Wieder Greifvögel aus Voliere gestohlen

4. April 1974:.  Die Diebe haben wieder zugeschlagen: Über Ostern sind aus der Voliere im Vogelpark an der Frankenstraße zwei Adler entwendet worden. Eines der Tiere, ein „Schell-Adler“, entkam jedoch seinen Entführern.

„Das war nicht das erste Mal“, meint der städtische Forstmeister Langlotz. Bereits im Jahr zuvor wurden ebenfalls zwei Greifvögel, nämlich zwei Turmfalken gestohlen. Der Dieb soll in der gleichen Art und Weise vorgegangen sein. Er schnitt die selbe Voliere auf und hinterließ auch diesmal keine verräterischen Spuren, heißt es. Er muss ortskundig gewesen sein und sich mit Greifvögeln auskennen, sagt Langlotz. 1975 waren rund 70 Greifvögel im Vogelpark an der Frankenstraße untergebracht. Solange dort nicht eine Wohnung für einen Tierpfleger eingerichtet werde, werde es immer wieder zu solchen Taten kommen, meint der Forstmeister. Der Schaden diesmal: 2000 D-Mark.

Langlotz nimmt an, dass die Diebstähle von Greifvögeln auf „Bestellungen von Hehlern“ zurückzuführen sind. Erfahrungen in der Vergangenheit hatten dies bereits gezeigt: 1969 waren zwei Stein- und zwei Kaiseradler gestohlen worden, später ermittelte die Polizei eine Hehlerbande. Zuletzt waren auch in anderen Städten u.a. im Ruhrgebiet Greifvögel geklaut worden. Ornithologen vermuten, dass die Tiere ins Ausland gebracht werden und dort zur Jagd abgerichtet werden.