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Wer den Makler bestellt, soll zahlen

23.10.2012 | 00:08 Uhr

Geht es nach der rot-grünen Landesregierung, sollen bald nicht mehr Mieter die Maklergebühren zahlen, sondern Vermieter. Wohnungsminister Michael Groschek (SPD) fasste die geplante Bundesratinitiative zusammen: „Wer den Makler bestellt, der bezahlt auch.“

Es ist ein Satz, den Siw Mammitzsch von der Mietergemeinschaft Essen sofort unterschreiben würde: „Das finden wir super! Schließlich hat der Mieter nichts vom Makler.“ Die meisten Mieter zahlten zwar die Provision, wenn sie so an eine Wohnung in der gesuchten Lage und Größe kommen. „Aber das Bewusstsein, für eine Leistung zu zahlen, die nur dem Vermieter nutzt, ist ausgeprägt.“ Der Deutsche Mieterbund, dem die Mietergemeinschaft angehört, fordere daher schon lange, „dass die Vermieter den Makler zahlen“.

Das Thema gebe es seit „ewigen Jahren“, bestätigt Makler Wolfgang Tullius. Doch das jetzige Verfahren habe sich bewährt: „Für Vermieter ist das Risiko groß, an einen Mietnomaden zu geraten. Wer uns mit Auswahl und Prüfung des Mieters beauftragt, ist besser geschützt.“ Den Einwand, dass der Mieter selbst wenig von dieser Prüfung habe, lässt Tullius nicht gelten: „Auch Mieter profitieren; etwa weil der Makler die Übergabe der Wohnung begleitet und mögliche Mängel protokolliert.“ Im übrigen sei es auch schon heute möglich, die Provision vom Vermieter zu erheben.

„Ich halte ein Eingreifen der Politik für überflüssig“, sagt der Geschäftsführer von Haus und Grund Essen, Werner Weskamp. „Man sollte das dem freien Spiel der Kräfte überlassen.“ Gerade in Städten wie Düsseldorf und Köln, wo Wohnungsmangel herrsche, sei es selbstverständlich für die Vermittlung zu zahlen. Auch in Essen gelte: „Wenn ich eine Wohnung haben möchte, erbringt der Makler doch eine Leistung für mich.“

Das freilich sähen viele Mieter ganz anders, glaubt Makler Alexander Raves von Schwab-Immobilien: „Die denken: ,Der kriegt für einmal Wohnung zeigen viel Geld.’ Dass ich manchmal ein Dutzend Besichtigungstermine und noch mehr Telefonate habe, sehen sie ja nicht.“ Manche Wohnung biete er drei Monate lang erfolglos an, andere könnte er zigfach vermieten.

In Stadtteilen wie Karnap, Katernberg oder Altenessen müssten bei ihm schon jetzt die Eigentümer die zwei Kaltmieten Provision zahlen. „Es bedurfte allerdings echter Überzeugungsarbeit, die Vermieter dazu zu bewegen. Die werden sich also auch ärgern, wenn der Gesetzgeber das jetzt grundsätzlich vorschreiben sollte.“ Er selbst aber sehe einer Änderung gelassen entgegen: „Ich habe Verständnis für das Anliegen der Mieter. Und wenn das zum Gesetz wird, müssen sich ja alle Makler umstellen.“

Christina Wandt

Kommentare
24.10.2012
19:05
Wer den Makler bestellt, soll zahlen
von a_ha | #3

Wer provisionsfrei wohnen möchte, kann sich bei den großen Wohnungsbaugesellschaften bewerben oder selber bauen/kaufen? Die Behauptung, Vermieter...
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1 Antwort
Wer den Makler bestellt, soll zahlen
von amo17 | #3-1

Die Sache ist doch ganz einfach.
Für den der Makler arbeitet, soll auch diesen bezahlen.
Wenn der Makler mir als Mieter mehrere Wohnungen auswählt und besichtigt, zahle ich für die Dienstleistung. Will oder kann der Vermieter nicht einen geeigneten Mieter suchen und überläßt das den Makler, soll er doch bitte für die Dienstleistung zahlen.

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Wer den Makler bestellt, soll zahlen
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2012-10-23 00:08
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