Willi Hesterkamp ist „Mister Ehrenamt“

Wilhelm Hesterkamp ist schon zu Lebzeiten eine Legende des Werdener Sports. „Sein Verein“, so kann man es ohne Übertreibung durchaus nennen, besteht seit 90 Jahren. Die DJK Grün-Weiß Essen-Werden/Heidhausen, im DJK-Sportverband und darüber hinaus als ein ganz engagierter Verein bekannt, der sportlich saubere Leistungen bringt und von 1989 bis 1992 dreimaliger Jugend-Stadtmeister im Hallenhandball wurde, hat Ende 2014 einen neuen Vorsitzenden gewählt.

Seitdem leitet der 65-jährige Rainer Kunze den Gesamtverein mit 450 Mitgliedern. Ihm zur Seite stehen die ebenfalls gewählten Jugendleiter Klaus Bieker, die Abteilungsleiter Daniel Schwarze (Badminton), Alfred Krausenbaum (Handball), Stephan Bayer (Schwimmen), Birgit Staudinger (Kassenwartin) und Leonie Dohmann (Geschäftsführerin). Ex-Vorsitzender Heinz Dressler, der sich viele Verdienste um seinen Verein erwarb, unter anderem als Spielertrainer im Handball, und eine bekannte Sport-Größe in Werden ist, wünschte keine Wiederwahl.

Doch über allen „thront“, hält seine schützende Hand und steht mit Rat und Tat stets zur Seite wie zur Verfügung: Willi Hesterkamp, auf Lebzeiten Ehrenvorsitzender des Gesamtvereins seit 2006.

Ehrenvorsitzender des Gesamtvereins seit 2006

Im Mai 1938 in Werden geboren, besuchte er das Werdener Gymnasium, studierte in Münster Deutsch, Englisch und Sport und war von 1971 bis zur Pensionierung als Studiendirektor 1999 an seiner Heimatschule tätig, am Werdener Gymnasium. Dort war er Fachvorsitzender für das Fach Deutsch und im Sportbereich verantwortlich für die Kooperation Schule-Verein sowie Trainer und Betreuer der Schulmannschaften Handball, Rudern und Schwimmen.

„Ein Leben ohne Sport kenne ich nicht“ erzählt der 76-Jährige. Er lebt mit Ehefrau Ingeborg in einem hübschen und mit vielen Büchern ausgestatteten ehemaligen Bergmannshaus in der Heidhauser Wintgen-straße, gelegen an einem kleinen Hang mit Treppenaufstieg, zu dem ein herrlicher Garten gehört.

Hesterkamps Motto: „Wenn sich Sportlehrer nicht engagieren, wer sollte sonst ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen?“ Dabei habe ihm seine Frau Ingeborg immer den Rücken frei gehalten, lobt der frühere Leichtathletik-Mehrkämpfer.

Am Buß- und Bettag 1953 trat er am Tag der Wiedergründung in den Verein DJK Werden ein. Und es gab dort in den Folgejahrzehnten kaum eine Tätigkeit, die er nicht ausübte – und das immer mit viel Herzblut sowie mit großem und leidenschaftlichem Engagement.

Wilhelm Hesterkamp ist überall dabei - es gibt keine Feier von Meistertiteln und auch keine schmerzhafte Niederlagen ohne ihn, egal in welcher sportlichen Kategorie. Als Vereinstrainer coachte er unter anderem die Leichtathleten, Handballer, Schwimmer und intensivierte den Basketballsport. Man kann nicht alles aufzählen...

Als Vereins- und Verbandsfunktionär leitete er als Vorsitzender den Gesamtverein über zehn Jahre, war Vorsitzender (und noch heute Ehrenvorsitzender) des Diözesanverbandes Essen, Mitglied des Vorstandes des Essener Sportbundes und ist Mitträger des Sport- und Gesundheitszentrums Essen-Werden.

Aktiv auch im Diözesanverband und im Essener Sportbund

Wilhelm Hesterkamp, dessen Sohn Wolfgang ein guter Schwimmer ist, wurde das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen, er wurde „für hervorragende Verdienste um den Essener Sportbund“ ausgezeichnet, erhielt die Silberne Ehrennadel des Handballverbandes Niederrhein, das Ehrenzeichen des Bistums Essen und wurde zum Ritter des Ordens vom heiligen Silvester ernannt.

Vielseitig, wie er ist, betätigte sich Willi auch literarisch. Seine Veröffentlichungen: „Werden von alters her eine Stätte der Kultur und Bildung“, „Auch Lehrer waren mal Schüler“ und „Chancengleichheit, aber nicht im Schulsport?“

Was Wilhelm Hesterkamp und Frau Ingeborg heute so machen? Sie gehen gern zum Schwimmen ins Werdener Bad. Gemeinsam mit anderen Senioren und deren Enkelkindern.