Wirte  für zwei neue Essener  Vorzeige-Gastronomien fehlen

Die Halle 4 auf Zeche Zollverein.
Die Halle 4 auf Zeche Zollverein.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Sowohl für die Halle 4 auf Zollverein als auch für Räumlichkeiten am Niederfeldsee finden sich seit Jahren keine Pächter. Neue Pläne machen jetzt Hoffnung.

Essen.. Wenn die Sonne sich, wie gestern, jetzt wieder häufiger blicken lässt und der Frühling wirklich nach Essen kommt, eröffnen die Wirte schnell ihre Biergärten. Zwei attraktive Lokalitäten werden allerdings auch in diesem Jahr geschlossen bleiben: Die geplante Gastronomie in der Halle 4 auf Zollverein und schmucke Räumlichkeiten am neuen Niederfeldsee.

Es ist ja nicht so, dass es auf Zeche Zollverein keine Gastronomie gibt. Das ist das „Casino“-Restaurant, das sind das „Café Kohlenwäsche“, die „Kokerei“, das „Bistro Butterzeit“. Nur wenn sich Besucher mal in die Sonne setzen und dabei den Blick auf den prägenden Doppelbock genießen wollen, sollten sie sich Getränke, Snacks und einen Stuhl mitbringen. Dabei steht der Platz für diese Plätze mit besonderer Aussicht seit Jahren bereit: Die Halle 4 auf dem Zollverein-Gelände, das ehemalige Fördermaschinenhaus Süd, ist für Gastronomie vorgesehen. 2012 wurde ein erstes Konzept erstellt, 2014 dann landesweit eine Expertise verschickt: Der schöne Titel: „Die letzte Halle muss raus!“.

Halle 4: Gastronomie soll 2018 öffnen

Nur konnte bislang für den „Publikumsmagneten“ am „einmaligen Kultur- und Event-Standort“ kein Pächter gefunden. Der soll auf etwa 300 Quadratmetern und zwei Ebenen plus Außenbereich ein „zeitgemäßes ganztägiges Fullservice-Konzept“ mit „hoher Qualität“ und „moderatem Preisniveau“ anbieten. Das Problem für Interessenten, die es für die 555 Quadratmeter Mietfläche und den Zehnjahresvertrag gab: Die Stiftung Zollverein wollte über die Pacht die energetische Sanierung und den aufwendigen Umbau der Halle finanzieren. Und so einen siebenstelligen Betrag generieren. Da hätten sehr viel Touristen, Beschäftigte und Anwohner sehr viel konsumieren müssen. Interessenten winkten ab.

„Wir sind leider nicht so weit, wie erhofft“, sagt Philipp Brüggemann von der Standortentwicklung. Die hat umgeplant. Und neue Hoffnung. Mit öffentlichen Mitteln, einer hohen sechsstelligen Summe, soll ein Großteil des Umbaus finanziert werden. „Wir sind zuversichtlich, dann einen Betreiber zu finden“, sagt Brüggemann. 2018, wenn die letzten Zechen im Land schließen, soll die Gastronomie öffnen. Spätestens.

Allbau sucht Pächter für 200 qm am Niederfeldsee

An der Promenade des Niederfeldsees in Altendorf hofft man dagegen, früher Kaffee, Kuchen und mehr servieren zu können. Der Allbau hat im Erdgeschoss eines der neuen Gebäude verglaste Räumlichkeiten reserviert. Nur stehen die vielen Spaziergänger, Radfahrer und Anwohner des neuen Essener Naherholungsbietes seit dessen Eröffnung Mitte 2014 vor verschlossener Tür. Für die 200 Quadratmeter findet sich, zum Bedauern möglicher Gäste, die immer wieder durch die Scheiben starren, kein Pächter. Trotz intensiver Suche.

Interaktive Karte „Wir haben mit vielen Leuten aus der Gastronomie gesprochen, die die Einschätzung haben, dass das Wintergeschäft zu risikobehaftet ist“, erklärt Allbau-Sprecher Dieter Remy. Der Wohnungsanbieter hat sich professionelle Hilfe geholt: Eine Beratungsfirma, die auf Gastronomie spezialisiert ist, soll ein tragfähiges Konzept erarbeiten. Zudem würde der Allbau einem Interessenten entgegenkommen und diesen bei Investitionen unterstützen. Damit vor Ort Kaffee, Kuchen und mehr serviert werden kann.