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Werben fürs Klima und die „Inovation City“

15.10.2010 | 12:20 Uhr
Werben fürs Klima und die „Inovation City“
Foto: Lutz von Staegmann

Essen.„Innovation City“-Schlussspurt: Kurz vor Bekanntgabe der Gewinner-Stadt des Klimaprojekts rührt Essen die Werbetrommel bei Stadtteilbewohnern.

Beschleunigen, was fürs Klima gut ist: Energiesparlampen anknipsen, vom Auto aufs Fahrrad umsteigen, Wohnhausdächer dämmen oder umweltfreundliche Heizungsanlagen einbauen. Das klingt alles gut. Wenn Essen am 4. November den Wettbewerb „Innovation City“, ausgerichtet vom Initiativkreis Ruhr, gewinnen sollte, will das städtische Projektteam vieles davon auf den Weg bringen. Nicht von oben herab, sondern gemeinsam mit den 61.500 Essenern des Pilotareals aus Frohnhausen, Altendorf, West- und Nordviertel. Das Team „klima/werk/stadt/essen“ startete Donnerstag eine Werbeoffensive.

Klimabotschafter gesucht

„Es geht um Schneeballeffekte“, sagt Projektleiter Jochen Sander. Als Beispiel nennt er das Elektroauto, das derzeit keiner habe und es so nicht erlebbar sei. „Doch wenn mein Nachbar eines hat,

kann ich ihn dazu ausfragen“, so Sander. Für ihn ist die Beteiligung der Bevölkerung darum oberstes Gebot. Schließlich soll die Gewinnerstadt Vorzeigeregion für eine Welt sein, die das Klima schont, sich Gedanken über die Energie von morgen macht und mit der von heute schonend umgeht. Mitstreiter sind nötig.

„Darum brauchen wir nicht nur ein Projektbüro im Pilotgebiet, sondern auch Klimabotschafter, die klimabewusstes Handeln vorleben“, so Sander. Mit Plakaten und Flugblättern, die ein Werbeteam vorm Entscheidungstag verteilt, werden nun die Stadtteilbewohner ins Boot geholt. Zugleich kann jeder konkreten Ideen auf einer Internetseite anmelden (siehe Box).

„Natürlich muss man bei allen Vorschlägen im Detail gucken“, sagt Jochen Sander, „die Ideen müssen fürs Klima und fürs Portemonnaie gut sein.“ Doch: Im Projektgebiet leben überdurchschnittlich viele arme Menschen. Ein Großteil sind Hartz-4-Bezieher. Das Projektziel, den Kohlendioxid-Ausstoß von insgesamt 405.000 Tonnen zu halbieren, soll sie nicht aus dem Stadtteil verdrängen. „Diese Gefahr sehe ich nicht“, sagt Oberbürgermeister Reinhard Paß, „aber ich bin mir sicher, dass Altendorf und Frohnhausen durch ‘Innovation City’ attraktiver werden.“

Anne Wohland

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