Durchwachsene Bilanz
08.11.2010 | 17:06 Uhr 2010-11-08T17:06:00+0100
Essener Süden.Seit ziemlich genau einem Jahr ist die am 27. Oktober 2009 eingesetzte Bezirksvertretung IX für Werden, Kettwig und Bredeney im Amt – so ist es an der Zeit, einmal auf die bislang erzielen Ergebnisse zu schauen.
Das Jahr 2010 begann mit einem langen ersten Wartequartal ohne monetären Boden. Erst spät begannen die Haushaltsmittel für den Bezirk zu fließen, und das auch nur spärlich. Umso wichtiger also, wofür diese eingesetzt wurden. Ein positives Resümee über das in den vergangenen zwölf Monaten Geleistete zog Dr. Michael Bonmann in der jüngsten Sitzung der BV IX.
Neuer Kanalbau naht
Als erstes Ergebnis der guten Arbeit bezeichnete der CDU-Bezirksbürgermeister den Einbau einer neuen Mikrofonanlage im Sitzungssaal des Kettwiger Rathauses. „So können die Bürger uns jetzt besser verstehen.“ Mit Blick auf Werden fällt das Ergebnis allerdings eher durchwachsen aus. Die negativen Emanationen des Kanalbaus sind verschwunden, an der Laupendahler Landstraße stehen wieder Bäume und neue Bänke entlang des Ruhrufers. Auch die Brücke präsentiert sich samt Beetanlage und Blumenkübeln sehr gepflegt dank des Einsatzes von Grün und Gruga. Nichts passiert ist hingegen in Punkto Gesundheitsvorsorge für die Bürger. Für das Verkehrsproblem B 224 ist nach wie vor keine Lösung in Sicht, wenn eine solche auch von allen Fraktionen angemahnt wird. Nicht besonders aktiv zeigte sich der Arbeitskreis B224. Das aus Vertretern von Bürgern, Politik und Verwaltung zusammengesetzte Gremium tagte im gesamten Jahr 2010 ganze zwei Mal, Resultate liegen bislang so gut wie keine vor. Die für Oktober angesagte dritte Sitzung, in der das Thema Lärmschutz an der B224 im Mittelpunkt stehen sollte, fand erst gar nicht statt. Immerhin gab es jedoch im Arbeitskreis eine umfassende Information zu der für 2011 vorgesehenen Sanierung der Gustav-Heinemann-Brücke. Für die dringend notwendige Sanierungsmaßnahme, bei der die Oberfläche des Bauwerks, das tagtäglich von 40.000 Fahrzeugen passiert wird, eine neue Isolationsschicht zur Abdichtung gegen Wasser erhält, werden 1.300.000 Euro aus dem städtischen Haushalt bereit gestellt. Der Beginn der Arbeiten ist für Februar angesetzt, erst im November kommenden Jahres sollen sie abgeschlossen sein. Offen geblieben ist zugleich die Frage, wie der Kanalbau an Abtei- und Heckstraße, Hufergasse und Grafenstraße mit den Arbeiten an der Brücke koordiniert werden soll. Etwaige Verkehrsprobleme, die sich aus den Belastungen sowohl in der Ortsmitte wie an der Brücke ergeben konnten, wurden bislang kaum diskutiert. Dies betrifft insbesondere die Verkehrsanbindung Heidhausens und Fischlakens an Essen-City und Essen-Kettwig, auch in Hinsicht auf den Busverkehr an der B224, der wegen des geplanten Kanaleinstiegs Ecke Abteistraße/ Klemensborn nachhaltig behindert werden könnte. Aber auch die Autofahrer, die, traut man den bereits angebrachten farbigen Kanalbaumarkierungen auf der Fahrbahndecke, auf Höhe der Haltestelle Werdener Markt zum Verzicht auf eine der beiden Fahrspuren veranlasst werden könnten. Überhaupt ist in Werden schon vieles für den Kanalbau ausgemessen und auf Straßen und Gehwegen entsprechend markiert worden, so auch an der Heckstraße, wo es jedoch bislang an genauerer Information darüber fehlt, wie etwaige temporäre Sperrungen überbrückt werden sollen.
Gesundheitsgefahr Stau
Auch in Punkto Feinstaubbelastung an der Brückstraße, von der es gerüchteweise heißt, sie sei höher als an der in Essen am stärksten belasteten Gladbecker Straße, gibt es nichts Neues zu berichten. offizielle Zahlen liegen nicht vor, längst getätigte Messungen wurden nicht publik gemacht. Schlecht steht es auch um die Jugendprojekte im Bezirk. Bis heute warten die jungen Skater aus Kettwig und Werden vergeblich auf eine funktionstüchtige Sportanlage. Nach dem Rücktritt der Kinderbeauftragten der BV IX, Susanne Berger (Grüne) wurde bislang kein Ersatzmann für das Amt gefunden. In der Oktobersitzung vertagten die Bezirksvertreter das Problem auf den 30. November, wenn das Gremium letztmals in diesem Jahr tagt. Bis zur nächsten Sitzung dürften auch die jüngst von der Verwaltung angekündigten „Winterfällungen“ von insgesamt 138 Bäumen weitgehend abgeschlossen sein, auch wenn die BV die vorgelegte Auflistung per Beschluss zurückwies. Denn die Zeit läuft ungefragt weiter.
08:50
Wie bitte ist das zu verstehen:
Die negativen Emanationen des Kanalbaus sind verschwunden ...
Wikipedia: Emanation (von lat. emanare, herausfließen, entspringen) ist ein Begriff aus der Philosophie und bezeichnet das Hervorgehen der Dinge aus einem höheren (göttlichen) Ursprung. ...
Abwasser vom höheren göttlichen Ursprung? Wow, dieses Interpretation hätte ich nicht mal der WAZ zugetraut, Respekt.
15:02
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