Weitere Großbaustelle in Essen belastet die Autofahrer

Noch ein Engpass: Die Essener Straße ist nur noch Richtung Stoppenberg befahrbar. Die Evag tauscht dort die Gleise aus.
Noch ein Engpass: Die Essener Straße ist nur noch Richtung Stoppenberg befahrbar. Die Evag tauscht dort die Gleise aus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Trotz der A40-Sperrung ab Mittwoch wird im Norden ein weiterer Engpass die Autofahrer in Essen ausbremsen – und zwar auf der Essener und Stoppenberger Straße.

Essen.. Wer durch Essen will, der braucht als Autofahrer in diesen Tagen und Wochen Nerven aus Stahl.

Vom 1. bis zum 8. Juli wird die Autobahn A 40 zwischen Autobahndreieck Essen-Ost und Anschluss Gelsenkirchen-Süd Richtung Bochum gesperrt – anschließend vom 11. bis zum 24. Juli Richtung Duisburg. Die Pendler müssen sich durch die Umleitungsstrecken Steeler Straße, Ruhrallee und Westfalenstraße quälen.

Und nicht nur dort. Zudem kommt auf einer Hauptachse im Norden der Verkehr zum Stehen: Großbaustelle auf der Essener und Stoppenberger Straße. Die Liberalen sind verärgert. Musste das sein, ausgerechnet jetzt?

Nur noch Einbahnstraße

Auf dem 400 Meter langen Abschnitt tauscht die Essener Verkehrsgesellschaft Evag die Gleise für die Straßenbahn-Linie 107 aus. Deshalb ist die große Verkehrsader zwischen Graf-Beust-Allee und Esternhovede nur noch Einbahnstraße. Und das bis in den August.

Die FDP-Fraktion hat dafür kein Verständnis, zumal die Stadt doch zugesichert habe, dass parallel zur Sperrung der A 40 keine weitere Großbaustelle in Essen errichtet werde. Das Rathaus weist den Vorwurf zurück. Die Zusage würde nur für die Umleitungsstrecken nach der A 40-Sperrung gelten.

Thomas Spilker, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, bleibt bei seiner Kritik: „Dass es nun in Stoppenberg während der gesamten Ferienzeit zu großräumigen Umleitungen kommt, die den Lkw-Verkehr durch Wohngebiete führen, ist planerisch fragwürdig. Die Anwohner müssen sich auf immense Belastungen einstellen.“

Eine Alternative sieht die Stadt aber nicht. Gleisbauarbeiten in diesem Umfang seien nur in der „verkehrsärmeren Zeit“ möglich, erklärt Rathaus-Sprecher Martin Rätzke.

Gleise über 30 Jahre alt

Und dafür kommen in diesem Fall nur die Sommerferien in Frage, ergänzt Evag-Sprecher Olaf Frei. Während der Schulzeit hätten die Ersatzbusse nicht ausgereicht. „Auf dieser Strecke befinden sich vier Schulen“, so Frei.

Auch eine weitere Verschiebung der Bauarbeiten wäre nicht verantwortbar gewesen. Die Evag wollte schon im vergangenen Sommer neue Schienen einbauen. Das hatte die Stadt damals abgelehnt – wegen der Sperrung der Alfredstraße.

Jetzt aber sei es höchste Zeit, dass die Arbeiter der Evag ausrücken. „Die Gleise sind schon über 30 Jahre alt. Noch länger können wir nicht warten“, sagt der Sprecher.