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Wieder aufgeklärter Blick statt getrübter Linsen

26.01.2016 | 12:00 Uhr
Wieder aufgeklärter Blick statt getrübter Linsen
Ingeborg Böll mit Prof. Andreas Scheider, Direktor der Augenklinik des Evangelischen Krankenhauses in Werden,Foto: Dirk Bauer

Essen.   Ingeborg Böll litt an einer erheblichen Trübung ihrer Augen. Die Spezialisten im Evangelischen Krankenhaus in Werden konnten ihr mit neuen Linsen helfen.

Ingeborg Böll ist freischaffende Künstlerin in Werden. Sie arbeitet in ihrem Altstadt-Atelier fast täglich an Skizzen und setzt in ihren Werken auf klare Farben. Ingeborg Böll ist ein Augen-Mensch, der mehr als viele andere auf einen Blick für detailreiche Schärfen und intensive Farben angewiesen ist. Dieser Blick war zwischenzeitlich erheblich eingeschränkt. Seit einer Operation im Evangelischen Krankenhaus in Werden ist das ausgeprägte Farbempfinden der Künstlerin wieder da. „In aller Fülle“, schwärmt Ingeborg Böll. Und ihre blauen Augen leuchten.

Ingeborg Böll litt in den letzten Jahren unter getrübten Linsen. Sie hatte beim Autofahren im Dunkeln Probleme. Und bei viel Sonnenlicht. Dazu war der Blick auf ihre Kunst gemindert. Sie trug Kontaktlinsen. Und zog bei Bedarf die Lesebrille auf. „Aber selbst das war bei den feinen Zeichnungen schwierig. Und dazu ist ständig die Konzentration weg“, haderte die 64-Jährige.

Patient braucht weder Brille noch Kontaktlinsen

Prof. Andreas Scheider, Direktor der Augenklinik des Evangelischen Krankenhauses in Werden, kennt die vor allem im fortschreitenden Alter häufiger auftretende Trübung. Ingeborg Böll war bei ihm bereits länger zu Kontrolluntersuchungen. Und sie war dann eine der ersten Patientinnen, die die neuartige Symphony-Linsen aus Acryl erhielt. Zwei Eingriffe über je 15 Minuten mit lokaler Betäubung, dann hatten die Kunst-Linsen die getrübten Linsen ersetzt. Der Vorteil im Vergleich zur bisherigen Behandlungsmethode: Der Patient muss weder Brille noch Kontaktlinsen tragen. Außerdem wichtig: „Bisher musste sich das Gehirn bis zu neun Monate an die neue Sicht gewöhnen. Das geht mit der Symphony-Linse wesentlich schneller. Wir reden von Tagen bis wenigen Wochen“, erklärt Prof. Scheider, der als erster Essener Mediziner diese neue Linse einsetzte. Die Behandlung von Ingeborg Böll war Teil einer europaweiten Studie, bei der das innovative Verfahren untersucht wurde. „Und die Ergebnisse sind sehr gut“, erklärt Dr. Diana Marißen aus der Augenklinik, die die Patientin betreute. Pro Auge kostet der Eingriff 750 bis 900 Euro.

„Ich finde das Ergebnis verblüffend. Ich genieße täglich diese neue Brillanz der Farben“, sagt Ingeborg Böll. Sie hatte sich nach zwei Tagen an die neue Sicht gewöhnt und kommt regelmäßig zu Untersuchungen in die Augenklinik. Kontrollen empfehlen die Mediziner generell: Während die Trübung für den Einzelnen ein schleichender Prozess ist, kann sie in der Klinik frühzeitig erkannt werden.

Thorsten Schabelon

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Wieder aufgeklärter Blick statt getrübter Linsen
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2016-01-26 12:00
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