„Wir machen Menschen glücklich“

Das Prinzenpaar Wolfgang I. und Prinzessin Assindia Nicole II.
Das Prinzenpaar Wolfgang I. und Prinzessin Assindia Nicole II.
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Was wir bereits wissen
Kölsch oder Stauder, Singen oder Büttenreden – das Essener Prinzenpaar gibt Auskunft über Vorlieben, Terminstress und schöne Erlebnisse.

Essen.. Bevor der Karneval am Donnerstag richtig Fahrt aufnahm, besuchten Prinz Wolfgang I. und seine Lieblichkeit Prinzessin Assindia Nicole II. noch die WAZ-Redaktion und sprachen mit Redakteur Thorsten Schabelon. Das Paar der 1. Großen Karnevalsgesellschaft „Völl Freud“ aus Werden regiert 5000 organisierte Essener Karnevalisten in 40 Gesellschaften.

Liebes Stadtprinzenpaar, der Karneval biegt auf die Zielgerade. Die wichtigste Frage: Alles fit bei Ihnen?

Nicole II.: Ja. Uneingeschränkt bereit.
Wolfgang I.: Auch ja, ich bin etwas erkältet. Aber mit Nasenspray und Hustentabletten habe ich alles im Griff.

Die Session läuft seit dem 11. November, genau seit diesem Datum sind Sie verheiratet. Gab es in diesen drei Monaten einen Tag, an dem Sie nicht über Karneval gesprochen haben?

Wolfgang I. und Nicole II.: (im Duett) Nein. Dafür war die Vorfreude auf alles viel zu groß.

Gab es den ersten kleinen Ehestreit?

Wolfgang I. und Nicole II.: (wieder im Duett) Nein.
Nicole II.: (schmunzelt) Wir haben höchstens mal diskutiert. Momentan haben wir dazu aber gar keine Zeit.

Die Hoch-Zeit des Karnevals hat gerade begonnen. Ist bei Ihnen Karnevalssamstag oder Rosenmontag mehr los?

Wolfgang I.: Schwer zu sagen. Montag sind die Umzüge. Samstag haben wir aber allein 15 Termine und sind mit einem Tross von 70 Leuten und mit Polizeieskorte in der ganzen Stadt unterwegs.

Wie behält man den Überblick? Wie schafft man das?

Nicole II.: (lächelt) Mit Deo-Pads unter den Armen. Mit viel Disziplin. Wir trinken ja fast nur alkoholfreie Getränke. Und mit sehr guten Helfern. Da sind vor allem unser Hofstaat mit Hofmarschall Klaus Zoch und die Prinzengarde. Also die Menschen, die tagtäglich um uns herum sind. Wir sind in der Zeit zu einer richtigen kleinen Familie zusammengewachsen.
Wolfgang I.: Es ist immer jemand um dich herum, kümmert sich, hilft dir beim Anziehen, beim Ausziehen, schaut auf dein Ornat, bringt Kaffee, Zigaretten und Brötchen. Ich werde sogar zur Toilette begleitet. Also bis zur Tür. Es passt halt immer jemand auf. Meine Tochter wollte es anfangs nicht glauben. Da habe ich einfach mal einen Handschuh fallen lassen. Sofort wurde er mir wieder angereicht. (schmunzelt) Das klappt Zuhause leider nicht.

Karneval 2015 Bleibt bei Ihnen Zuhause in Werden derzeit ein bisschen was liegen?

Wolfgang I.: Nein. Wenn meine Prinzessin nach Hause kommt, legt sie das Ornat ab, springt in ihren Schlabberlook und macht erst mal Ordnung. Das gehört für sie dazu.
Nicole II.: Ich habe das, glaube ich, ganz gut im Griff.

Sie haben knapp 200 ihrer 250 Termine hinter sich. Welche sind Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?

Wolfgang I.: Für mich waren vor allem die Besuche in Seniorenheimen und generell die Treffen mit älteren Menschen immer ganz besondere Erlebnisse.
Nicole II.: Für mich gilt das auch. Die Menschen freuen sich so, wenn wir kommen. Sie geben dir die Hand, wollen einfach mal das Ornat anfassen. Dann nimmt man sich gegenseitig in den Arm. Und dann sehen sie in leuchtende Augen. Das sind schöne Momente, die ihnen niemand mehr nehmen kann.
Wolfgang I.: Da wird dir schon mal ganz flau im Magen, so toll ist das. Wir machen Menschen einfach glücklich.

Noch ein paar kurze Fragen zum Abschluss: Kölsch oder Alt?

Nicole II.: Kölsch.
Wolfgang I.: Stauder.

Singen oder Büttenrede?

Wolfgang I. und Nicole II: (im Duett) Wir tanzen am liebsten.

Schwierige Frage: Rosenmontags-Umzug in Rüttenscheid oder in Kupferdreh?

Wolfgang I.: Die sind beide besonders.
Nicole II.: Kupferdreh ist durch die Enge etwas familiärer. Die Strecke ist zwar kürzer, man ist aber länger unterwegs.

Aschermittwoch ist fast alles für Sie vorbei. Könnten Sie sich vorstellen, noch mal Essener Prinzenpaar zu sein?

Wolfgang I. und Nicole II: (lachend im Duett) Nein.
Nicole II.: Diese Höhepunkte kann man nicht mehr steigern.
Wolfgang I.: Es sind einfach einmalige Erlebnisse. Und so soll es bleiben. So etwas Besonderes darf eigentlich nie zur Routine werden. Und ich freue mich außerdem, nach zwei Monaten Urlaub Ende Februar wieder zur Arbeit zu gehen.