„Wir sollten Zeichen der Solidarität setzen“

Das christlich geprägte Werden, bekannt für Ökumene, hatte zum bereits 26. Mal zu einem gemeinsamen Neujahrsempfang in das Evangelische Gemeindehaus Fuhr eingeladen. „Brücken bauen“ in diesem Jahr ist unser Motto, begrüßte Reni Kümmerlein vom Ökumenischen Ausschuss die Vertreter verschiedener Gruppierungen, Vereine, Einrichtungen aus Werden, Heidhausen, Schuir und Fischlaken.

Besonderes Willkommen im erweiterten Programm waren diesmal die Studierenden der Folkwang Universität der Künste - Franziska Kloos und Rahel Löwentraut, die zwei Sätze einer Mozart-Sonate vortrugen. Und dann erzählten, wie sie zu ihrer ehrenamtlichen Arbeit in der Asylbewerberunterkunft im Löwental kamen, Kontakt aufnahmen, mit den Kindern spielten, sangen. Sie setzten sich mit der Caritas in Verbindung und mit dem Bürger- und Jugendzentrum im Wesselswerth, mit dem sie demnächst zusammenarbeiten wollen.

Die jungen Frauen unterstützen die Flüchtlingsinitiative „Werden hilft“ und wünschen sich weitere Akteure zum Handeln für Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten - gleich welcher religiösen Gemeinschaft zugehörig.

Dazu Propst Jürgen Schmidt: „Die Studierenden aus aller Welt prägen das Stadtbild in Werden. Die Vielfalt der Kulturen und der damit verbundene Frieden sind hier gerne gesehen, und wir sollten stolz darauf sein, aber uns nicht darauf ausruhen. Wir sollten den kommenden Menschen Unterkunft ermöglichen und Zeichen der Solidarität setzen - über alle Grenzen hinweg.“

„Brücken bauen“ passt auch zur Jahreslosung der Evangelischen Kirche Deutschlands, die „Nehmet einander auf“ lautet, betonte Pfarrer Oliver Ruoß, Hausherr der Evangelischen Kirchengemeinde, der an diesem Tag Geburtstag hatte.

Am 24. Februar gebe es einen „Runden Tisch“ in der Propsteigemeinde zu diesem Thema und am 21. August dieses Jahres werden Bischof Franz Overbeck und Bezirksbürgermeister Michael Bonmann mit ihm das Heim am ehemaligen alten Werdener Bahnhof besuchen und sich über die Lage und Situation erkundigen - darüber informierte Propst Jürgen Schmidt.

Beide lobten die schon vorhandene Solidarität in Werden und Umgebung und bedankten sich für das ausgeprägte und kreative ehrenamtliche Engagement der Bürger, ohne das vieles nicht möglich sei.

Bezirksbürgermeister Michael Bonmann erinnerte an die Verbesserungen des Ruhrufers, der Brehminsel und des Gartenhaus Dingerkus - Maßnahmen, die von der Bezirksvertretung unterstützt worden seien. Er bedankte sich bei den Werdenern für das Engagement für das Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Fischlaken - bereits im Vorfeld. Dafür sei die Stadt dankbar. Er bat aber auch darum, die Anwohner nicht zu vergessen und auch deren Ansinnen zu berücksichtigen.

Die nächste Aufgabe in Werden sei die Lösung des Verkehrsproblems. Die Verwaltung arbeite gerade an einem Konzept, das wohl im April vorliege. Michael Bonmann: „Dann sind die Werdener an der Reihe, die zur Diskussion über deren Willen und das Machbare eingeladen sind. Wenn im Herbst eine Entscheidung nach der Bürgeranhörung getroffen ist, dann bitte ich aber darum, diese in jeglicher Hinsicht - ohne Wenn und Aber - zu unterstützen und so zu lassen, wie sie entschieden worden ist.“

Und es gab Neuigkeiten aus den Gemeinden. Oliver Ruoß: „Wir haben keinen Küster mehr, sondern nur noch einen ‘halben Hausmeister’. Ich bin nur alleiniger Pfarrer, dazu kommt im April ein Vikar.“

Propst Jürgen Schmidt: „Die Visitiation von Bischof Overbeck ist erfolgreich gewesen - wir sind auf einem guten Wege“ und sprach von der „Eingemeindung“, die bis 2030 abgeschlossen sein sollte.