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Weltpolitik in der Aula

22.01.2008 | 20:11 Uhr
Weltpolitik in der Aula

UNTERRICHT. Studenten und Gymnasiasten simulierten eine Abstimmung im Sicherheitsrat der Uno.

Pausen können nie lang genug sein. Doch der Gong hallt unmissverständlich durch die Aula der Alfred-Krupp-Schule in Frohnhausen. Fünf Minuten seien noch drin, kündigt die Moderatorin an. Dafür bedürfe es eines schriftlichen Antrags. Die Schüler und Studenten lassen sich nicht lange bitten - schließlich geht es nicht um eine Zigarettenpause, sondern um Krieg und Frieden. Denn die Sicherheitslage im Irak steht auf der Tagesordnung.

Im Rahmen der ersten Uno-Modellkonferenz (Model United Nations, kurz MUN) an einer Essener Schule übernehmen Schüler und Studenten die Rolle der 15 Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates. Jeweils ein Schüler und ein Student bilden ein Team. Schnell stellt sich heraus, dass es sich "nicht nur um ein lockeres Rollenspiel handelt", sagt der Politikwissenschaftler Dieter Reinhardt, der seine Studierenden zu MUN-Konferenzen um die Welt schickt. Denn auch wenn sich die Möchtegern-Diplomaten nicht immer gern in ihre Rolle fügen, so findet doch "eine Identifiaktion mit der Rolle statt", so Reinhardt.

Dafür sorgt schon die Vorbereitung. Denn die Zweierteams müssen sich mit der Aufgabe auseinandersetzen, die außenpolitischen Positionen von Staaten wie Indonesien, Belgien, Panama oder Burkina Faso besser kennen zu lernen. Neben Fachliteratur steht den Teams auch die Online-Recherche zur Verfügung.

Keine Einigung beim Thema "Irak"

"Einige Studenten suchen auch die Vertretungen des jeweiligen Landes auf, um sich zu informieren", sagt Dieter Reinhardt. Zudem gebe die Modellkonferenz den Lehramtsstudenten zugleich die Möglichkeit, Erfahrungen mit dem Schulalltag zu sammeln.

Eine besonders schwierige Aufgabe hat Saliha Kubilay übernommen: Die 24-jährige Studentin schlüpft in die Rolle Libyens Politik: "Als Land, das vor ein paar Jahren noch als Schurkenstaat galt, sollte man nicht zu anti-amerikanisch auftreten", sagt sie diplomatisch.

Nach zweieinhalb Stunden haben die Nachwuchsdiplomaten noch immer keine Lösung gefunden - trotz der Gespräche in der Sitzungspause. Lisa-Marie Buschfort, die Großbritannien vertritt, ist aber sicher, "mehr über die Zusammenhänge erfahren zu haben". Apropos Abstimmung: Am Ende konnten sich die Veto-Mächte nicht einig werden über eine Irak-Resolution.

CARSTEN HEIN

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Kommentare
23.01.2008
15:06
Weltpolitik in der Aula
von Simon Dames (Burkina Faso) | #1

Kleiner Lapsus?
Das Foto hat leider nichts mit der MUN-Simulation zu tun. Weder die abgebildetetn Schüler noch das Plakat waren auf der Sitzung zu sehen.

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