Wie der Chef der Firma „ista“ Energie spart

Walter Schmidt stellte sich den Fragen der Schüler.
Walter Schmidt stellte sich den Fragen der Schüler.
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Was wir bereits wissen
Schüler aus Stoppenberg stellten Fragen an Walter Schmidt, den Geschäftsführer des internationalen Konzerns aus Rüttenscheid, der mit Ablese-Geräten sein Geld verdient.

Essen.. „ista“, das ist die Firma mit den Heizungs-Ablesegeräten. Stimmt, aber dahinter stehen Menschen eines international tätigen Konzerns, der seine Zentrale in Rüttenscheid hat. Der Chef von 4800 „ista“-Mitarbeitern weltweit, „ista“-Vorstandsvorsitzender Walter Schmidt, stand nun Oberstufenschülern des Bischöflichen Gymnasiums am Stoppenberg Rede und Antwort. Sie und Schüler eines Gymnasiums in Wetter trafen auf Schmidt, weil „ista“ sich an der Veranstaltungsreihe „Jugend im Dialog“ beteiligt, die der Initiativkreis Ruhr im 18. Jahr organisiert. Dabei kommen Schüler aus der Region mit Konzern-Chefs des Ruhrgebiets zusammen.

Häufig kommen dabei sehr interessante Gespräche zustande, so wie am Donnerstag in der „ista“-Zentrale am Grugaplatz, denn Schüler fragen sehr direkt, so dass Konzernchefs genötigt sind, deutliche und verständliche Antworten zu finden.

Wenn also „ista“ Produkte vermarktet, mit denen Mieter Energie sparen sollen – wie viel spart er persönlich, Walter Schmidt, denn so an Energie? Das wollte ein Schüler von Schmidt wissen. Sein Einfamilienhaus hat er aufwändig gedämmt, berichtete Schmidt da offen, „so aufwändig, dass überhaupt nicht klar ist, ob sich das je rentiert.“ Und eine Gas-Brennwert-Therme habe er, „die ist top-geregelt mit einem Effizienzgrad von mehr als 100 Prozent. Ich wäre nicht Chef dieser Firma, wenn mir das kein echtes Anliegen wäre.“ Auf Solar-Kollektoren auf dem Dach seines Hauses verzichtet Schmidt jedoch: „Die Subventionen muss jeder Stromverbraucher bezahlen. Das ist nicht die Energiewende, die eine Gesellschaft weiterbringt.“

Ansonsten berichtete Schmidt durchaus plastisch von seinem Geschäft – warum sich „ista“ zum Beispiel zuletzt ganz aus Amerika zurückgezogen hat. „Weil in Amerika ein Bewusstsein für Energiesparen nicht vermittelbar ist, auch wenn wir das lange gehofft haben.“ Und warum, will ein Schüler wissen, macht „ista“ eigentlich keine Fernsehwerbung? „Man kennt Ihr Gesicht nicht.“ Schmidt antwortet: „Weil unser Geschäftsmodell sich nicht an Endverbraucher richtet. Das wäre ein großer finanzieller Aufwand ohne Effekt.“ „ista“ stünde aber mit Wohnungsbaufirmen, Genossenschaften und Verwaltungen großer Mietwohnungskomplexe im engsten Kontakt; „es gibt keine Wohnungsbauverwaltung in Deutschland, die uns nicht kennt.“ Und, will ein anderer Schüler wissen, warum lautet Schmidts offizielle Funktion in der Firma „CEO“, und was heißt das eigentlich? „Chief Executive Officer“, sagt Schmidt und schmunzelt, „das hat sich leider so eingebürgt.“