Wirte und Gäste jubeln vorm Fernseher
30.07.2008 | 18:57 Uhr 2008-07-30T18:57:15+0200Erleichterung in den Einraumbetrieben nach dem Karlsruher Urteil:"Existenzbejahend." Aschenbecher wieder hervorgeholt
GERICHTSENTSCHEID ZUM RAUCHVERBOT "Was auch immer in Zukunft in der Gastronomie geschieht, die Gemütlichkeit darf nicht auf der Strecke bleiben", sagt Gerd Fabritz von der Rüttenscheider "Eule" zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Seine Tochter Janine Heidenreich und Schwiegersohn Simon installieren in der "Eule" für über 7000 Euro eine Glastrennwand: Vorne Raucherbereich, hinten Nichtraucher. Fabritz: "Es geht doch auch um ein gewisses Seelenleben. Wenn Willi und Karl bisher an der Theke rauchten, hat sich niemand darüber aufgeregt. Zur Gemütlichkeit gehört die Zigarette, das gilt vor allem für die kleine Kneipe und das kleine Cafe?. Wir Deutsche machen uns das immer zu kompliziert, wir wollen alles zu 120 Prozent regeln." Er empfiehlt einen Blick nach Spanien und Belgien, wo man toleranter gegenüber Rauchern sei: "Wir dürfen auch eines nicht vergessen: Raucher sind gute Gäste."
"Während der Fernsehübertragung ist bei uns gejubelt worden, es war eine Super-Stimmung", erzählt Wirtin Ursula Kröll vom "Knobelstübchen" auf der Kreuzeskirchstraße: "Wir hatten einen Raucher-Club gegründet, dafür gibt's Anmeldungen auf fünf Listen. Den brauchen wir jetzt Gott sei Dank nicht mehr." Im Sommer bietet sie auch Außenplätze an, "aber im Winter kann ich bei meinen 75 Qua-dratmetern absolut nichts abteilen. Von 100 Gästen rauchen bei mir 80." Wäre das Rauchverbot bestätigt worden, rechnete sie mit einem Gästeverlust von 50 Prozent.
Optimistisch sieht jetzt auch Wirtin Rita Sobczak von der Gaststätte "Zur kleinen Kneipe" in der Straße Himmelpforten in die Zukunft: "Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Ich hoffe, dass das Rauchverbot für uns jetzt vom Tisch ist. Wir hatten einen Rauch-Club vorbereitet, aber auch zuletzt durfte hier noch jeder rauchen." Vor ihrer Kneipe hält ein Linienbus, da kommt so mancher auf eine Zigarette herein: "Von den 75 Quadratmetern kann ich nichts abtrennen." Sie war hier schon vor 40 Jahren Wirtin, vor drei Jahren kam sie wieder zurück: "Bei meinen Gästen fanden auch die Nichtraucher das Rauchverbot unmöglich." Auch sie hatte große Umsatzeinbußen befürchtet.
Karl-Heinrich Weigang, Betreiber des "Lindenstübchens" auf der Lindenstraße, spricht von einem"existenzbejahenden Gerichtsentscheid". In der reinen Eckkneipe mit 50 Quadratmetern hat er nach Bekanntgabe des Urteils wieder die Aschenbecher auf den Tisch gestellt. Das Rauchverbot hatte ihm erhebliche Bauchschmerzen verursacht: "Von Getränkehändlern weiß ich, dass in Nichtraucherkneipen der Umsatz um bis zu 40 Prozent zurückgeht. Aber jetzt bin ich optimistisch."
"Drei Fragen an" Seite 2
14:22
wieder mal ein ganz schwacher artikel...
06:30
Die jubeln nicht mehr lange. Wer das Urteil liest, erkennt schnell, dass bald das absolute Rauchverbot kommen wird. Sorry ihr Wirte. Aber ihr verkennt nach dem Sieg die Lage völlig.
00:10
ich finde das richtig. Kneipe als Raucherkneipe kennzeichnen. Wenn dann ein Nichtraucher trotzdem reingeht: Selbst schuld.
So ist jedem Recht gemacht.
P.S. ich bin Nichtraucher aber mich haben Raucher noch nie gestört.
23:24
Oooooch...ist da jemand eingeschnappt?
Soll er/sie doch in Kneipen mit einer Größe jenseits der 75m2 gehen, da kann er/sie seinem Nichtrauchertum unter Gleichgesinnten frönen und nebenbei auch noch weiter lästern.
Derweil werde ich in der kleinen Eckkneipe rauchen, was das Zeug hält und den Wirten und auch den Bestattern Umsatz bescheren.
Sowas nenne ich dann Recht auf Enfalten meiner Persönlichkeit.
Und wem das nicht passt, soll sehen, wie er/sie damit klar kommt.
19:52
Raucher jubeln nicht sehr lange...
...dann jubelt der Bestatter.