Wiederwahl von Dezernentin Raskob könnte in Essen zum Politikum werden
12.10.2012 | 19:47 Uhr 2012-10-12T19:47:00+0200
Essen. Die Wiederwahl Simone Raskobs als Dezernentin steht an. Sie könnte zum Politikum werden, denn eine Paketlösung ist geplatzt.
Acht Jahre sind eine lange Zeit, Dinge zu bewegen, und wenn Simone Raskob demnächst die Bilanz ihrer Arbeit zieht, dann dürfte die entsprechend umfänglich ausfallen. Wer aber glaubt, das Ja oder Nein zu der im November anstehenden Wiederwahl der Bau- und Umweltdezernentin entscheide sich ausschließlich an der Zahl gebauter Straßen und Radwege, an umgeholzten Pappeln und aufgeklärten Umweltfreveln, am verschmutzten Hauptbahnhofs-Pflaster oder den Schlaglöchern zwischen Karnap und Kettwig, der weiß nicht viel von Politik.
Dort geht es – man mag das bedauern – auch (und manchmal sogar vor allem anderen) ums fein austarierte politische Gleichgewicht der Parteien, um politische Absprachen à la „Wählst Du meine Dezernentin, wähl ich Deinen Geschäftsführer“.
In dieser Gemengelage befindet sich derzeit auch Raskob, deren Verbleib im Job nach NRZ-Informationen offenbar im Zuge eines ganzen Personalpakets festgezurrt werden sollte. Mit im Versand auf Wunsch der Sozialdemokraten im Rat: eine Vertragsverlängerung für den Chef der Entsorgungsbetriebe, Klaus Kunze (68), die man der stirnrunzelnden CDU mit einer Verlängerung des Vertrags für Bernhard Görgens, den Vorstandschef der Stadtwerke und Kopf der Verkehrs- und Versorgungs-Holding EVV, schmackhaft machen wollte. Und für die Grünen, auf deren Vorschlag Raskob einst gewählt ward, sollte deren Wiederwahl rausspringen.
Es ist nicht ganz klar, ob Görgens – eine Art graue Eminenz des CDU-Lagers – oder die Christdemokraten selbst einen solchen Händel selbst überhaupt ins Auge gefasst haben könnten, wenngleich der Verbleib des 66-Jährigen vor allem bei der anstehenden Umstrukturierung der EVV manchem als sinnvoll gilt. Doch solcherlei Gedanken scheinen müßig, denn der Paket-Deal gilt nach zwei vergeblichen Anläufen inzwischen als geplatzt.
Das erhöht für Simone Raskob fraglos die Gefahr, im Karrierehäcksler zu landen, weil die beiden Ratslager die Personalie als Machtprobe verstehen könnten – hüben das Viererbündnis von CDU, Grünen, FDP und EBB, drüben mindestens die Sozialdemokraten sowie OB Reinhard Paß: Der Oberbürgermeister zählt sich nicht gerade zum Freundeskreis der Bau- und Umweltdezernentin, ihr Verhältnis zu Stadtdirektor Hans-Jürgen Best gilt als ebenso angespannt.
Immerhin, eine politische Klippe hat Simone Raskob schon vor Monaten umschifft, nachdem die Grünen dem FDP-Kandidaten fürs Ordnungsdezernat die Stimme versagten: „Bis jetzt“, so ließ sich noch im Januar der liberale Fraktionschef Hans-Peter Schöneweiß vernehmen, „fällt mir nichts ein, warum Frau Raskob ihre Arbeit schlecht gemacht hätte“. Dies immerhin von einer Partei, die Raskob 2005 nicht gewählt hatte. Dennoch, ein geheimer Wahlgang gilt als sicher – für parteiinterne Heckenschützen ein willkommenes Betätigungsfeld.

21:32
Ich erinnere nur noch an die HBF-Pflasterung, welche ca. 200000 € Mehrkosten jedes Jahr durch die zusätzliche Reinigung verursacht. Da hat sich Frau Raskob aber mächtig als Verantwortliche verdient gemacht. Es gibt nur eins: Rausschmeißen. Und einige Mitarbeiter wären dazu noch mit Sicherheit froh, wenn Management by Schreien endlich ein Ende hat.
15:14
Den vorgenannten Kommentatoren ist nicht hinzuzufügen.Den Nagel auf den Kopf getroffen!!!
Die Diskussion um die Wiederbesetzung der verdienten Dezernentin Frau Raskob ist ausgesprochen unglücklich. Die Manager der Eigenbetriebe der Stadt Essen, Herr Kunze, Herr Dr.Zierold, Herr Dr. Görgens und Frau Raskob, haben alle eins gemein. Sie sind ausgesprochen kompetent. Das hier einige Manager die 7. Altersdekade erreichen und doch noch einer Verlängerung Ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit entgegensehen, ist nicht zu verstehen. Vorschlag: Herr Kunze geht in den wohlverdienten Ruhestand und Frau Raskob führt die Geschäfte der EBE. Passt doch! Kaufmännische Kompetenz ist ja eh bei der EBE vorhanden. Jedenfalls sind die Zeiten , dass Fraktionsvorsitzende oder Ränkelspiele unter den Parteien die Qualität von Personalbesetzungen entschieden/entscheiden , doch wohl vorbei. Oder nicht???
12:52
Das Schlechteste was man machen kann ist sich nicht beteiligen!! Sinnvoll wäre es, wenn sich viele Bürger, in welcher Patei auch immer beteiligen würden.
Dann stehen sinnvolle Leute für Mandat zur Verfügung und nicht nur Abnicker.
jede partei, die sich so wie oben beschrieben verhält gehört bei der nächsten Wahl abgestraft. Zur Zeit sind die in Essen CDU; Grüne, FDP und EBB.
Dies haben eine informelle Koalition und lassen die SPD bei was auch immer vor die Wand laufen. Damit will ich nicht sagen, dass die SPD etwas gut macht.
Die anderen legen ihr Augenmerk allerdings auf verhindern und zerstören. Das ist auch keine Politik in positivem Sinne.
11:16
1. Ich glaube, dass dies tatsächlich so ist: nicht Fähigkeiten entscheiden, sondern immer noch die sogenannte "Vetternwirtschaft" und "Kungelei".
2. So etwas schafft nicht gerade Vertrauen in Politik.
Aber: Erst wenn die Wahllokale leer bleiben, die Wahlbeteiligung unter 20% liegt, extreme Politik bereits Mehrheiten hat, werden die Verantwortlichen wach (vielleicht).
3. Das ist nicht nur in Essen so, sondern leider ÜBERALL
07:53
Mir stellt sich die Frage wieso eigentlich Herr Kunze nicht in Ruhestand / Rente geht? Alter hat er, Pensions- und/oder Rentenansprüche auch; bis 67 arbeiten muss er auch nicht! Stress zu Hause, oder was ist los???
Änhliches gilt für Herr Görgens. Mit 66 fängt das Leben ja erst an aber ist EVV oder Stadtwerke so spannend??
Macht los lassen ist schwer, böte aber die Chance mit neuen, vielleicht sogar guten Ideen in der heutigen Zeit weiterzukommen.
Ausserdem hätte Herr Görgens dann mehr Zeit (am Geld kann es ja nach der Karriere wohl nicht liegen) die "graue Eminenz" zu geben. Oder haben die überhaupt keine Leute?
Will Herr Britz nicht ´mal viel Geld verdienen oder der ach so fähige Herr Kufen?? Fragen über Fragen