Wilderei in Werden
21.11.2009 | 12:19 Uhr 2009-11-21T12:19:00+0100Reh-Ricke und Kitze erschossen und ausgeweidet: Die Mordspezialisten der Polizei ermitteln nach einem Bambi-Blutbad im Süden der Stadt.
Die Filet-Stücke fehlten, das beste Fleisch hat Saison: Keulen und Rücken im Einkaufs-Wert von rund 250 Euro nahmen die Wilddiebe mit, weniger begehrtes Bret beließen sie an den Kadavern, die sie achtlos ablegten am Rand des Rutherwegs. Die ausgeweideten Überreste einer Reh-Ricke mit ihren zwei Kitzen und eines einsamen Rammlers wurden jetzt auf der Stadtteilgrenze zwischen Kettwig und Werden von einer Zeugin entdeckt.
„Drei Rehe (weiblich), ein Hase (männlich)” notiert wortwörtlich der Bericht der Polizei, die von einem seltenen Fall brutaler Wilderei in Essen ausgeht und ermittelt: „So was habe ich noch nie erlebt”, sagt die für das Revier zuständige Jagdaufseherin Agnes Schlieper, die die frischen Funde für die Behörde begutachtete.
Nach erster Einschätzung, so Polizeisprecher Peter Elke, „muss es ein Fachmann gewesen sein”, der das Bambi-Blutbad anrichtete. Mit einem Jagdgewehr, soviel sei sicher, erschoss er vermutlich zuerst ein Kitz. Dann die Mutter, die erwartungsgemäß zu ihrem toten Nachwuchs zurückkehrte, zuletzt das zweite Kitz, das bei seiner „Familie” blieb – egal, was passierte. Wo der „Wildfrevel” geschah, ob Fundort und Tatort identisch sind, sei aber noch nicht klar. Aus Sicht der Jagdaufseherin spreche jedoch einiges dafür, dass die Reh-Reste am Rutherweg womöglich aus einem Auto heraus entsorgt wurden. Zumal die „stark riechenden” Innereien der Tiere säuberlich in einen Plastikbeutel gefüllt worden waren, was für einen solchen Transport spreche.
Was in der Nacht zum Dienstag nach Einschätzung der Polizei vermutlich zwischen Werden, Kettwig und Schuir passierte, scheint ein Fall mit Seltenheitswert zu sein. Wilderei werde in Essen jedenfalls „so gut wie gar nicht bekannt”, sagt Jürgen Heck vom Vorstand der Kreisjägerschäft Essen: „Wir nehmen die Sache sehr ernst”, auch wenn die vermutete Straftat die „gesunde Population” von Wildtieren in Essen natürlich nicht gefährde. Zur Relation: „Ungefähr die Hälfte der Rehe, die geschossen werden dürften, werden überfahren.”
Über 200 Stück Rehwild werden pro Jahr in Essen ganz legal durch Jäger zur zur Strecke gebracht, 735 Wildkaninchen, 52 Feldhasen, 411 Füchse, 27 Steinmarder, zwei Iltisse, 21 Dachse und 2404 Ringeltauben wirft die „Streckenmeldung” für das Jagdjahr 2007/2008 zudem aus. Im aktuellen Fall sind nun Mordspezialisten des Kriminalkommissariats 11/14 am Drücker, Und die stehen beileibe nicht in dem Ruf, kapitale Böcke zu schießen.
Hinweise unter 829-0.
00:26
Was macht es für einen Unterschied ob Wilderer oder Jäger. Das Ergebnis ist das selbe, ebenso das Blutbad. Nur bei Jägern heißt es Schweissbad. :-)
Und wenn die Jägerin sagt das hätte sie noch nie erlebt, lügt sie, oder hat noch nie gejagt.
Das die Hälfte der Rehe überfahren wird statt erschossen liegt wohl daran das die Jäger schlechte Schützen sind und die Rehe in ihrer Panik vor Autos rennen.
11:25
Oh mein Gott, ein Killer pirscht nächtens durch Essens Wälder. Pass auf eure Meerschweinchen auf !
07:50
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19:15
Ich persönlich empfinde das Wort Bambi-Blutbad weder witzig, noch der Tat angemessen. Bin gespannt wie sie den nächsten Mordfall in Essen witzig beschreiben werden.