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Ruhrtalschule

Auf dem Abstellgleis?

13.11.2012 | 16:21 Uhr
Auf dem Abstellgleis?
Eltern sorgen sich um die Zukunft der Ruhrtalschule an der Fischlaker Straße.Foto: Oliver Müller

Essen-Fischlaken. Oberhalb des Baldeneysees, mitten im Grünen, liegt sie: die Ruhrtalschule. Derzeit besuchen 105 Schülerinnen und Schüler in sieben Jahrgangsklassen die Förderschule; dabei werden sie von zwölf ausgebildeten Lehrerinnen und Lehren unterrichtet. Wodurch sich die Ruhrtalschule auszeichnet: Durch die zunehmende Schülerzahl, die in den letzten drei Jahren um fast 24 Prozent anstieg.

Kein Wunder, wird sie doch von vielen Eltern aus Bredeney, Heisingen, Stadtwald oder Rellinghausen oft als „Wunschschule“ genannt. Für diese und weitere fünf südliche Stadtteile ist die Ruhrtalschule zudem die zuständige Förderschule für das sogenannte „Lernen und emotional-soziale Entwicklung“ (LE-ES). Regelmäßige Weiterbildungen des Lehrpersonals garantieren eine qualifizierte Förderung der Kinder im Rahmen seiner individuellen Fähigkeiten.

Zum 31. Januar verabschieden

Hört sich alles sehr gut an; ist es auch. Bleibt allerdings die Frage: Wie lange noch? Die gute Arbeit der Schule scheint in Gefahr. Denn wenn es nach dem Förderschulentwicklungsplans geht, könnte die Ruhrtalschule ab dem nächsten Jahr nur noch als Nebenstelle fungieren – und zwar als Dependance der Theodor-Fliedner-Schule in Frohnhausen. Dieser Plan soll bereits zum 31. Januar 2013 verabschiedet werden.

Die Eltern, deren Kinder die Ruhrtalschule besuchen, haben erst vor wenigen Tagen davon erfahren. Und sie sind entsetzt. Nie hätte es ein Anzeichen gegeben; die Ruhrtalschule sollte doch eigentlich Stützpunktschule bleiben, erinnert sich Dietmar van Beem, Vorsitzender der Schulpflegschaft, und setzt dahinter ein großes Fragezeichen...

Anstatt die Ruhrtalschule weiter zu stärken, sieht der Plan also vor, diese Schule als Dependance der Frohnhauser Schule anzugliedern. Damit befürchten die Eltern zugleich, dass die Kinder aus dem Essener Süden womöglich auch in Frohnhausen betreut würden. „Das würde bedeuten, dass man quer durchs Stadtgebiet fahren müsste“, beklagt Monika Gottbrath, stellvertretende Vorsitzende der Schulpflegschaft.

Aber die Beunruhigung ist groß. Die Eltern vermuten sogar, dass es, wenn der Plan umgesetzt wird, zum Aus des Standortes in Fischlaken kommen könnte. „Wenn die Ruhrtalschule zur Dependance wird, dann befinden wir uns auf dem Abstellgleis. Dann werden wir erst zur Zweigstelle und danach geschlossen“, so ihre Befürchtung.

Auch van Beem befürchtet einen schleichenden Prozess: „Die Ruhrtalschule wird über kurz oder lang ausbluten.“ Und sie würde damit zu einem Opfer der knappen Kassen werden. Die Forderung lautet : Sicherung eines perspektivisch stabilen südlichen Schulstandortes durch eine Stärkung der Ruhrtalschule als langfristige Hauptstelle. Gemäß Elternwahlrecht im Rahmen der Inklusion sollte in jeder größeren Region ein gesicherter Förderschulstandort in zumutbarer Entfernung vorhanden sein.

Julia Bodlin



Kommentare
14.11.2012
09:48
Filetgrundstück
von schweinchen_schlau | #1

Nachtigall...

So mancher Makler wird schon seinen Bleistift spitzen.

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