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Wenn das Amt zum Wecken kommt

09.09.2008 | 19:15 Uhr

Die Zahl der Schulschwänzer, die zwangsweise zum Unterricht gebracht werden, hat sich in vier Jahren fast verdoppelt

Immer mehr Schüler werden vom Ordnungsamt unter Zwang zur Schule transportiert. Die Zahl der gestellten "Anträge auf Schulzuführung" stieg von 68 im Jahr 2004 auf 109 im Jahr 2007. Das geht aus dem Bericht "Ordnungsbehördlicher Jugendschutz 2007" hervor. Die Ratsfraktionen von CDU und Grünen äußern ihre Besorgnis.

Wenn Schüler regelmäßig über lange Zeit im Unterricht fehlen, können Schulen das Ordnungsamt einschalten. "Es gehört zu den letzten Mitteln, den Schüler wieder zum Unterricht zu bewegen", sagt Roswitha Tschüter, Leiterin der Hauptschule Karnap. "Wer mehrere Tage unentschuldigt fehlt, den versuchen wir zunächst anzurufen. Dann folgen Mahnbriefe. Helfen auch die nicht, folgt eine schriftliche Androhung der zwangsweisen Schulzuführung. Die bringt der Hausmeister persönlich vorbei und lässt sich den Empfang quittieren." Auch das Jugendamt werde über Schulschwänzer informiert.

Erst, wenn dann noch nichts geschehe, schreite das Ordnungsamt ein. Mit zwei Kräften, gekleidet in schwarzen Jacken mit der Rückenaufschrift "Ordnungsamt", werde der Schwänzer aufgesucht, berichtet Harald Wichmann, Außendienstkoordinator des Ordnungsamts. "Wenn wir Glück haben, wird uns geöffnet." Falls nicht, versucht es das Ordnungsamt in den kommenden Tagen erneut.

Der Schulschwänzer werde häufig aus dem Bett geholt. "Sie glauben gar nicht", sagt Wichmann, "in was für Verhältnisse wir da 'reinschauen." Eltern seien häufig schon morgens betrunken und vollkommen hilflos.

"Es gibt Fälle, da kommt jemand zwei Jahre nicht zur Schule", sagt Schulleiterin Roswitha Tschüter. "Oder jemand wird vom Ordnungsamt gebracht, ist in der ersten großen Pause aber schon wieder verschwunden." Die zwangsweise "Schulzuführung" erfolgt nur ein Mal. Wer danach wieder fehlt, dessen Eltern bekommen Bußgeldbescheide in Höhe bis zu 1000 Euro. "Erst dann", sagt Roswitha Tschüter, "ändert sich häufig etwas."

Wie hoch die Zahl der Schulmüden oder -verweigerer ist, kann man nur schätzen. Experten glauben, dass fünf bis acht Prozent der Schüler unterschiedliche Formen der "Schulverweigerung" an den Tag legen. In Essen wären das 4000 bis 6000 Kinder und Jugendliche. Die Zahl steigt.

"Schulverweigerer haben nur selten die ,Null-Bock'-Haltung", sagt Klaus Peter Kleinsimon, Leiter der psychologischen Schulberatungsstelle. "Manche haben Angst vor Überforderung oder Mitschülern. Andere können sich von zu Hause nicht lösen." Das habe oft einen tragischen Hintergrund - Gewalt in der Familie zum Beispiel. "Die Schüler wollen dann lieber daheim ihre Mutter vor dem aggressiven Vater beschützen, statt zur Schule zu gehen."

Von Martin Spletter

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Kommentare
25.07.2010
15:06
Wenn das Amt zum Wecken kommt
von Radic2004 | #8

Das Problem ist wahrscheinlich nicht die Nationalität, sondern die Eltern die ihren Sprösslingen nicht klarmachen können das eine Qualifikation wichtig ist wenn man nicht in einem Billiglohnland lebt und für einen Hungerlohn arbeiten muss. Kinder mit Migrationshintergrund haben natürlich das Problem das einige Eltern verpasst habe ihre Kinder vor dem 7. Lebensjahr mit der Sprache des Landes zu konfrontieren in dem sie in dritter Generation Leben (motiviert nicht wenn man in der Schule nicht mitkommt). Man sollte einen Anteil der Sozialleistungen in die Hand nehmen und Eltern und Kindern klarmachen das zu einem selbst bestimmten Leben eine Ausbildung gehört und nicht die Gängelung Sachbearbeiter bei irgendwelchen Ämtern.

10.09.2008
18:50
Wenn das Amt zum Wecken kommt
von medikazin | #7

@Marcel1977

ich würde mal einen Gang zurück schalten, denn du weißt überhaupt nicht was hier heute ,auf dieser Seite ab ging also schön die Füße still halten, aber ich glaube auf Grund deines noch recht jungen Alters kann man dir das verzeihen

10.09.2008
16:39
Wenn das Amt zum Wecken kommt
von Marcel1977 | #6

#2: So, so, Schweinefleisch macht dumm? Lass mich raten, Du hälst auch Homosexualität für eine Krankheit, gell?

10.09.2008
12:25
Wenn das Amt zum Wecken kommt
von M.E. | #5

Entschuldigung #4! Ich glaube vielmehr Du bist des lesens nicht mächtig. die Hauptschule in Karnap ist doch nur ein Besipiel von vielen. Egal ob es in Karnap, Bredeney, Werden oder Rüttenscheid ist, überall gibt es Schulverweigerer. Ich habe keinerlei Verständnis für solch ein Verhalten. Diesen Kindern und Jugendlichen sollte doch eigentlich klar sein, dass sie sich damit alle Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbauen.

10.09.2008
09:23
Wenn das Amt zum Wecken kommt
von P.U. | #4

Entschuldigung #2 und #3! Ich glaube ihr habt nicht richtig gelesen! HAUPTSCHULE KARNAP!!!!! Ich glaube die Deutschen Schüler an dieser Schule kann man an zwei Fingern abzählen!!!!!

10.09.2008
08:35
Wenn das Amt zum Wecken kommt
von medikazin | #3

Oh ich dachte Schweinepest und Rinderwahn wären vernichtet worden ,aber wenn ich lese was,der erste Schreiber da von sich gibt ,habe ich eher das Gefühl ,das er nicht in der Schule war, sonst könnte er richtig lesen und würde nicht so ein ****** von sich geben.
Durch (ich benutze jetzt mal deine Redensart) solches Gesocks wird in unserer Gesellschaft Gewalt geschürt.

10.09.2008
01:38
Wenn das Amt zum Wecken kommt
von britt | #2

Wo bitte steht denn in dem Bericht, das es sich bei den Schulverweigerern um Ausländer handelt ???
Habe da nicht mit einem Wort etwas zu gelesen.

Vielleicht solltest du mal was anderes naschen, als Schweinefleisch, dann könnte dein Hirn vielleicht auch wieder arbeiten. Aber vermutlich hast du gar keines, wenn du noch nicht einmal lesen kannst...

09.09.2008
22:35
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von rene.bogdanski | #1

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