Wie ein Essener Koch (36) gegen Diabetes kämpft

Beim Essener Christian Eickel wurde im September Diabetes festgestellt. Der 36-jährige Koch stellte sich der Krankheit und krempelte sein Leben um. Ein Fallbeispiel über den Umgang mit einer Volkskrankheit. Foto: Ulrich von Born
Beim Essener Christian Eickel wurde im September Diabetes festgestellt. Der 36-jährige Koch stellte sich der Krankheit und krempelte sein Leben um. Ein Fallbeispiel über den Umgang mit einer Volkskrankheit. Foto: Ulrich von Born
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Was wir bereits wissen
Beim Essener Christian Eickel wurde im September Diabetes festgestellt. Der 36-jährige Koch stellte sich der Krankheit und krempelte sein Leben um.

Essen.. Als Koch verarbeitet er gerne Fleisch in allen Varianten: Braten mit Sahnesauce, ein schönes Schnitzel mit krustiger Panade oder Schweinebacken mit Grünkohl, „das alles darf ich nur noch für meine Gäste zubereiten, aber nicht mehr selbst essen“, seufzt Christian Eickel. Denn bei dem gerade 36-jährigen Essener wurde vor knapp vier Monaten Diabetes festgestellt – eine Diagnose, die nicht nur seinen Speiseplan total umgekrempelt hat.

Der Familienvater muss seitdem regelmäßig Medikamente nehmen, drei Mal täglich den Blutzuckergehalt messen „und mein ganzes Leben umstellen“. Bemerkt wurde bei Eickel die Erkrankung schon vor zwei Jahren; zumindest dass der Blutzucker erhöht war und eine engmaschigere Kontrolle von Nöten wäre. „Doch ich habe das nicht wirklich ernst genommen und einfach verdrängt.“ Bis der Tag im vergangenen September kam, wo nichts mehr ging: „Ich habe stark geschwitzt und war körperlich völlig am Ende.“ Der Hausarzt schickte ihn sofort ins Krankenhaus wo ein Nüchtern-Blutzucker von über 300 mg/dl gemessen wurde (zum Vergleich: der Normalwert liegt bei unter 100 mg/dl).

20 Kilo abgenommen

Schnell stand die Diagnose fest. Doch wie Eickel darauf reagierte, ist auch für die Diabetologin Angela Suermann vorbildhaft: Bereits am nächsten Tag verbannte er Schokolade, Cola, Chips und Co., entwarf einen individuellen Ernährungsplan (1500 Kilokalorien am Tag), der vorzugsweise aus Gemüse und Obst bestand und lernte, was Broteinheiten bedeuten. „Ich habe angefangen, mich ganz bewusst mit meinem Körper und der Krankheit auseinanderzusetzen.“ Neben gesunder Ernährung gehört dazu auch Bewegung, „beides gilt bei uns als Medizin, deren Wirkung man nicht unterschätzen sollte“, sagt die Oberärztin am Elisabeth-Krankenhaus, „Herr Eickel hat das erkannt und umgesetzt.“ Als direkte Folge haben sich seine Blutzuckerwerte bereits so gut verbessert, dass der Vater zweier Kinder seit vier Wochen kein Insulin mehr spritzen muss, die Medikamentengabe in Form von Tabletten ausreicht. „Das ist ein unglaublich schneller Erfolg“, lobt die Ärztin.

Knapp 20 Kilo hat Eickel inzwischen abgenommen, „ich fühle mich eigentlich sehr wohl und vermisse mein altes Leben nicht“. Wobei die Betonung auf eigentlich liegt: Nur fünf Wochen nach Feststellung des Diabetes erlitt der junge Mann einen Schlaganfall. Eine Folge des Diabetes? „Zumindest gehört es zu den Risiken, die mit dieser Krankheit verbunden sind“, so Suermann. Doch auch an dieser Front kämpft Christian Eickel mit großer Motivation, erhält Krankengymnastik und Sprachtherapie. Denn: „Spätestens im Sommer will ich wieder in meiner Küche stehen.“