Das aktuelle Wetter Essen 2°C
Jugend

Weststadthalle - noch nicht alles umgesetzt

30.10.2012 | 15:00 Uhr
Funktionen
Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   CDU, SPD und Grüne stehen zum Konzept Weststadthalle, auch wenn noch wichtige Bausteine fehlen. Nun soll überlegt werden, wie die Räume sinnvoll genutzt werden können. Es sei weiterhin nicht im Interesse des AKJ, dass die Weststadthalle als reine Veranstaltungshalle fungiere.

Ein Jahr Weststadthalle als Ort für die Jugend – (k)ein Grund zum Feiern? Die Ratsfraktion der Linken fühlt sich in ihrer Kritik bestätigt. Doch nicht alle Politiker teilen diese Auffassung: Für Jörg Uhlenbruch, Vize-Vorsitzender im Jugendhilfeausschuss (JHA), ist die Meinung der Linken eine isolierte: „Wir stehen nach wie vor hinter der Konzeption.“ Freilich seien noch nicht alle Ansätze umgesetzt, „immerhin hat sich die Weststadthalle im Veranstaltungsbereich einen Namen gemacht.“ Dass es keinen offenen Bereich mehr gibt, den das geschlossene Café „Weststadt-Horizont“ bieten sollte, sei kein Manko: „Das war ein Testballon.“

Ähnlich sieht es Christine Müller-Hechfellner, Ratsfrau der Grünen und JHA-Mitglied: „Aus gutem Grund haben wir das Konzept damals mitbeschlossen, das alte Jugendzentrum (JZE) an der Papestraße war nicht zu erhalten.“ Klar sei gewesen, dass die Weststadthalle in erster Linie ein Veranstaltungsort mit kulturellem Schwerpunkt werde. „Offene Kinder- und Jugendarbeit war dort nicht geplant. Die gab’s schließlich auch im JZE seit Jahrzehnten nicht mehr“, so Müller-Hechfellner. Im Übrigen würde es die offene Kinder- und Jugendarbeit auch ohne ein JZE geben – im Jugendhaus Rubensstraße in Holsterhausen.

Weststadthalle soll keine reine Veranstaltungshalle werden

Betrieben wird das Haus vom Verein Arbeitskreis Jugend Essen (AKJ), der auch im JHA vertreten ist und an der Konzeption der Weststadthalle beteiligt war. Geschäftsführer Philipp Hennen: „Dass der Café-Betrieb nicht funktioniert, war absehbar. Nun muss überlegt werden, wie die Räumlichkeiten sinnvoll genutzt werden, etwa als Treffpunkt für Jugendgruppen, Vereine und Verbände.“ Es sei weiterhin nicht im Interesse des AKJ, dass die Weststadthalle als reine Veranstaltungshalle fungiere.

„Wir brauchen auch die Bereiche, die im JZE inhaltlich und personell verortet waren: Jugendkultur, politische Bildung und Jugendinformation. Hier muss es vernünftige Angebote geben“, betont Hennen. Eine Anlaufstelle für Jugendliche in der Innenstadt fehle weiterhin. Hennen: „Es macht Sinn, so etwas an einem wirklich zentralen Ort anzubieten, etwa als Café ohne Konsumzwang und mit fairen Preisen.“ Wenn man sich leisten könnte, im Einkaufszentrum am Limbecker Platz ein Ladenlokal anzumieten, „wäre die Hütte dort voll“, scherzt Müller-Hechfellner.

Enormer Handlungsbedarf

Ratsherr Frank Müller, der für die SPD im JHA sitzt, spricht sich ebenfalls für einen solchen Ort aus, etwa im Bildungspunkt am Kennedyplatz . Er erwartet weitere Vorschläge der Verwaltung. Kritisch sieht Müller hingegen die Entwicklung der Bereiche, die im JZE gut funktionierten und in der Weststadthalle untergehen würden: „Eine Entwicklung der Bausteine Medienarbeit, politische Bildung und internationale Jugendarbeit ist noch nicht umgesetzt. Wir brauchen weiterhin eine zentrale Koordinierungsstelle für Bildungsarbeit in Essen, die bei der Halle angesiedelt ist.“

Der eigentliche Skandal sei, dass die Stelle für die politische Bildung schon wegrationalisiert wurde. „Da müssen wir handeln“, sagt Müller. Grund dafür sind Einsparungen im Personalbereich – das „Aufgabenkritikverfahren“ – das Oberbürgermeister Reinhard Paß forciert.

Jugendzentrum eröffnet

 

Pascal Hesse

Kommentare
Aus dem Ressort
Falls Montag wieder Schnee kommt, gibt es viele Pflichten
Gehwege
Wann Anwohner die Gehwege freischaufeln müssen und wann sie Salz streuen dürfen: All das hat die Stadt genau geregelt. Bußgeld droht.
Aus dem Klinik-Foyer in die Konzertsäle
Musik
Das Universitätsorchester Duisburg-Essen feiert 50. Jubiläum. Gegründet als Zusammenschluss von Medizin-Studenten, verbindet der Klangkörper heute...
Die Essener Band „78 Twins“ ist „Fast Beinahe Bekannt“
Filmpremiere
Die Essener Band „78 Twins“ beherrscht die Kunst des Überlebens im harten Musikgeschäft. Die Doku „Fast beinahe bekannt“ erzählt ihre Geschichte.
Bei einem Bekannten übernachtet - Vermisster Junge wieder da
Vermisst
Nach einem heftigen Streit war ein zwölfjähriger Junge aus einer Essener Wohnung gestürmt und blieb eine Nacht verschwunden. Jetzt ist er aufgetaucht.
Parkhaus Hügel ist seit 60 Jahren in Familienbesitz
Jubiläum
1955 übernahm der Konditor Hubert Imhoff das Restaurant Parkhaus Hügel. Dessen Geschichte ist eng mit der Familie Krupp verbunden.
Fotos und Videos
Hallenmeisterschaft der FFL
Bildgalerie
Fußball-Freizeit-Liga
Workout mit Handy-App
Video
Video
article
7243131
Weststadthalle - noch nicht alles umgesetzt
Weststadthalle - noch nicht alles umgesetzt
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/essen/weststadthalle-noch-nicht-alles-umgesetzt-id7243131.html
2012-10-30 15:00
Essen, Weststadthalle, SPD, Reinhard Paß,Limbecker Platz,Christine Müller-Hechfellner
Essen