Wasser dringt in den Innenraum ein
08.02.2012 | 15:37 Uhr 2012-02-08T15:37:00+0100
Essen-Werden. Kurz vor Weihnachten wurde die Misere offenkundig: Nach mehreren Baugutachten blieb nichts anderes übrig, als den Bereich vor dem Nordportal der Propsteikirche St. Ludgerus inklusive der Zugänge zu sperren. Einer von beiden ist seit 2009 mit einer Rollstuhlrampe ausgestattet, darf derzeit aber nicht mehr benutzt werden. Gottesdienstbesucher erreichen den Innenraum nur noch vom Westen her, durch den so genannten „Himmel“. Kein befriedigender Zustand, wie auch das Bistum Essen findet.
Gutachterliche Prozessenehmen ihren Lauf
Doch ändern kann es nichts. St. Ludgerus befindet sich in Landeseigentum. Und ist - wie könnte es bei einem 1275 seiner Bestimmung übergebenen Gebäude auch anders sein - eine ewige Baustelle.
Die letzte Grundinstandsetzung begann 2003 und war eigentlich erst zur 1200-Jahr-Feier des Heiligen Ludgerus abgeschlossen. Neben Stabilisierungsarbeiten an Gewölben, die in vergangenen Jahrhunderten immer wieder verändert worden waren und deren ungleichmäßige Lastenverteilungen dazu führte, dass sich Risse im Mauerwerk bildeten, wurden auch Teile des Dachstuhls erneuert, Elemente aus Schiefer und Kupfer ausgetauscht.
Hier liegt die Problemzone: Die zuständige Abteilung Bau-und Liegenschaftsbetriebe, dem Wirtschaftsministerium in Düsseldorf unterstellt, und die beauftragte Baufirma, streiten sich darum, ob die Arbeiten fachgerecht durchgeführt wurden. Seit Dezember dringt immer wieder Wasser in den Innenraum ein. Nicht unwahrscheinlich ist, dass die eindringende Feuchtigkeit die Stabilität des gesamten Dachs bedroht. Der Dauerfrost der vergangenen Tage dürfte diese Gefahrenquelle eher speisen als mindern.
Zurzeit geben sich Gutachter die Klinke in die Hand. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats (GR) wurde schon einmal der Teufel an die Wand gemalt. Im schlimmsten Fall könne das Problem nur gelöst werden, indem alle Dacharbeiten wiederholt würden. „Das könnte ein Jahr dauern“, wie dem Gremium im Januar mitgeteilt wurde. Bereits im November deutete sich an, dass ein Teil der Kirche bzw. ihres Umfeldes auf unabsehbare Zeit nicht benutzbar sein könnte.
An die Gemeinderatsmitglieder wurden bislang nur wenige Beschwerden herangetragen. Die Werdener scheinen sich zähneknirschend mit dem Missstand arrangiert zu haben. „Im Moment sieht es so aus, dass die gutachterlichen Prozesse ihren Lauf nehmen, wir aber nur zuschauen können“, so bringt Bistums-Sprecher Ulrich Lota die Gemengelage auf den Punkt. Dem kann im Grunde auch Hans Reusteck, Architekt bei den Bau- und Liegenschaftsbetrieben NRW, nichts hinzufügen, was die katholischen Christen der Abteistadt sowie Besucher der Basilika als ermutigendes Signal verstehen könnten.
Das Angebot von Küster Adam Fitza steht: Wer schlecht zu Fuß oder auf den Rollstuhl angewiesen ist, möge sich bei ihm melden: „Dann helfe ich. Gar kein Problem.“
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