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Tanzen, was das Zeug hält

21.06.2012 | 17:00 Uhr

Jubel und viel Applaus in der Neuen Aula: Gleich drei Uraufführungen gingen über die Bühne der Folkwang - Tanzschmiede. Von zwei „gestandenen“ Choreografen stammten dabei zwei der Werke - von der bei den Folkwänglern vielgeliebten, ehemaligen Folkwang Tanzstudio-Leiterin neben Pina Bausch, der inzwischen freischaffenden Henrietta Horn und von dem Folkwang Lehrer und Künstlerischen Leiter des Folkwang Tanzstudios Rodolpho Leoni.

Ein drittes Werk schuf der Argentinier Leandro Kees, ein relativ junger Spund in der Riege der hehren Tanzschaffenden, der 2001 - 2006 sein Studium bei Folkwang absolvierte. Studenten des dritten und vierten Jahrgangs und Masterstudierende des Bereichs „Interpretation“ traten auf und man kann sagen: Sie tanzten, was das Zeug hielt.

Das mit „Tanzabend“ betitelte Werk des jungen Leandro Kees gab sich dabei als abwechslungsreiches, tanzfreudiges Stück, das die „Wenn“ und „Aber“, das „So“ und „Auch“ im Prozess des Schaffens einer Choreografie widerspiegelt. Gefälliges stand neben Destruktivem, das verrückte Gruppenbild neben solistischen Einsätzen.

Henrietta Horns Werk „fliegen verlernt vogel“ war wieder mal ein Meisterwerk des Zusammenspiels von Hörbarem und Sichtbarem. Staccato gesprochene abgerissene Wörter und Sätze in spannungsreicher Modulation beeinflussten die Körpersprache der beiden Männer und der Frau. Eine Ménage à trois voller Bewegung, expressiv und ekstatisch.

Rodolpho Leoni ließ seine sechzehn Tänzerinnen und Tänzer geschlagene 35 Minuten lang höchst akrobatische, fließende Bewegungen in Sequenzen vollführen. „It must have been moonglow“, ein Tanzwerk zu den atmosphärischen Klangwolken von Taylor Deupree , erzeugte den Eindruck einer unwirklichen, geisterhaften Gesellschaft von in den gleichen schwarzen Dress gewandeten Menschen, die sich nach unbekanntem Dirigat bewegten. Fremd und schön zugleich, Fluxus als Tanz.

Dagnar Schenk-Güllich

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