Wenig Interesse an Unterstützung durch Ehrenamtliche

Der Abend ließ viele Mitglieder der Flüchtlingsinitiative ratlos zurück. Erinnerungen an die Anfänge kamen zwangsläufig. Noch keine fünf Monate ist es her, da artikulierte sich auf Facebook erster offener Widerstand gegen die geplante Erstaufnahmeeinrichtung. Die Antwort war „Werden hilft“. Spontan gegründet, um mit den Themen Nächstenliebe und Willkommenskultur der harschen Fremdenfeindlichkeit, mit der auch Peter Renzel im Rahmen der ersten Infoveranstaltung deutlich konfrontiert wurde, etwas entgegenzusetzen.

Erste Treffen folgten, der Kreis der Unterstützer wuchs. Außerordentlich kompetent und fernab von jeglicher Sozialromantik bereitet sich „Werden hilft“ seitdem in verschiedenen Arbeitskreisen auf den Tag X vor. Auf den Tag, an dem die Flüchtlinge kommen. Man will vorbereitet sein, unterstützen, Angebote machen - einfach nur helfen.

Doch gerade Regina Broedenfeld von der Bezirksregierung Arnsberg scheint an dieser Hilfe nicht sonderlich interessiert zu sein. Geradezu zynisch war ihr Hinweis, dass heutzutage kein Flüchtling nackt ankomme. Was wollte sie damit wohl sagen? Eine Kleiderkammer ist also überflüssig? Die muss der Betreiber zwar vorhalten, aber die geplante Größe von drei Räumen, die jeweils nur 17 Quadratmeter haben, zeigt, welche Wertigkeit der Einsatz der Ehrenamtlichen hat.

Die Mitglieder von „Werden hilft“ dürfen sich mit Fug und Recht missbraucht fühlen. Sie waren gut, um im Stadtteil ein angenehmes Klima zu schaffen. Wenn die Einrichtung ihre Arbeit aufgenommen hat, scheint Hilfe von außen unerwünscht - gebraucht werden sie dann wohl nicht mehr. Doch von Resignation ist bei „Werden hilft“ nichts zu spüren - getreu dem Motto „Jetzt erst recht“ wird man sich weiter engagieren.