Zeichen von kaltem Entzug

Wenn in den Medien Suchtprobleme von Alkoholismus bis Nikotin diskutiert werden, weisen Experten gern darauf hin, dass wir alle irgendeinem Genussmittel verfallen sind. Regelmäßig ein Bierchen am Abend oder ein Riegel Schokolade pro Tag – sonst meldet sich der defizitäre Zuckerhaushalt und treibt den „Schokoholic“ fast in den Wahnsinn.

Mit einer gewissen Grundskepsis ausgestattet, war ich mir bislang sicher, dass die Experten und Drogenbeauftragten dieser Welt gern ein wenig übertreiben. Nach was sollte ich denn bitteschön süchtig sein? Lächerlich. Denke ich mir noch so, als ich die gefühlt 30. Münze in einer Woche in den Kaffeeautomaten werfe.

Doch was ist das? Wie zum Hohn spuckt die Maschine den Euro wieder aus und verweigert mein Begehr. Dabei verlangt mein noch im Schlafmodus befindlicher Körper mit jeder Faser das einzige, was in einer solchen Situation meine grauen Zellen wieder auf Trab bringt: Koffein. Ich werde nervös und zittrig – wo bekomme ich jetzt die nächste Tasse Kaffee her?

Zum Glück erbarmt sich ein Kollege und tritt mir eine Ration seiner geheimen Pulverreserven ab. Mit der Tasse in der Hand beruhigt sich mein Körper wieder. Aber süchtig, das sind die anderen. Darauf ein Schluck Kaffee!