„Wir blicken über den Tellerrand“
20.05.2010 | 12:44 Uhr 2010-05-20T12:44:00+0200
Essen.Europa, das ist nicht alleine Brüssel, Straßburg, Paris oder Den Haag – in Borbeck, Altendorf und Bredeney ist die Gemeinschaft genauso heimisch: in den zwölf Essener Europa-Schulen.
Die Schulen sind in einem Verbund des Essener Wirtschaftsförderers EWG zusammengefasst. Hier trifft Kultur auf Interkultur, arbeiten Christen, Juden, Moslems und Hindus unter einem Dach. Die Unterschiede und Besonderheiten zwischen „normalen“ Schulen und Europa-Schulen spielen noch bis morgen im Einkaufszentrum „Limbecker Platz“ eine Rolle – oder besser, ihre Rolle: Mit Musik und Tänzen aus dem Euroland, englischen Liedern und Gedichten, interpretiert von Europa-Schülern.
Zum Beginn der dreitägigen Darbietung spielte der Schulorchester des Maria-Wächtler-Gymnasiums gestern die Eurovisionshymne – zwischen Mode, Haushaltswaren und Delikatessen. Aber was macht eine echte Europa-Schule aus? Elisabeth Gemein, Schulleiterin am Mädchengymnasium Borbeck (MGB), muss es wissen: „Es sind europäische Projekte und Austauschprogramme, die wir mit Essener Europa-Schulen und Partnerschulen im Ausland umsetzen. Wir blicken über den Tellerrand.“ So gehen das MGB, das Grashof Gymnasium und das Maria-Wächtler-Gymnasium etwa in einem Caritas-Projekt gemeinsame Wege: „Wir helfen dabei einer Schule in Rumänien. Das fördert die Sozialkompetenz der Schüler“, so Gemein.
Ehre für echte Europäer
Fremdsprachen sind ebenso ein Aushängeschild der Europa-Schulen, so wie in der Ge-samtschule Bockmühle: „Ich spreche sehr gut polnisch und werde oft als Dolmetscher eingesetzt, wenn uns Schüler aus Polen besuchen “, erzählt Da-mian Kowalski (20). Für seine fremdsprachlichen Leistungen und die Teilnahme an ei-nem Irland-Austausch wird er, wie viele andere Schüler, ge-ehrt: „Das ist ein Stück gelebte europäische Zivilisation“, so die Worte von Bürgermeister Franz-Josef Britz. Auch für die 18-jährige Meriam El Kassimi gibt’s eine Anerkennung. Die Altendorferin ist „Lotsin für Migranten“. In einer Hip-Hop-Gruppe im Borbecker „Kreuzer“ leistet sie interkulturelle Arbeit: „Europa-Schulen sind so besonders, weil man über sie viel leichter andere Kulturen und Länder kennenlernt.“
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