Wenn die Temperaturen zur Belastung werden

Wer es in den letzten Tagen heiß fand, sollte jetzt tief durchatmen: In den kommenden Tagen wird es noch heißer. „Annelie“ heißt das Hoch, das uns bis zum Wochenende Temperaturen von 38 Grad und mehr in Essen beschert. Ein Segen für Sonnenfreunde, ein Alptraum für Kinder und Senioren, die mit solchen Temperaturen teilweise massive Probleme haben. Wir haben bei besonders Betroffenen nachgefragt, wie sie mit dem Wetter umgehen.

„Noch ist es ruhig, aber unsere werden Einsätze erheblich zunehmen“, sagt Christian Krebber, Hausnotrufbeauftragter beim Deutschen Roten Kreuz in Essen. Das DRK hat zehn Rettungswagen im Einsatz. „Für die rechnen wir in den nächsten Tagen mit erhöhtem Aufkommen. Vor allem Senioren klagen bei der Hitze über Herz- und Kreislaufbeschwerden und Schwindel.“

Damit es nicht so weit kommt, sollten Aktivitäten reduziert und viel Wasser getrunken werden. Das behält nicht nur die Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen (GSE) im Auge. Die GSE betreibt in der Stadt sieben Seniorenheime mit knapp 1000 Bewohnern. „Das Arbeitspapier „Verhalten bei außergewöhnlichen Hitzeperioden“ ist Teil unseres Qualitätsmanagements“, erklärt Katja Seel, Leiterin des Zentralen Pflegedienstes. Ihre Mitarbeiterinnen achten darauf, dass sich die Bewohner schonen, viel Flüssigkeit zu sich nehmen und sich nicht zu warm anziehen. „Ältere Menschen tragen ja schon mal eher Polyester als Baumwolle. Das ist bei dem Wetter nicht so gut“, sagt Katja Seel. Einmal pro Stunde werden derzeit in den Einrichtungen gezielt Getränke serviert. „Damit niemand das Trinken vergisst.“

In den Krankenhäusern haben die Ambulanzen an den heißen Tagen mehr Arbeit: Neben „ausgetrockneten“ älteren Patienten kommen, sobald es schwül wird, auch Herz- und Lungenkranke vermehrt in die Kliniken. „Mit der Wärme steigen zudem gewisse Aktivitäten und damit auch Risiken“, erklärt Oliver Gondolatsch, Sprecher des Katholischen Klinikums Essen, in dem die Krankenhäuser in Stoppenberg, Altenessen und Borbeck organisiert sind. Die Folge: Bagatellverletzungen, wie Schnitt- oder Brandwunden, bei Heimwerkern, Hobbygärtnern, Grillfreunden, Sportlern und Badegästen nehmen zu.

Aktion: Hitze beschert Preis-Rabatt

„Rangeleien unter Alkohol und bei Hitze führen zudem zu Verletzungen aus handgreiflichen Auseinandersetzungen. Das bedeutet viel Arbeit für unsere Ambulanzen“, so Gondolatsch weiter. In den Kliniken laufen Klimaanlagen auf Hochtouren. Bei den Krupp-Krankenhäusern Rüttenscheid und Steele steht in den Ambulanzen neben Wasser auch Tee bereit.

Eine besondere Hitze-Rabatt-Aktion hat sich „Platzhirsch“, ein Warenhaus am Gemarkenplatz in Holsterhausen, einfallen lassen: Pro Grad Temperatur gibt es einen Prozent Rabatt. Die Kunden freuen sich auf deftige Hitze: Mit 38 Prozent Preisnachlass und mehr kann man schöne Schnapper machen.