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Wenn sich die Geister scheiden...

18.11.2009 | 13:48 Uhr
Wenn sich die Geister scheiden...

Viele Studenten demonstrierten für bessere Bildung, aber andere fragten nach dem Sinn der Forderungen. AStA beteiligte sich diesmal an Demo für bessere Bildungschancen

Nachdem der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) der Uni Duisburg-Essen (UDE) sich lange von Studentenprotesten und Bildungsstreiks distanziert hat, beteiligte er sich kurzfristig an der gemeinsamen Demonstration von Schülern und Studenten in der Innenstadt. „Bei den bisherigen Protesten entsprachen manche Veranstaltungsformen nicht unseren Vorstellungen”, stellt Jan Bauer vom AStA klar. "Zudem mussten Studierende diesmal keine Nachteile durch die Teilnahme an der Demo in Kauf nehmen, so konnten wir die Aktion unterstützen." 

Vorlesungen und Seminare fielen zwar nicht aus, aber der Rektor der UDE hatte die Studierenden von ihrer Anwesenheitspflicht befreit. Dennoch gesellten sich zahlreiche Studenten zu den demonstrierenden Schülern, um mit teilweise zugeklebtem Mund, Transparenten, Trommelwirbeln und zeitweise lautem Geschrei die neugierige, bisweilen aber auch irritierte und verschreckte Öffentlichkeit in der Innenstadt auf die Bildungsmisere aufmerksam zu machen.

Jan Bauer vom AStA der Uni Duisburg-Essen

„Es muss etwas geschehen”, stellt Jan Bauer fest und erläutert die Forderungen der Studierenden. „In Hinblick auf das Bachelor-/Master-System brauchen wir unbedingt eine Reform der Reform, denn der Studienalltag zeigt, dass es so nicht geht.” Der Stundenplan sei einfach überfrachtet. „Das entspricht nicht dem Bildungsweg nach Humboldt'schen Idealen”, so Bauer, der in Zeiten der Globalisierung durchaus nichts gegen globalisierte Bildung einzuwenden hat. Eine weitere wichtige Forderung sei der Wegfall der Studiengebühren. „Bildung muss kostenlos sein, denn sie ist eine Ressource, von der der Staat zukünftig lebt”, stellt Bauer fest.

Abseits vom Demo-Trubel war auf dem Campus selbst nichts von der Aktion zu spüren. „Ich hatte gerade Mathe-Vorlesung”, erzählt Erstsemesterin Lisa (22). „Und jetzt muss ich noch was tun! Ich hab keine Zeit für Demos.” Und Moritz, Student der Wirtschaftsinformatik im dritten Semester, findet die Forderungen der Demonstrierenden „überzogen” und fragt sich nach dem Sinn, die Anwesenheitspflicht abzuschaffen. „Das wäre ja ein Freibrief nicht zur Uni zu gehen”, meint Moritz. Der 21-Jährige bestätigt aber, dass man sich ziemlich „reinhängen” müsse, um das Studium in der Regelstudienzeit zu schaffen. Doch die Studiengebühren empfindet er - obwohl auch er dafür arbeiten muss - nicht unerschwinglich. „Schließlich ist das landesweite Bahnticket enthalten.”

Die UDE selbst signalisiert Gesprächsbereitschaft. „Es gibt Punkte, über die man reden kann und muss”, so Pressesprecherin Beate Kostka. „Aber es ist eine Frage, wie dies geschieht.”

Andrea Kleemann

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20.11.2009
12:07
Wenn sich die Geister scheiden...
von dieser Student | #5

Nun warum ich für eine Anwesenheitspflicht bin ist einfach, es gibt eben Veranstaltungen die auf starke Beteiligung durch Studenten aufbauen oder bei denen es organisatorisch notwendig ist das die Studenten zugegen sind. z.B. hatte ich letztes Semester eine Projektveranstaltung bei der in Gruppen von mehreren Studenten ein gemeinsames Projekt aufgezogen wurde. Einmal wöchentlich gab es dann eben einen Pflichttermin zu dem alle Anwesend sein mussten um die Fortschritte und Ergebnisse dieser Woche zu Präsentieren. Ohne eine Anwesenheitspflicht nur schwer zu realisieren. Zwar durchaus auch noch möglich, aber unnötig kompliziert in meinen Augen.

Okay das mit dem Nebenjob kommt stark auf den Studiengang an, für einen WiInf Studenten ist es vtl. einfacher einen Studiums nahen Job als Studentische Hilfskraft zu finden, als z.B. für einen Philosophie Studenten, aber es gibt ja auch nicht zuletzt immer die Möglichkeit in der Fachschaft als Hilfskraft zu arbeiten. Manche Fächer suchen händeringend Tutoren.

Gruß

20.11.2009
09:27
Wenn sich die Geister scheiden...
von StillerBeobachter | #4

Dann würde ich mal auf eine Richtigstellung drängen...
Aber Gründe warum du für die Anwesenheitspflicht bist, finde ich immer noch nicht. (Außer für alleinerz.)
Gut, dass mit dem Semesterticket hast du nun erklärt. Es gibt aber genug Studenten, die eben ihren Plan nicht so flexibel gestalten können. Und nicht jeder findet einen Nebenjob der zeitlich passt. Waren nicht auch in der WAZ im Sommer Berichte, dass es aufgrund des Niedriglohnsektors so gut wie keine Stellenangebote für Studenten/Schüler gab?

19.11.2009
17:20
Wenn sich die Geister scheiden...
von dieser Student | #3

Ich weiß recht genau worum es bei der Anwesenheitspflicht geht. Und ich halte eben eine Abschaffung eben dieser für falsch. Ausnahmeregelungen für z.B. Alleinerziehende, keine Frage durchaus angebracht.

Die Sache mit dem Semesterticket ist ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen, mir ging es weniger um die Finanzierung des Tickets (Die Aufschlüsselung unserer Studien- und Sozialbeiträge kenne ich sehr wohl. ;) )
sondern um die dadurch resultierende Flexibilität.
ich arbeite z.B. in den Semesterferien im Köln-Bonner Raum. Ohne das Ticket würde das ziemliche Anfahrtskosten bedeuten, aber so lohnt es sich.
Ein Nebenjob ist übrigens auch nur ein NEBENjob. Eben einer der so angegangen werden sollte das man dafür keine Veranstaltungen ausfallen lässt. Gibt es auch genug Auswahl zu.
Und wenn jemandem die Semester zu dicht gepackt sind und er mehr Luft haben möchte. Es hindert ihn doch keiner daran seine Semester anders zu Planen und vtl. etwas nach hinten auszudehnen ( 1 bis 2 Semester anhängen). Die Regelstudienzeit ist schließlich kein absolutes Dogma. Sonst wäre jeder der ein Auslandssemester absolviert schon benachteiligt. Lieber so, als übers Knie brechen.

MfG

der total Ahnungslose Student Moritz ;)

19.11.2009
10:15
Wenn sich die Geister scheiden...
von StillerBeobachter | #2

Erschreckend wie wenig Ahnung der Student Moritz hat. Betr. Anwesenheitspflicht. Wer nicht in sein Seminar geht lernt auch nichts. Man schadet sich also nur selbst und muss mit den Konsequenzen leben, wenn man zB einen Schein machen will. Hier wird der Eindruck erweckt, dass man einen Schein bekommt, wenn man nicht hingeht.... Natürlich können andere für einen mitschreiben, aber darum geht es nicht.
Betr. Studiengebühren. In den 500 bezw. 480(?) Euro ist nat. nicht die Fahrkarte enthalten. Die Fahrkarte sowie der Beitrag für das Studentenwerk und die Abgabe für den ASTA sind extra zu bezahlen. Man fragt sich was aus so einem Studenten werden soll, der nicht einmal weiss worum es bei der Anwesenheitspflicht geht und was der Semesterbeitrag und die Studengebühr ist. Warum erklärt die WAZ nicht den Lesern, dass sich dieser Student irrt?
Wird so bewusst ein falsches Bild zitiert?

Worum geht es bei der Anwesenheitspflicht? Einfach darum, Nebenjob (auf den die Studenten ja angewiesen) und Studium unter einem Hut zu bekommen. Wer meint damit würde dann das Studium von alleine laufen, man könne einfach nur nioch Party machen, der täuscht sich gewaltig!

18.11.2009
14:21
Blockierter Kommentar.
von James.Brunt | #1

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