den Übernachtungen werden wir jetzt aber konkurrenzfähiger mit Hotels in den Nachbarländern. Die meisten Hotels werden mit dem Geld ihre Wunden lecken. Wir investieren in unseren Wellness-Bereich,” sagt Michael Lübbert, Inhaber des Schlosshotels Hugenpoet.

Dirk Angenendt

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15.11.2009
09:37
Zückerchen macht Hoteliers nicht satt
von philrs | #8

@Internetmaqnn: Dieses Argument ist doch derart dämlich, dass es nicht mal diese Reaktion verdient. Jeder blamiert sich so gut er kann, und der Essener Hof hat gerade einen Rekord aufgestellt.

15.11.2009
08:26
Zückerchen macht Hoteliers nicht satt
von InternetMann | #7

Eine Frechheit ist es aber auch, dass die Zeitung nicht auf das Argument Es sei ein hoher Aufwand, neue Preise in die Software einzulisten, reagiert. Die einzig richtige Frage auf eine solche Aussage wäre gewesen Wollen Sie uns verarschen?

14.11.2009
23:06
Zückerchen macht Hoteliers nicht satt
von schriftsetzer | #6

Selten so gelacht. Vielleicht investiert der Essener Hof in software-kundiges Personal? Dann klappts auch mit dem Einlisten... Frechheit ist das richtige Wort, @Gisela Vollenbroich. Nun haben wir als Essener ja eher selten das Bedürfnis, in hiesigen Hotels zu übernachten... ;-)
Nebenbei bemerkt: hat irgendjemand geglaubt, die Steuersenkung würde an die Kunden weiter gegeben? Nicht wirklich, oder? Wobei das gerade im Pott in 2010 von Nöten wäre - denn nicht jeder auswärtige Kulturbeflissene hat die Taschen voll. Und genau diese vergebene und verpasste Chance werden die Damen und Herren Hotelmanager uns dann im Januar 2011 vorjammern...

14.11.2009
21:23
Zückerchen macht Hoteliers nicht satt
von fritz0910 | #5

Der Essener Hof ist einfach nur dumm und dreist.
Nur so kann man Kunden abschrecken.
Eine/r von den vielen 400 € Jobbern und eine 1/4 Stunde Zeit und die Preislisten wären aktualisiert.

14.11.2009
10:31
Zückerchen macht Hoteliers nicht satt
von Gisela Vollenbroich | #4

Es ist eine absolute Frechheit vom Essener Hof zu argumentieren, dass die Software eine Preisminderung nicht zuläßt. Jeder Essener sollte sich dieses Hotel merken und bei evtl. Besuchen in einer Nichtreservierung berücksichtigen. Ansonsten bin ich schon sehr amüsiert über die dummen Beiträge der Essener Hoteliers (ausgenommen die Residence) um dem Verbraucher zu erklären, dass es keine Reduktion gibt. Bei der Umstellung auf den Euro haben sie sich auch nicht so dumm angestellt, da konnte man ohne Scham fast 1 zu 1 von DM in Euro umrechnen.

14.11.2009
09:34
Zückerchen macht Hoteliers nicht satt
von adg | #3

Das, was die Hoteliers uns erzählen, ist eine Frechheit. Ich habe selber einmal im Hotel gearbeitet; vor etwa 10 Jahren. Die wirklichen Kosten eines Zimmers (ohne Frühstück) lagen damals bei knapp 30 Mark (Strom, Reinigung, Wäsche usw.). Selbst, wenn es heute 30 Euro sind, kann man sich vorstellen, welche Gewinnspanne Hotels haben. Und das Gastronomieangebot in Hotels ist in nahezu 100% der Häuser eine nicht kostendeckende Serviceleistung. Sowohl Touristen als auch Geschäftsreisende speisen für gewöhnlich in Restaurants außerhalb des Hotels. Man trifft sich vielleicht an der Bar auf ein Bier, bevor man das Haus verlässt oder frühstückt morgens - aber mehr auch nicht. Insofern ist das Herumreiten auf der Mehrwertsteuer für das Gastronomieangebot schon lachhaft.

13.11.2009
22:57
Zückerchen macht Hoteliers nicht satt
von kalle01 | #2

Was für eine frechheit diese ausrede, es wäre ein hoher aufwand neue Preise in die Software einzulisten. Nichts einfacheres und billigeres als das.
Die anderen Hoteliers sind wenigsten ehrlich und sagen was sie mit dem Geld machen anstatt es an die Kunden weiter zu geben, aber so eine faule ausrede ist unglaublich.

13.11.2009
20:37
Zückerchen macht Hoteliers nicht satt
von fummel | #1

Es wäre ein hoher Aufwand, neue Preise in die Software einzulisten. Kennt die Software nur Preiserhöhungen?

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