Werdens Brücke wird saniert
01.09.2010 | 15:05 Uhr 2010-09-01T15:05:00+0200
Werden.Sechs Bauabschnitte, neun Monate Bauzeit: Das erwartet Werden ab Februar 2011 auf der Gustav-Heinemann-Brücke. In der Sitzung der Bezirksvertretung IX stellte Rainer Wienke, stellvertretender Amtsleiter Straßenbau- und Verkehrstechnik, das Projekt vor. Besondere Brisanz lässt die zugleich im Ortskern stattfindende Kanalbaumaßnahme erwarten.
Schlechter Allgemeinzustand, undichte Isolierung, Brückenplatte defekt. So lautete das Fazit, mit dem die Substanz der 1968 erbauten Brückenkonstruktion von Experten beurteilt wurde.
Baukosten betragen
1,3 Mio Euro
Nach bereits erfolgter Instandsetzung der Betonflächen an der Unterseite ist nun die Sanierung der Oberfläche an der Reihe. Verkehrsinseln und Fahrbahnen sollen eine neue Isolierung erhalten, die mit einer Schutzschicht aus Gussasphalt versehen wird. Auf die Fahrspuren wird außerdem eine Verschleißschicht aufgebracht. Für veranschlagte 1,3 Mio Euro sollen zusätzlich die Ampelanlage komplett erneuert und die Seitenbereiche der Brücke um 1,50 Meter verbreitert werden. Gewonnen wird diese Fläche für Geh- und Radwege aus einer Verschmälerung der Fahrbahnspuren.
Insbesondere als Schutz für die Radfahrer wird das neue Brückengeländer eine Höhe von 1,20 Meter statt bisher einem Meter aufweisen. Eingebaut wird eine Seilkonstruktion, die verhindern soll, dass Fahrzeuge durch das Geländer brechen können.
Um für den Gehweg mehr Platz zu gewinnen, soll der Handlauf des Geländers am äußeren Gesims befestigt werden. Nötig werden auch neue Überbrückungen für die Entwässerungsrohre auf dem nördlichen Gehweg, da die Einläufe nicht versetzt werden können. Vorgesehen ist auch der Einbau eines taktilen Leitsystems für Sehbehinderte.
„Vor 40 Jahren gab es andere Verkehrserwartungen an die Brücke als heute“, erläuterte Rainer Wienke „Defizite bestehen heute insbesondere für den Fuß- und Radverkehr, die wir nun zu beheben versuchen wollen.“
In jedem Fall erhalten bleiben werden die vier Fahrstreifen auf der Brücke: „Der Individualverkehr muss fließen!“, bekräftigte Wienke insgesamt drei Mal vor den Reihen der Bezirksvertreter. Wegfallen wird indes die zweite Rechtsabbiegespur von der Ruhrtalstraße aus Richtung Kettwig, die auf die Brücke führt. Stattdessen ist an der Stelle geplant, eine Spur für Radfahrer samt Ampelanlage am Löwental einzurichten. Sie soll über die Brücke zur Rampe an die Grafenstraße führen.
Zur Vermeidung einer Großbaustelle soll es laut Wienke eine „Vielzahl kleiner Baubereiche“ geben, die sich in sechs Sanierungsphasen aneinanderreihen. Der Umbau beginnt auf der Nordseite der Brücke zur Brehminsel hin und schiebt sich im Laufe des Jahres 2011 bis zur Südseite vor. Lediglich aus der Laupendahler Landstraße kommend wird es zeitweilig nur ein einspuriges Abbiegen auf die Brücke geben. An der Bushaltestelle Brückstraße muss auf die Haltebucht für die Linienbusse verzichtet werden. „Der Bus wird in dieser Zeit auf der rechten Spur halten, kann aber auf der zweiten Spur überholt werden.“
Ein Ortstermin an der Brücke, der die Mitglieder des Arbeitskreises B224 für Mittwoch, 8. September, 18 Uhr, an der Gustav-Heinemann-Brücke zusammenruft, wird sich laut Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann ausdrücklich nicht mit der Brückensanierung beschäftigen. Denn die Planung mit den beteiligten Behörden, Verbänden, der Evag und dem Arbeitskreis Radverkehr ist bereits abgesprochen. Bonmanns Vorschlag traf auf das ungeteilte Einverständnis der Fraktionen. Ein Ratsentscheid wird für den 22. September erwartet.
20:37
Komme jetzt nicht aus Essen, sondern aus der Nähe Von Frankfurt/Main und finde das Bauvorhaben auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht. Ich habe vor, im nächsten Jahr mein Praktikum in Essen zu machen und dann zu gucken, wie das alles seinen Lauf nimmt. Aber als Außenstehender, der diese Brücke davor noch nie benutzt hat, finde ich den Umbau positiv, man braucht ja auch Fußgängerwege und dadurch, dass dann auch die ganzen Ampelanlagen erneuert und neu eingestellt werden, löst sich das Problem mit dem Berufs- und Pendlerverkehr bestimmt wieder zum Teil.
11:34
Wenn man den Blumenkübel-Mittelstreifen ein wenig verschlankt, kann man die seitlichen Bürgersteige auch erweitern, ohne die 4 Hauptfahrstreifen - welche zudem weitgehend im Bogen liegen - zu verengen. Die jetzige flußabwärtige Bürgersteigbreite ist meines Erachtens auch heute noch ausreichend, die Bügersteigbreite flußaufwärts (zum Brehm hin) ist jedoch eindeutig zu schmal. Dies merkt man insbesondere dann, wenn die S-Bahn morgens die Schüler für die Werdener Schulen anbringt. Ach ja, was bei aller Saniererei noch viel wichtiger wäre: Wenn die Stadt Essen im Winter ihrer verdammten Pflicht und Schuldigkeit nachkommen würde und die Bürgersteige auf der Brücke von Eis und Schneematsch befreien würde. In den letzten Jahren ist in dieser Hinsicht nichts geschehen!
10:58
Ich mag unsere Stadt. Sanieren ist gut, aber vorher sich die Bedürfnisse vor Ort an sehen und erfragen wäre besser. Hier ist wieder etwas am Reissbrett ohne Sinn und Verstand geplant worden. Glückwunsch!
13:27
Ja und bitte noch eine separate Spur für Inliner und Laufradfahrkinder .... ohne Worte... alle Pendler freuen sich bereits wieder wie Bolle darauf Opfer der Planungen zu werden ...
10:10
Na - das wurde aber auch mal Zeit!
Letztendlich ist die Werdener Brücke ein prima funktionierendes Verkehrselement - das darf nicht so bleiben! Also bitte auf weniger und engere Fahrspuren reduzieren. Bitte keinen Radweg drunterherführen, der wäre dann ja benutzbar und würde zur Folge haben, dass dadurch noch mehr Radfahrer angezogen würden. Den Fussweg bitte für 100 Personen/min. auslegen, das reicht dann fürs Löwntalfest und das Schützenfest. Zur Not kann man dann ja auch eine von den beiden noch nutzbaren Fahrspuren sperren.
Mein Tipp für Durchreisende: A52 bis Bergerhausen, auf die Ruhrallee (ja, ist auch verstopft, aber bald kommt ja der Tunnel ;-) und dann Kupferdreh raus. Auf der Hammer Strasse macht dann die Anfahrt per Geländewagen oder Motorrad Sinn (seit dort die Stoßdämpfer-Teststreifen aufgedübelt wurden).
Nach den 9 Monaten wird sich diese Umleitung vermutlich weiterhin als brauchbare Alternative anbieten ;-)
00:42
Wie wärs vielleicht noch mit nem Reitweg. Fahrspuren braucht doch niemand. Da fährt doch sowieso niemand.