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Zusammenstoß

Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen - "schwarze Serie" der Evag

20.09.2012 | 14:19 Uhr
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen - "schwarze Serie" der Evag
Diese beiden Bahnen kollidierten an der Abstellanlage Stolbergstraße.Foto: Mike Filzen

Essen.   Bei einem Unfall mit zwei Straßenbahnen der Linie 101 sind in Essen acht Menschen leicht verletzt worden, darunter auch Fahrer und Fahrerin der beiden betroffenen Trams. Bislang ist unklar, ob es sich um menschliches oder technisches Versagen handelt. Für die Evag reißt die „schwarze Serie“ nicht ab.

Die Serie von schlechten Meldungen bei der Evag in diesem Jahr reißt nicht ab: An der Abstellanlage Stolbergstraße dürfte sich eine 34-jährige Fahrerin der Linie 101 in ihrer Tram gerade auf ihre Pause vorbereitet haben, da nahte gegen 10.30 Uhr von der Haltestelle Philippusstift schon die nächste Bahn der 101, gesteuert von einem 33-jährigen Fahrer, wurde aufs Abstellgleis gelenkt und knallte frontal in die dort wartende Tram. Durch die Wucht des Aufpralls wurde vor allem die auffahrende Tram erheblich deformiert. „Wenn je 30 Tonnen aufeinander prallen, dann ist das heftig“, sagt Mike Filzen von der Essener Feuerwehr. Mit 35 Kräften war die Berufsfeuerwehr bei dem Unfall vor Ort.

Acht Menschen wurden bei der Kollision leicht verletzt, vier Erwachsene, zwei Kinder im Alter von zwei und drei Jahren, und Fahrer und Fahrerin der beiden Evag-Bahnen. Alle Verletzten wurden von der Feuerwehr in umliegende Krankenhäuser gebracht, unter anderem Schleudertraumata waren die Folgen des Zusammenstoßes. Nach Angaben der Essener Polizei musste eine 68-jährige Frau zur stationären Behandlung im Krankenhaus bleiben.

Suche nach der Unfallursache

Für Evag und Polizei beginnt nun die Suche nach der Unfallursache. Noch sei völlig unklar, ob es sich um technisches oder menschliches Versagen handele, sagt Evag-Sprecher Olaf Frei. Ob also eine Weichenstellung fehlerhaft gewesen sei oder ob der auffahrende Tram-Lenker eine korrekte Weichenstellung übersehen oder missachtet hat. Der Fahrtenschreiber wird nun ebenso ausgewertet wie der Schaltschrank bei der Evag, der Auskunft über die Weichenstellungen gibt.

Verkehr
Für Busse und Bahnen soll in Essen die grüne Welle gelten

Eigentlich ist es eine einfache Rechnung: Eine Straßenbahn mit 100 Menschen benötigt vielleicht 15 Sekunden zum Queren einer Kreuzung. 100 Pkw dagegen mehrere Minuten. Dass die grüne Welle für Busse und Bahnen aus Umweltsicht zwingend ist, dass die Evag-Linien pünktlicher rollen, liegt auf der Hand.

Erste Erkenntnisse werde es in den nächsten Tagen geben, sagt Sprecher Frei. Auch über die Höhe des entstandenen Sachschadens kann sich die Evag derzeit „noch nicht seriös“ äußern. Die aufgefahrene Bahn ist bei dem Unfall erheblich beschädigt worden, sie wurde von der wartenden nach dem Unfall in die unternehmens-eigene Werkstatt geschleppt.

Fast harmlos mutet ein Vorfall aus dem August an

Für die Evag setzt sich mit dem Unfall „eine schwarze Serie“ fort, sagt Frei. Fast harmlos mutet ein Vorfall aus dem August an, als sich ein Fahrer der Linie 105 mit seiner Tram verfahren hatte . Ebenfalls in einer Bahn der Linie 105 war im Dach der Tram vor kurzem ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde dabei niemand. Weniger glimpflich ging ein Unfall im Juni aus: Da waren auf der Hollestraße gleich drei Straßenbahnen ineinander gekracht . 34 Menschen wurden damals verletzt, sechs von ihnen schwer. Die beiden Fälle könne man aber „nicht miteinander vergleichen“, sagt Mike Filzen von der Essener Feuerwehr. Die Dimensionen des Unfalls vom Juni seien schon größere gewesen. Bis heute allerdings ist die Ursache der Kollision an der Hollestraße nicht eindeutig geklärt. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an.

Überprüfung
Evag kontrollierte nach Brand  in Straßenbahn über 30 Züge

Schnell hatte die Feuerwehr den Brand im Dach einer Straßenbahn der Linie 105 unter Kontrolle. Am Tag danach hat die Evag reagiert und über 30 baugleiche Züge überprüfen lassen - und „keine Auffälligkeiten“ entdeckt. Schadenshöhe und Ursache des Brands vom Montag müssen nun Gutachter klären.

Nach dem Unfall an der Hollestraße und nachdem ein Busfahrer eine Seniorin in Höhe des Betriebshofs an der B 227 angefahren und tödlich verletzt hatte, hatte die Evag erklärt, wie sie mit Schulungen und regelmäßigen medizinischen Untersuchungen versucht, solchen Vorfällen im Vorfeld entgegen zu wirken . Vom Erfolg der präventiven Arbeit zeigt sich die Evag auch trotz des aktuellen Unfalls weiter überzeugt, sagt Frei.

Der Evag gehen die Bahnen aus

Der Evag gehen derweil die Bahnen aus: Beim Unfall an der Hollestraße entstand an einer Bahn ein Totalschaden, eine weitere ist noch immer nicht wieder im Einsatz. Auch die Arbeiten an den jetzt beschädigten Bahnen werden dauern. Für das Unternehmen seien die Fahrzeug-Ausfälle „bedauerlich“, gibt sich Frei zerknirscht: „Die Reserven werden immer knapper und knapper.“

Abteilbrand in U 17

Denn die betroffenen Trams der 1100er-Serie, die sogenannten „Klapptritt-Wagen“, setzt die Evag weiter unter anderem auch auf der Linie Richtung Bredeney ein.   Die beiden jetzt beschädigten Wagen hofft die Evag reparieren zu können. Und sie hofft auch, dass die schwarze Serie nun reißt. „In diesem Jahr“, sagt Olaf Frei, „kam alles für uns ein bisschen dicke.“

Stefan Kober

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Kommentare
22.09.2012
18:56
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #27

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.09.2012
18:11
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von 1980yann | #26

@24 speldorferin
Der ganz dringende Fahrzeugmangel am Rande der Fahrbarkeit des Fahrplans, das üble Betriebsklima, die Art, wie Sie in #18 die Flughafenstrecke erwähnt haben, Ihr Nickname: kann es sein, dass Sie hier die vermutlich korrekten MVG-Schauergeschichten aus dem Mülheimer Lokalteil auf die EVAG münzen?
Also Essens Reservefahrzeuge sind als Dauerleihgabe im Mülheimer Netz unterwegs - allerdings ist die Reserve durch die "schwarze Serie" (die in diesem Ausmaß keiner erahnen konnte) durchaus geschrumpft, deshalb werden ja auch Fahrzeuge aus MH zurückgerufen!

22.09.2012
12:09
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von chevyg10 | #25

Die ganze Diskusion kann man auf einen Punkt bringen.
der Fahrer hat sich falsch verhalten.
Wäre er an dieser Weiche mit den vorgeschriebenen 15 km/h gefahren, hätte er die Bahn rechtzeitig anhalten können.
Ich mutmaße mal, er hat sich gedacht" gestern lag sie auch richtig" und ist zügiger da lang gefahren, oder hat sich abgelenkt bzw. ablenken lassen.
Es ist ja keine Seltenheit, das Fahrer/innen während der Fahrt mit dem Handy spielen, was ich selbst schon beobachtet habe.
Ob das hier der Fall war, kann ich natürlich nicht beurteilen, ist aber durchaus möglich.
Davon abgesehen ich menschliches Versagen eine natürliche Sache.
Das dabei oft Menschen zu Schaden kommen ist sehr schlimm aber leider nicht auszuschließen.
Die ganze Diskusion um den technischen Zusatand von Bahnen und Bussen halte ich für völlig überzogen, oder bringt Speldorferin ihr Auto nach jeder Fahrt zur Wartung?
Schließlich kann sie mit ihrem Auto, wenn sie denn eines hat, auch erheblichen Personenschaden verursachen.

21.09.2012
18:23
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von speldorferin | #24

@1980yann
Wem wollen Sie hier eigentlich was erzählen ? Märchenstunde war gestern !!!!!
Wo sind denn die 2-3 Reservefahrzeuge ????? Es sind ja nicht einmal genügend Fahrzeuge für den normalen Fahrplan vorhanden , oder warum fallen städig Fahrten aus ?
Zu den EINSPARUNGEN sei nur noch soviel gesagt , JA es wird mehr Geld ausgegeben als da ist, als Beispiel braucht ein Betriebsleiter einen Fahrer (natürlich nicht Offizie und nicht vorgeschrieben), städig neue PKW- Dienstfahzeuge ( natürlich vertraglich zugestanden ) Es werden Berater für jeden Mist eingekauft!! Ist das Stammpersonal so schlecht ? Aber vielleicht haben Sie auch dafür eine Ausrede.

21.09.2012
15:42
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von 1980yann | #23

@speldorferin
Und ich habe von meinem ersten Beitrag an klargemacht, dass ich mich gegen die wilden Mutmaßungen wende, die hier irgendwelche Unfallursachen in den Raum stellen!
1. Welcher Bus war denn hier beteiligt? Vielleicht sollten Sie die Polizei darüber informieren, dass sich hier jemand vom Unfallort entfernt hat, und wenn Tachoscheiben nicht in Ordnung sind, sollten Sie auch das anzeigen!
2. Wie sind die Wartungsintervalle pro Fahrzeug "vor gar nicht langer Zeit" gewesen, wie sind sie jetzt, wie sind sie vorgeschrieben? Wird wirklich das einzelne Fahrzeug seltener gewartet oder hält man sich lieber zwei-drei Reservefahrzeuge bereit, um im Gegenzug die Wartungen ohne Zahlung von Nachtzuschlägen durchführen zu können?
3. Wer ist denn die konkrete Person, die über NICHTS ANDERES als Einsparungen und Personalabbau nachdenkt, wie in #18 unterstellt? Soll er mehr Geld ausgeben als da ist?
4. Streckenbau/Sanierung geht immer zulasten der Stadtkasse. Da entscheidet die Kommune mit!

21.09.2012
15:19
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von speldorferin | #22

@1980yann
Falls Sie meinen Kommentar richtig gelesen hätten,indem ich nicht von dem FAHRER sprach, sondern allgemein ,
und das ist Belegt durch Dienstpläne und Tachoscheiben von Bussen.
zum 2.Es war bis vor garnicht langer Zeit normal das Busse und Bahnen regelmäßig über Nacht gewartet wurden ,was für den ÖPNV selbstverständlich sein sollte .
3.Wenn Sie doch über alles so gut Informiert sind,dann wissen Sie auch an welchen Stellen Arbeitsplätze abgebaut wurden, z.B.im Werkstattbereich ,Fahrdienst und der Verkehrsaufsicht. Aufgeblasen worden ist aber die Verwaltung ,mit Stellenbesetzungen die in keiner Relation stehen zum Technischen Personal, Hauptsache Posten schaffen!!!!!
4.Es ist richtig das EVAG und MVG nicht viel miteinander zu tun haben( wollen), aber Sie haben den gleichen Verantwortlichen Technischen Betriebsleiter .
siehe Geschäftsführung VIA
Um das Schienennetz zu beurteilen Bedarf es nicht der Suche nach einem Defekt sondern nur einfach mal mit der Straßenbahn fahren.

21.09.2012
14:11
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von 1980yann | #21

@speldorferin
Also ganz konkret:
1. Ist der Fahrer der auffahrenden Straßenbahn in diesem Fall länger gefahren als gesetzlich erlaubt?
2. Quelle? - Welche Fahrzeuguntersuchungen sind vorgeschrieben? Welche vorgeschriebenen Wartungsmaßnahmen sind bei diesem Fahrzeug unterlassen worden? Wenn Sie hier Fehlverhalten vorwerfen, werden Sie doch wohl die Gesetzeslage kennen und konkret den Verstoß benennen können.
3. Wer ist das, wieviele Stellen hat er abgebaut und woher leiten sie ab, dass er außer Stellenabbau keine anderen Gedanken hat? Sollte er etwa gegen den Vorstand zusätzliche Personen einstellen?
4. Die EVAG hat mit dem Schienennetz der Stadt Mülheim nichts zu tun. Würde MH zahlen, würde MVG/VIA die Flughafenstrecke sanieren. Welchen Defekt am Schienennetz diagnostizieren Sie nach persönlicher Betrachtung an dieser Unfallstelle?

Lustigste Verschwörungstheorie übrigens: Unfallursache zu kurze Wendezeit! Deshalb auch ein Auffahrunfall in der Wendeschleife.

21.09.2012
13:53
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von Westwind | #20

Ups: Mülheim in NRW schreibt sich natürlich anders, als ähnlich klingende Städte im Süden ;-(

21.09.2012
13:48
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von Westwind | #19

Es stimmt zwar, dass NRW zeitweilig unter einem Verkehrsminister zu leiden hatte, dessen hirnverbranntes Motto war: "Die Schiene war gestern, die Straße kommt". Aber die Zeiten des Herrn W. sind vorbei und andere betrachten Verkehrspolitik nicht so ideologisch verbrämt. Das sieht man besonders im Großraum Karlsruhe, wo ein hervorragendes OBERIRDISCHES Stadtbahnnetz,sinnvoll verknüpft mit Buslinien, Fahrgastzuwächse beschert. In Essen und anderen Revierstädten fressen die U-Bahnen mit der erforderlichen Infrastruktur die Etas auf ohne, dass der Büerger einen greifbaren Nutzen hat. Von gelegentlichen, zusätzlichen aber nicht lebensnotwendigen Linksabbiegespuren mal abgesehen...
Aber SO schlimm und falsch, wie von "speldorferin" beschrieben, ist´s dann doch nicht;-) Mühlheim bitte nicht mit Essen verwechseln...Und wenn "Drunsonst" schon beim Einsteigen in Fahrzeuge der EVAG ein mulmiges Gefühl hat, dürfte er/sie sich NIEMALS in einen PKW setzen...

21.09.2012
11:32
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von speldorferin | #18

Um auf die Frage von 1980yann/9 zu Antworten , gibt es ein paar Fakten die bestehen und die kann keiner schön reden , auch nicht Herr Frei .
1. Die Pausenzeiten sind gestrichen worden , um auf die Toilette zugehen muß der Fahrer Verspätungen in Kauf nehmen.( Jeder LKW-Fahrer bekommt für Lenkzeitüberschreitung ein Bußgeld )
2. Die tägliche Revision an den Fahrzeugen findet aus Kostengründen nicht mehr statt.
3. Einen Betriebsleiter der Verantwortlich für die Sicherheit ist ,aber nur daran denkt wie am meisten gespart werden kann ( Personalabbau )
4. Ein Schienennetz das bewust nicht in Ordnung gehalten wird um es dann möglist schnell Still zu legen ( Hauptfriedhof- Flughafen 104 )
All das sind Dinge die dazu Beitragen das es immer häufiger zu solchen Unfällen kommt.

1 Antwort
Wieder Straßenbahn-Unfall in Essen -
von Schnitzelchen | #18-1

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