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Zahl der schweren Unfälle erneut gesunken

09.02.2010 | 07:00 Uhr

Die Zahl der Unfälle ist in Essen 2009 leicht angestiegen: 21 507 Unfälle nahm die Polizei im letzten Jahr auf. Aber: Die Zahl der Unfälle mit Personenzahl ist ebenso gesunken wie die Zahl der Verunglückten und liegt auf dem niedrigsten Stand seit 2001.

 Die Verunglücktenhäufigkeitszahl (Unfälle pro 100 000 Einwohner) liegt inzwischen stabil unter dem Landesdurchschnitt.

Der Kampf gegen Kinderunfälle hat bei der Polizei eine hohe Priorität, seitdem die Essener Professorin Maria Limbourg der Stadt 2007 attestierte, die deutsche Großstadt mit den meisten Kinderunfällen zu sein. In diesem Bestreben hat die Polizei 2009 einen Rückschlag erlitten, weil 234 Kinder verunglückten, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Häufigkeitszahl, 2008 schon knapp unter dem NRW-Schnitt, liegt jetzt wieder deutlich darüber. Burkhard Kowitz, Chef der Verkehrsdirektion der Polizei, sieht darin eine Bestätigung für das Festhalten am strategischen Ziel für die nächsten Jahre.

Die Steigerung von fast 17 Prozent bei den verunglückten Senioren nahm Kowitz zum Anlass, seine Forderung zu wiederholen: Ab einem bestimmten Alter müsse jeder Mensch regelmäßig seine Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen.  Die Analyse der Seniorenunfälle 2009 zeige allerdings, räumt Kowitz ein, dass ältere Menschen öfter Opfer als Verursacher der Unfälle gewesen seien. Wie etwa bei einem der vier tödlich ausgegangenen Unfälle des vergangenen Jahres: Im Oktober war auf der Ruhrau in Steele eine 73-jährige Fußgängerin auf einem Übergang von einem  Auto erfasst, dessen Fahrer von einem Insekt im Gesicht abgelenkt worden war. Die 73-Jährige starb im Krankenhaus an ihren Verletzungen.

Die Zahl der Unfallfluchten ist auf hohem Niveau stabil bei 4477. Den Spitzenwert sieht Kowitz aber inzwischen überschritten. Und Unfallfahrer müssen immer häufiger damit rechnen, trotz ihrer Flucht gestellt zu werden. Seitdem die Verkehrsdirektion Experten bei schweren Unfällen mit Flucht einsetzt, steigt die Aufklärungsquote stark an. Die 69 Prozent bei Unfällen mit Personenschäden sei „die höchste Aufklärungsquote in ganz NRW“, sagt Kowitz.

Bei der Unfallvorbeugung setzt die Polizei weiter auf die Zusammenarbeit mit der Stadt in der Unfallkommission, die derzeit 39 Unfallhäufungspunkte auf Entschärfungsmöglichkeiten untersucht. Bei der Tempoüberwachung des Verkehrs hält Kowitz fest an seiner „Philosophie des Anhaltens“, um Temposünder sofort auf die möglichen Folgen ihres Tuns hinweise zu können.

Kai Süselbeck

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