Wie Grundschüler mit Klassik in Berührung kommen

„Ensemble Ruhr & Kidz“: So heißt das Projekt, das die Kinder kreativ werden lässt.
„Ensemble Ruhr & Kidz“: So heißt das Projekt, das die Kinder kreativ werden lässt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Projekt bringt Kinder aus dem Essener Norden mit einem Werk des Komponisten Benjamin Britton zusammen. Jetzt wird das Ganze aufgeführt

Essen.. Es erklingt die „Simple Symphony“ von Benjamin Britton in der Turnhalle der Peter-Ustinov-Schule – aber irgendwie klingt sie doch anders. Verändert. Grund dafür sind die Mädchen und Jungen zweier Schulen aus dem Essener Norden. Die Peter-Ustinov-Schule und die Nikolausschule haben an einem Musikprojekt des Ensemble Ruhr mitgearbeitet. Ziel ist es, den Kindern die Musik spielerisch näherzubringen und sie damit kreativ arbeiten zu lassen.

So setzten sich die Kinder der vierten Klasse nach der Schule in drei Gruppen zusammen und erarbeiteten ein Konzept. Es gab die Tanz-Kinder, die Musik-Kinder und die Kunst-Kinder. Je nach ihren Vorlieben konnten sich die Jungen und Mädchen so einbringen. Die Kunst-Kinder erstellten ein Bühnenbild, die Musik-Kinder komponierten einzelne Sätze der Symphonie um und die Tanz-Kinder haben sich dazu eine Choreographie überlegt.

Kinder sollen sich in allen Bereichen ausleben

„Wir wollten den Kindern die Möglichkeit geben, sich in allen Bereichen auszuleben“, sagt Dagmar Dohm vom Ensemble Ruhr. Die Gruppen haben mit Pädagogen gearbeitet und wurden von einem Streichquartett besucht, das ihnen die Musik vorspielte.

Ensemble Ruhr & Kidz Musikpädagogin Maike Senker gab ihrer Gruppe einen Satz der Symphonie und ließ sie damit arbeiten. „Dabei kamen sehr fantasievolle Stücke raus“, erklärt Senker. Die Musiker spielten den Kindern die neuen Sätze dann vor, und die Schüler konnten ihnen Anweisungen geben – mal sollten die Musiker schneller spielen, mal dramatischer. Dazu dachten sich die Kinder gemeinsam Geschichten aus. Und waren sehr kreativ, so geht es in der Geschichte von Schülerin Mert um die Liebe von Ben und Anna. Sie spielt in einem Dorf, in dem viele Schmetterlinge fliegen. Viertklässler Meris erzählt hingegen vom Spielzeugmacher, der sich seine lang ersehnte Tochter selbst erschafft. Die Geschichten wurden von Tanzlehrer Alexeider Abad Gonzalez in eine Choreographie umgesetzt. „Die Kinder haben so toll mitgearbeitet und eine lebendige Atmosphäre geschaffen“, schwärmt der Tanzlehrer.

Anschließend lag es jedoch an Regisseur Axel Fuhrmann (53), die Geschichten, Choreographien, Bilder und komponierten Sätze in einen großen Zusammenhang zu bringen und auf der Bühne umzusetzten. Er entschied sich für eine Flüstertüte, die den roten Faden vorgibt. „Die Flüstertüte ist ein Instrument des Sprechens, Sehens und Hörens – und verbindet somit die Arbeit der verschiedenen Gruppen“, erklärt Fuhrmann. Das Kommunikationsinstrument ist der Beginn und das Ende der Geschichte.