Wenn die Operation dem Feuerwehrmann zurück ins Leben hilft

Prof. Sven Lendemans (l.), Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie im Steeler Alfried-Krupp-Krankenhaus, mit seinem Patienten Maximilian Melless.
Prof. Sven Lendemans (l.), Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie im Steeler Alfried-Krupp-Krankenhaus, mit seinem Patienten Maximilian Melless.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das nächste WAZ-Medizinforum am Montag im Krupp-Krankenhaus in Rüttenscheid informiert über Operationen.

Essen.. Den 6. Dezember 2014 wird Maximilian Melless nicht vergessen. Bei einem Einsatz wurde der Essener Feuerwehrmann schwer verletzt. Der Unfall veränderte sein Leben, ein offener Beinbruch warf ihn aus der Spur. Es waren Operationen im Alfried-Krupp-Krankenhaus in Steele, die ihn vor der Berufsunfähigkeit bewahrten. Ein halbes Jahr später kann der 23-Jährige wieder lächeln. „Ich bin zurück in der Spur. Und bald kann ich wieder arbeiten“, sagt der Brandmeister der Essener Berufsfeuerwehr.

Wenn Maximilian Melless lächelt und erzählt, huscht auch bescheidene Zufriedenheit in das Gesicht von Prof. Sven Lendemans. Der ist Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie im Steeler Alfried-Krupp-Krankenhaus und hat den Feuerwehrmann mehrfach operiert. „Er ist wieder auf einem guten Weg“, sagt der Mediziner über seinen Patienten.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Maximilian Melless wurde anfangs konservativ behandelt. Dann kamen Eingriffe, die nicht immer zwingend notwendig sind. Diesem Thema widmet sich das nächste WAZ-Medizinforum am nächsten Montag: „Hüfte, Knie, Wirbelsäule: Wann ist eine Operation sinnvoll?, heißt es dann im Alfried-Krupp-Krankenhaus in Rüttenscheid.

Die am Ende sechs Eingriffe bei Maximilian Melless brachten den gewünschten Heilungserfolg. Bei dem folgenreichen Einsatz vor einem halben Jahr, über den der 23-Jährige nicht gerne redet, wurde sein rechter Unterschenkel zertrümmert. Ein Fixateur kam damals in der Erstversorgung des offenen Bruchs, der hohe Infektionsgefahr birgt, zum Einsatz. Dieser Fixateur sorgte aber nicht für die gewünschten Fortschritte. „Es hätte sein können, dass Herr Melless nicht weiter als Feuerwehrmann hätte arbeiten können“, erklärt Prof. Lendemans. „Deshalb haben wir uns für den Verfahrenswechsel entschieden. Und das war richtig.“

Nah sechs Operationen wieder gehen

Der Essener Brandmeister erhielt zwei Titan-Implantate zur Stabilisierung der gebrochenen Knochen. Zudem wurden an dem schwer geschädigten Unterschenkel Hautlappen verpflanzt. Mit Erfolg: Nach sechs Operationen und vielen, vielen Stunden Physiotherapie hat Maximilian Melless seine Krücken weggelegt. Wenn er eine kurze Hose trägt, sind die Narben und roten Hautflecken oberhalb des Knöchels zwar unübersehbar. „Aber das ist egal“, sagt der Feuerwehrmann und lächelt zufrieden: „Ich bin wieder beschwerdefrei.“

„Die Operationen haben wie erhofft und erwartet geholfen. Der Bruch ist sehr gut verheilt“, sagt Prof. Lendemans. Maximilian Melless geht noch drei Mal pro Woche in die Reha. Bald wird der Patient kein Patient mehr sein. Sondern wieder ein gesunder Arbeitnehmer. „Die Kollegen fragen schon, wann ich zurückkomme. Und ich bin auch ungeduldig“, sagt der Brandmeister. Am 1. Januar soll er wieder einrücken. Dann ist er endgültig zurück in der Spur seines Lebens.