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Stoff- und Tuchmarkt

Selbermachen liegt klar im Trend

22.10.2012 | 15:14 Uhr
Selbermachen liegt klar im Trend
Möbeldesignerin Lena Pottgießer war von der Auswahl an Stoffen begeistert.Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Werden. Selbermachen liegt ganz klar im Trend. Darin dürften sich jedenfalls die – vermehrt weiblichen - Besucher des Stoff- und Tuchmarktes einig sein. Der große Andrang und das dichte Gedränge auf dem Schulhof des Werdener Gymnasiums beweist nicht nur, dass der Veranstalter, der Werdener Werbering, mal wieder alles richtig gemacht und sich dieses Ereignis längst weit über Essens Grenzen hinaus etabliert hat, sondern auch, dass das Schneider-Handwerk wohl so schnell nicht ausstirbt.

Niemand ohne Einkaufstüte

Wer gerne zu Nadel und Faden greift, für den (oder eher für die) ist der Markt das Paradies auf Erden. Geblümte, gestreifte, karierte, gepunktete oder Stoffe mit geographischen Mustern in allen erdenklichen Materialien, wie unter anderem Kord, Samt, Filz, Baumwolle, Wachs oder Seide. Ganz gleich, wofür „frau“ einen Stoff benötigt: Hier wird sie ganz sicher fündig. Und die passenden Kurzwaren wie Knöpfe, Garne oder Reißverschlüsse landen gleich mit in den Tüten.

Studentin Franziska Trappehl ist extra aus Münster angereist, um sich mit Stoffen für ihr Hobby einzudecken: „Die Auswahl ist einfach super. Die Reise hat sich definitiv gelohnt“, sagt die 23-Jährige zufrieden und zeigt stolz ihre Einkäufe, aus denen sie später Sweatshirts und „Loop-Schals“ nähen wird.

Irgendwie, so scheint es, geht hier niemand ohne Einkaufstüte vom Platz. Das Ehepaar Feldt aus Duisburg ist auf der Suche nach einem Stoff für eine neue Tischdecke, aber: „Jetzt es werden wohl mehrere Tischdecken“, sagt Jolanta Feldt und lacht. „Selbernähen ist toll. Man kann die Farben, die Muster und den Stoff bestimmen und hat anschließend ein individuelles Teil, dass bestimmt niemand hat.“

Neben ihr wühlt Lena Pottgießer in den Textilien. Auch ihr fällt die Wahl nicht gerade leicht. Und dass obwohl sie eigentlich nur mit ihrem Freund ein Eis essen gehen wollte: „Ich wusste gar nicht, dass hier heute dieser Markt ist, aber das trifft sich perfekt. Ich beziehe gerne mal Stühle neu oder nähe mir Taschen.“

Mit dem Eis-Essen muss sich ihr Freund jetzt noch eine Weile gedulden. Er sieht’s aber gelassen. Schließlich profitiere er auch davon, hat er doch bereits schon selbstgenähte Kissen von seiner Freundin bekommen.

Unter all den Männern, die offensichtlich nur die Tüten ihrer Frauen tragen oder gelegentlich mal beratend zur Seite stehen, findet sich dann tatsächlich ein junger Mann, der alleine – ohne weibliche Hilfe - hier einkauft. „Meine Frau hat mich beauftragt, ihr Stoffe mitzubringen“, erzählt Thomas Küppers-Schludi in der Hoffnung, dass er auch die richtigen Stoffe mit nach Hause bringt.

Julia Bodlin



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