Weiter auf Achse für Essens Nachwuchs

Im September 2012 ist das Kindergesundheitsmobil in Essen an den Start gegangen.
Im September 2012 ist das Kindergesundheitsmobil in Essen an den Start gegangen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Kindergesundheitsmobil geht in die Verlängerung: Die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung finanziert das bundesweit einmalige Projekt für weitere eineinhalb Jahre.

Essen.. Es ist Unterstützung, die im besten Wortsinne ankommt: Seit nunmehr drei Jahren ist das Kindergesundheitsmobil in der Stadt auf Achse, gibt Gas für das Gedeihen des Nachwuchses und ist viel mehr als nur ein Laster von acht Metern Länge und 18 Tonnen Gewicht. Das Angebot ist vor allem bundesweit einmalig und nicht mehr wegzudenken aus dem Portfolio der Vorsorge für den Nachwuchs dieser Stadt. Und damit man sich mit der unliebsamen Vorstellung von der natürlichen Endlichkeit eines solchen Pilotprojekts erst gar nicht näher beschäftigen muss, steuert der Geldgeber jetzt nach und die notwendigen finanziellen Mittel bei: Mit rund 600.000 Euro kann die mobile Beratung, die 2012 erstmals an den Start ging, eineinhalb weitere Jahre sicher über die Straßen der Stadt rollen und Kinder wie Eltern den Weg weisen, den sie allein zu gehen scheuten: hinein in die medizinische und pädagogische Regelversorgung, die sie sonst aus den unterschiedlichsten Gründen gar nicht oder nur sporadisch in Anspruch genommen hätten – samt aller Nebenwirkungen und Risiken.

Die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung, die Stadt Essen und der örtliche Kinderschutzbund haben aber nicht nur beschlossen, die Projektphase zu verlängern. Das Angebot wird zudem in die Fläche gehen: Statt der bislang nur sechs Standorte im Norden und in der Innenstadt werden künftig insgesamt 17 Stadtteile im Wechsel angefahren.

Das Angebot geht in die Fläche

Ein wichtiger Teil des Angebots ist dabei der so genannte Kindergesundheitspass, der in den vergangenen Monaten bereits mehr als 800 Mal ausgestellt wurde. Um ihn zu bekommen, durchlaufen die Kleinen in maximal acht Wochen eine Art Wissens-Parcours für Kinder zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Bewegung und Wahrnehmung.

„Wir werden die nächsten Monate nutzen, um dieses zukunftsweisende Projekt weiterzuentwickeln“, kündigte Micha Wirtz, Vorstand der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung, gestern an. Was in Teilen bereits geschehen ist: Neben den bekannten öffentlichen Plätzen im Norden der Stadt sucht das Kindergesundheitsmobil inzwischen auch Übergangswohnheime für Asylbewerber auf. Der Fokus liegt dabei auf der medizinischen Beratung der dort lebenden Familien. Eltern sollen für die Gesundheit ihres Nachwuchses sensibilisiert und über Möglichkeiten von Impfungen informiert werden, um mögliche Erkrankungen sozusagen im Keim zu ersticken.

9573 kleine Besucher an Bord des Gesundheitsmobils

Stadtweit hat das mobile Team allein im vergangenen Jahr 9573 kleine Besucher an Bord des Gesundheitsmobils begrüßen und beraten können. Pro Termin an einem Standort waren das durchschnittlich bis zu 68 Kinder und 24 Erwachsene.

In der nun bis März 2017 verlängerten Pilotphase macht das Kindergesundheitsmobil halt in den Stadtteilen, in denen die Kinder laut der städtischen Schuleingangsuntersuchungen mit dem größten Unterstützungsbedarf leben. Das sind: die Innenstadt, Altendorf, Bergeborbeck/Vogelheim, Bochold, Altenessen-Süd, Altenessen-Nord, Südostviertel, Katernberg, Frohnhausen, Kray, Freisenbruch, Karnap, Südviertel, Holsterhausen und Dellwig/Gerschede.