Zu Gast im Tanzhaus
13.02.2012 | 15:26 Uhr 2012-02-13T15:26:00+0100
Essen-Werden.Das Schwarze Brett ist in diesem Fall grau, und es hängt im Foyer des Alten Bahnhof, dem Tanzhaus des Gymnasium Werden im Löwental. Zettel an Zettel. Claudia verkauft ihre Ballettschuhe in Größe 39 und Jana ihr Flamencokleid. Aber auch Zeitungsausschnitte sind dabei. Die berichten von großen Erfolgen. Der Schülerinnen und Schüler. Der Lehrer und der Gastdozenten.
Am Samstag war Tag der offenen Tür und der genaue Blick hinter die Kulissen ausdrücklich erlaubt. In drei Sälen zeigte der Tanzwuchs, was er lernt - was er kann. In mehreren Reihen sitzen die Besucher am Ende der großzügigen Räume, stehen an den Wänden, sitzen auf dem Boden, wenn es gar keinen anderen Platz mehr gibt. Sie sehen eine offene Probe zu „Max und Moritz“, klassisches Ballett und Improvisationen, sie sehen, wie sich die Schüler aufwärmen, wie sie sich konzentrieren, die Körperspannung halten, mit der Musik atmen, aufmerksam den Anweisungen der Lehrer und Choreographen folgen.
Auf dem Weg von Saal 3 zu Saal 2 kommt man an denen vorbei, die es geschafft haben. In Vitrinen hängen unzählige Fotos von Ehemaligen. Absolventen der Tanzausbildung in Werden sind auf den Bühnen der Welt zu Hause. Nicht Jeder, nicht Jede schafft es, hat den Willen und auch das Talent. Disziplin gehört dazu, man muss sich immer wieder motivieren. Am Gymnasium Werden tanzt man bis zum Abitur - so steht es in der Broschüre. Schule und Tanzen auf einen Nenner bringen - das ist nicht einfach. Doch wer sich fürs Ballett begeistert, wird hier bestmöglich unterstützt.
An diesem Samstag im Werdener Löwental spielen wieder die Eltern eine besondere Rolle. Sie unterstützen die Kinder. Immer. Dieses Mal mit einem großen Büfett. Salate, Kuchen, Kaffee. Und Zeit für Gespräche. Zwischen den Schülern, zwischen den Eltern. Auch die Lehrer haben hier Raum für eine Pause, beantworten die Fragen.
Im Foyer darf der Tag der offenen Tür nicht wörtlich genommen werden. Eisiger Wind zieht durch den Raum, wenn ein weiterer Besucher kommt. Mantel an die Garderobe und einen freien Platz in Saal 1 suchen. Dort probt Simone Schauenburg Modernen Tanz. Mit zwölf jungen Mädchen und zwei jungen Männern der Jahrgangsstufe 10. Viel Rhythmik, viel Anspannung, Entspannung. Nackte Füße huschen über den Boden, Körper verbiegen sich, geben den Noten ausdrucksvoll Gestalt
Der Jahreskalender der Werdener Tanzschüler ist gut gefüllt. Auch abseits der Schulstunden. Zu den Projekten gehören eine Teilnahme Klavierfestival Ruhr 2012 und Tanzabende in der Neuen Aula der Folkwang Universität.
Was kostet der Unterricht? Die Broschüre gibt Antwort. Da das Gymnasium Werden eine öffentliche Schule ist, ist der Unterricht kostenlos - die Möglichkeiten grenzenlos.
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