Weg zur städtischen Sekundarschule gestaltet sich in Essen weiter zäh
16.10.2012 | 18:44 Uhr 2012-10-16T18:44:00+0200
Essen. In einem knappen halben Jahr laufen an den weiterführenden Schulen die Anmeldungen für das Schuljahr 2013/2014. Der Weg zur Einführung einer städtischen Sekundarschule gestaltet sich weiter zäh.
In einem knappen halben Jahr laufen an den weiterführenden Schulen die Anmeldungen für das Schuljahr 2013/2014. Ob Eltern, deren Kinder dann die Grundschule verlassen, in ihre Überlegungen die Option Sekundarschule einbeziehen können, ist weiterhin offen – der Weg zur Einführung der neuen Schulform in Essen gestaltet sich zäh. Nur eine der „Entwicklungskonferenzen“ in den neun Stadtbezirken, mit denen die Verwaltung den Diskussionsprozess ankurbeln wollte, steht noch aus, und bislang hält sich die Begeisterung der Schulen offenbar in Grenzen.
„Nicht am grünen Tisch beschließen“
Während die unter schlechten Anmeldezahlen leidenden Hauptschulen in der Sekundarschule zwar die Chance auf lebenserhaltende Maßnahmen sehen, sind die Realschulen vorsichtig. Es gebe „unterschiedliche Einschätzungen“, hatte die Verwaltung bereits im Frühsommer festgestellt. Ob sich das mit den Enwicklungskonferenzen geändert hat und ob sich irgendwo Anknüpfungspunkte ergeben, will Schuldezernent Peter Renzel (CDU) nach dem nächsten und letzten Treffen sondieren. Renzel betont weiterhin, man werde nicht gegen den Willen von Eltern und Schulen agieren. „Wenn wir so etwas am grünen Tisch beschließen, kommen wir nicht weiter.“
Auf mehr Aufklärungsarbeit drängt denn auch die Politik im Stadtbezirk VI (Katernberg, Schonnebeck, Stoppenberg), wo die Mehrheit der Bezirksvertreter durchaus gerne eine Sekundarschule sähe. „Wir würden das befürworten“, sagt André Vollmer, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Die brachte in der jüngsten Sitzung der BV – gegen die Stimmen unter anderem der CDU – einen Antrag durch, der helfen soll, den Boden zu bereiten.
Die Verwaltung möge „alle Eltern im Einzugsgebiet des Bezirkes VI über die konzeptionellen Inhalte der Sekundarschule umfassend informieren“ sowie „die vorgeschriebene förmliche Elternbefragung zur Einrichtung einer Sekundarschule bis Ende 2012 durchführen und auswerten“. Man habe diesen Antrag gestellt, um darauf hinzuweisen, „dass wir mit der Gustav-Heinemann-Gesamtschule nur noch eine eigenständige weiterführende städtische Schule im Bezirk haben“, so Vollmer. „Wir möchten nicht, dass unser Bezirk bildungspolitisch ausblutet.“ Zugleich betont auch Vollmer, eine neue Schulform müsse breite Akzeptanz haben. „Wenn die Eltern nicht wollen, dann nicht.“
-
Seite 1: Weg zur städtischen Sekundarschule gestaltet sich in Essen weiter zäh -
Seite 2: Dinnendahl-Realschule: zwei Standorte, ein neuer Leiter
|
|
1 | 2 |

19:12
@ bb | #3
Eltern, denen an einer guten Bildung und individuellen Förderung ihrer Kinder liegt, werden heutzutage sicherlich keine Realschule mehr auswählen. Wer immer es sich finanziell leisten kann, wird zunehmend Gymnasien und Privatschulen auswählen.
Gründe:
1. In übervollen Klassen (die Regel sind 30 und mehr Schüler!) ist keinerlei individuelle Förderung mehr möglich.
2. Je weniger Hauptschulen übrig bleiben, umso mehr werden die verbleibenden Realschulen zum Auffangbecken für alle Schüler, die von Gymnasien und Gesamtschulen ausgewiesen werden sowie für die früheren potentiellen Hauptschüler.
3. Ab dem nächsten Schuljahr kommen durch die dann verbindliche Inklusion auch noch behinderte Kinder in die übervollen Klassen. Das Chaos ist absehbar.
16:26
Eine Sekundarschule in der Großstadt steht in Konkurrenz zu Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien in unmittelbarer Nähe. Sie muss allerdings auch die SchülerInnen aufnehmen, die nach ihren Leitungen und Veranlagungen bisher nur auf eine Hauptschule gegangen wären. Das hebt nicht unbedingt das Leistungsniveau, vorsichtig ausgedrückt. An der Bildung ihrer Kinder interessierte Eltern werden die Sekundarschule nur als letzte Option akzeptieren, nach Gymnasium, Gesamtschule und echter Realschule.
Die Sekundarschule hat keine Oberstufe, wird auch daher in der öffentlichen Wahrnehmung geringer eingeschätzt als die Gymnasien und Gesamtschulen der Umgebung.
Insgesamt ist die Sekundarschule nur ein fauler politischer Kompromiss; der kleinste gemeinsame Nenner in der Schulpolitik, dem die CDU zustimmen konnte, ohne einen neuen Schulkampf in NRW zu starten. Sinnvoll sind Sekundarschulen, wenn überhaupt, nur im ländlichen Bereich, um die Schule im Dorf zu lassen!
Also doch - Schule zweiter Klasse..... Und warum wird die so propagiert? Seeehr merkwürdig.
15:02
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:34
Wer hat eigentlich diesen dummen Namen erfunden? Sekundarschule hört sich an wie Schule zweiter Wahl.....