Wenn die Chemie stimmt
10.02.2012 | 20:27 Uhr 2012-02-10T20:27:00+0100
Essen. Anmerkungen zum Stadtgeschehen vonWolfgang Kintscher, Leiter der NRZ-Stadtredaktion Essen.
Neulich war Christoph Weckenbrock in der NRZ-Lokalredaktion zu Gast. Der Mann ist 29, Politikwissenschaftler, und brütet an der Uni Bonn gerade über seiner Doktorarbeit zum Thema schwarz-grüne Koalitionen. Er recherchiert, wie CDU und Grüne in Essen (und anderswo) einst angebandelt haben und wie sein Gegenüber sich wohl erklärt, dass am Ende fünf Jahre hielt, was mancher vor seinem geistigen Auge schon nach fünf Wochen hat scheitern sehen.
Tja, was sagt man da? Herr Weckenbrock bekam in seinen Block diktiert, dass einer der Gründe – und vielleicht war es ja der wichtigste – jener war, dass zwischen den Frontleuten der einen wie der anderen Partei „die Chemie stimmte“. Das ist schon deshalb ein gutes Sprachbild, weil es das letztlich harmonische Miteinander grundsätzlich verschiedener Elemente als eine Art Wissenschaft (v)erklärt, die man sich vielleicht selber nicht so recht begreiflich machen, von der man aber sagen kann, dass nur immer neue Versuche einen am Ende auf die richtige Formel bringen.
Die Sache mit der Chemie ist auch deshalb hilfreich, weil sie die Erkenntnis beinhaltet, dass auch Elemente einer Stoffgruppe, sagen wir mal: der Grünen, nicht zwangsweise eine segensreiche Verbindung mit allgemeinem Nutzen eingehen, sondern angelegentlich sogar ein explosives Gemisch bilden. Das lässt sich letztlich nur durch permanentes Experimentieren herausfinden, wobei zumindest in der politischen Chemie zwei dominierende Elemente auf die Dauer zu einer allzu heftigen Reaktion führen dürften. Die dabei freiwerdende Energie richtet sich dann entweder nach außen oder innen.
Mindestens ebenso wichtig wie die Frage, welche Elemente denn wie in welcher Dosierung zueinander passen, ist die Frage, wer sich da anschickt, das Labor zu leiten. Zu Zeiten der schwarz-grünen Koalition, so erinnerten wir uns, gab es eine Eingreiftruppe der führenden Politprofis von Schwarz und Grün, die die Gefahr allzu heftiger Reaktionen schon im Vorfeld abschätzen und verhindern sollten. Das hat ausgesprochen gut geklappt, zumal CDU und Grüne für ihre gemeinsame Experimentierphase vereinbart hatten, bestimmte Versuche mit erwartbar dramatischem Ausgang erst gar nicht durchzuführen.
Ob Herr Weckenbrock nach unserem Gespräch schlauer war? Er hat versprochen, uns seine fertige Doktorarbeit am Ende zuzuschicken, und wenn er unsere Argumente schlüssig fand, wird das wohl ein interdisziplinäres Projekt: Polit-Chemie, die Wissenschaft von den (un-)möglichen Verbindungen.
21:31
Ich verstehe Ihren Kommentar nicht, Herr Kintscher. Was wollen Sie dem Leser mitteilen? Wo ist der Mehrwert Ihres Artikels? Oder war der eigentlich für die nächste Mitgliederzeitschrift von Grünen und CDU gedacht und ist nur versehentlich in das Blatt Ihres Arbeitgebers gelandet? Zufällig gerade dann, wenn es mal wieder Zoff in den Reihen der heimlichen Koalitionäre gibt?
Anstatt sich mal tiefer mit der Frage zu befassen, was denn CDU, Grüne und ihre Mitläufer wirklich zusammenhält und was sie wirklich für unsere Stadt erreicht haben, wird hier die angeblich überparteiliche Zeitung dazu missbraucht, um Botschaften auszusenden, die entweder absolut entbehrlich oder an Einseitigkeit kaum zu übertreffen sind.
Wenn die Chemie zwischen Schwarz und Grün stimmen sollte, dann muss es sich bei der Chemie um ein Kleisterrezept handeln, welches als Hauptzutat Machtversessenheit beihaltet. Anders kann man es sich kaum erklären, dass man auch gerne noch FDP und EBB hineingemixt hat, um ja entgegen dem erklärten Wählerwillen weiter unsere Stadt zugrunde richten zu können!
15:36
Mit der Koalitionsräson der Vierfach-Koalition wird in Essen zum Thema A44/A52 nur noch von Vorortpolitikern Stellung genommen.
http://www.derwesten.de/staedte/essen/protest-gegen-tempo-100-auf-a44-im-essener-sueden-id6300531.html
Da lobe ich den Mut der Linken in Gladbeck, die mit der Veröffentlichung ihr zugespielter Gutachten urgrüne Taten vollbringt.
Erschreckend, dass bei dem öffentlich kommuniziertem Austritt aufgrund dieser Räson insgesamt nur 17 Stellungnahmen, und diese von 13 Teilnehmern, auf derWesten sind.
20:37
Also nachdem kürzlich eine grüne Außschussvorsitzende die Grünen verlassen hat und hierbei erklärte, dass die Essener Grünen nicht mehr grüne Ziele verfolgten, können wir bei aller Blindheit der Ausführungen von Herrn Kintscher nicht daran Glauben, dass die schwarzgrüne Koolation etwas mit der Chemie zu tun haben könnte! Das eine grüne Meinung zu der A52 Debatte die der schwarzen ähnelt, hat nichts mit Harmonie und guter Chemie zu tun! Es ist schlicht Betrug an den/ ie Wähler/innen! Vorzugeben, dass man grüne Interessen vertreten werde und letztlich dies dann nicht tut, wird von unserer lokalen Presse noch honoriert! Dies ist auch ein Zeichen einer befangenen Berichterstattung! Negative Probleme werden von Maibaum, Kintscher & Co. nicht weiter verfolgt! Warum wohl nicht?
Und eine Frage sei noch in diesem Zusammenhang erlaubt, warum zensieren Sie auf dieser Plattform so viel??? Mal darüber nachgedacht, dass es dokumentiert wird wievie und vor allem was Sie da alles zensieren???