Weniger Geld für Sponsoring

Die städtischen Tochtergesellschaften unter dem Dach der Holding EVV haben sich mit Jahresbeginn eine neue Richtlinie für den Umgang mit Spenden und Sponsoring gegeben. Das Ziel lautet: mehr Transparenz. EVV-Geschäftsführer Dirk Miklikowski will nicht verhehlen, dass dies auch unter dem Eindruck der EBE-Affäre geschieht. Tendenziell werden die städtischen Töchter künftig weniger Geld für Sponsoring ausgeben. Das aber hat andere Gründe.

So wird Allbau seine Sponsoring-Leistungen bereits dieses Jahr um 20 Prozent auf 460 000 Euro zurückfahren. Dirk Miklikowski, der auch Chef der städtischen Wohnungsgesellschaft ist, begründet dies mit finanziellen Vorgaben von Stadtkämmerer Lars Martin Klieve, der von den Stadttöchtern einen größeren Beitrag bei der Sanierung der städtischen Finanzen verlangt. Zwischen Miklikowski und Klieve schwelt darüber schon lange ein Streit.

Die abfallende Tendenz ist jedenfalls eindeutig: Denn 2014 hatte der Allbau noch 580 000 Euro für Sponsoring ausgegeben, 80 000 Euro davon aus der Allbau-Kulturstiftung. Das Geld kam Sportvereinen, sozialen Projekten und Veranstaltungen in Kooperation mit der Essen Marketing Gesellschaft (EMG) zugute.

Auch die Stadtwerke haben ihre Ausgaben für Sponsoring auf den Prüfstand gestellt und laut Unternehmenssprecher Dirk Pomplun je nach Bereich um 20 bis 30 Prozent gekürzt. Rund eine Million Euro will der städtische Versorger in diesem Jahr für Sport, Soziales, Kultur und Umweltprojekte bereitstellen. Es steht zu erwarten, dass auch andere Stadttöchter beim Sponsoring den Rotstift ansetzen werden.

Neu definiert werden soll auch die Frage, wer überhaupt noch auf Zuwendungen hoffen kann. Die neue Richtlinie der EVV soll bei dieser Frage als Orientierungshilfe dienen, heißt es. So müsse Sponsoring stets auch mit einer Gegenleistung verbunden sein und idealerweise auch zum unternehmerischen Ziel der jeweiligen Gesellschaft passen. Schwerer an Geld kommen dann etwa Treffs der Stadtgesellschaft wie „Reden mit Essen“, die früher vergleichsweise großzügig bedacht wurden, obwohl sie keinen karitativen Zweck verfolgen.

Der Allbau wie auch die Stadtwerke versprechen sich von ihrem Sponsoring einen Imagegewinn und setzen auf Kundenbindung. Dass beim Allbau mit 1,6 Prozent vergleichsweise wenige Wohnungen leer stehen, schreibt Dirk Miklikowski auch den Aufwendungen für Marketing und Sponsoring zu.