Wo Diether Krebs aufwuchs und Radler in Gefahr sind

Mit dem Fahrrad lässt sich das Essener Südostviertel ganz besonders gut entdecken. Grafik: Helge Hoffmann
Mit dem Fahrrad lässt sich das Essener Südostviertel ganz besonders gut entdecken. Grafik: Helge Hoffmann
Was wir bereits wissen
Wo Diether Krebs aufwuchs. Was "Fahrradstraßen" sind. Und was das eine mit dem anderen zu tun hat. Folge 8 unserer Videoblogs "Essen auf Rädern".

Essen.. Mit dem Rad kann man toll Stadtquartiere entdecken, auch im Winter, und das Südostviertel ist so ein ganz besonderer Stadtteil, der sich zu entdecken lohnt. Erst mal, weil kein Mensch genau weiß, wo das eigentlich ist, das Südostviertel. Es gilt die ungefähre Formel: Da, wo der Wasserturm an der Steeler Straße liegt, an der A40-Anschlussstelle „Huttrop“ (Huttrop! Nicht „Südostviertel! Was für ein Fehler!) – da liegt das Südostviertel.

Hinterm Wasserturm ist eine Wiese, die hieß mal großspurig „Ostpark“. 2011 wurde sie in „Diether-Krebs-Platz“ umbenannt. Denn Krebs (1947 – 2000), der Schauspieler, wuchs hier auf.

Wir haben für unseren Videoblog „Essen auf Rädern“ sein Grab besucht, sind über die Steeler Straße gefahren, rechts rein in die Herwarthstraße, vorbei an beeindruckenden Gründerzeitfassaden, bis auf der rechten Seite der Ostfriedhof liegt. Krebs’ Grab ist in der Nähe der Ruhrallee hinterm Elisabeth-Krankenhaus, man muss ein bisschen suchen, denn der Grabstein ist überraschend klein für einen so großen Schauspieler — nicht viel größer als ein Kiesel.

Die Steeler Straße ist für Radler eine Zumutung

Wir sind dann zurück zur Steeler Straße, die auf vielen Abschnitten alles Schlechte versammelt, was Radfahrern das Leben gefährlich macht: Straßenbahnschienen. Verbundpflaster im Boden statt Asphalt. Parkende Autos an der Seite, dazu – im Bereich Südostviertel – notorische Enge. Dort, wo die Steeler Straße durch Huttrop führt, gibt es dann endlich Radwege, die sind aber als solche nicht immer klar zu erkennen und werden deshalb gerne zugeparkt.

Deshalb hier der goldene Tipp: Die Steeler Straße ist für Radler eine Zumutung, doch es gibt kaum eine Hauptverkehrsroute, die so gut gemieden werden kann. Das liegt an den Seitenstraßen: Ab der Dinnendahlstraße fährt man bis runter nach Steele-Zentrum nur noch über „Fahrradstraßen“, deutlich als solche markiert durch entsprechende Schilder.

Essen hat fast 40 „Fahrradstraßen“

Videoblog Was „Fahrradstraßen“ sind, weiß ja auch kaum ein Mensch: Fast 40 Stück gibt es im Stadtgebiet. Sie bieten Rädern grundsätzlich Vorrang vor Autos. Radler dürfen hier nebeneinander herfahren, das dürfen sie sonst, auf regulären Straßen, erst ab einer Gruppengröße von 16 Leuten. Und: Auf Fahrradstraßen gilt immer Tempo 30, und zwar für alle. Wir sind den Steeler Berg ‘runter über den Laurentiusweg, das hat irre Spaß gemacht, und vermutlich waren wir fast ein bisschen zu schnell. Aber schauen Sie selbst. Danke fürs Zugucken!