Das aktuelle Wetter Essen 5°C
Dokumentation

WDR-Doku „Die Ermittler“ zeigt echte Polizisten bei der Arbeit in Essen

22.09.2012 | 11:30 Uhr
WDR-Doku „Die Ermittler“ zeigt echte Polizisten bei der Arbeit in Essen
Die beiden Kriminalkommissare Rolf Kullmann und Nicole Brandenburg wirken in der WDR-Dokumentationsserie „Die Ermittler“ mit.Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Im WDR-Fernsehen gibt es ab Samstag eine Doku-Serie, die zwei Essener Polizisten bei ihrer Arbeit begleitet. Raub, Vergewaltigung, Mord, Selbstmord – die beiden Kriminalkommissare könnten mit ihren Erlebnissen wahrscheinlich Bücher füllen.

Rolf Kullmann und Nicole Brandenburg befassen sich meist mit den Schattenseiten des Lebens. Mit Raub, Vergewaltigung, Mord , Selbstmord – die beiden Essener Kriminalkommissare könnten mit ihren Erlebnissen wahrscheinlich Bücher füllen. Ihre Arbeit verrichten sie meist unbemerkt von der Öffentlichkeit - bis heute Abend. An diesem Samstag nämlich startet die fünfteilige WDR-Doku-Serie „Die Ermittler“ (WDR, 18.20 bis 18.50 Uhr).

Zehn Nächte lang hat ein dreiköpfiges Filmteam den beiden Polizisten bei ihren Einsätzen über die Schulter geschaut, war bei Festnahmen und Vernehmungen dabei, hat Tatorte abgelichtet und menschliche Tragödien. Ohne Schnickschnack lassen sie die Bilder für sich sprechen, wollen einen möglichst lebensnahen Einblick in die kriminalistische Arbeit ermöglichen.

Die beginnt für das Ermittler-Team aus Essen immer dann, wenn der brave Bürger nach getaner Arbeit vor dem Fernseher sitzt oder längst im Bett liegt. „Wir machen nur Spät- oder Nachtdienst, werden in der Regel angefordert, wenn die Schutzpolizei vor Ort meint, dass eine größere Untersuchung nötig ist“, sagt Rolf Kullmann.

Mit einer Spezial-Kamera

Der 55-Jährige wirkt so, wie man sich den Prototyp eines Kriminalkommissars vorstellt: Ruhig und konzentriert wählt er seine Worte mit Bedacht, betrachtet sein Gegenüber mit großer Aufmerksamkeit. Seinem Blick scheint nichts zu entgehen.

Info
Fünf Sendetermine, immer samstags

Die fünfteilige Doku-Serie

läuft wöchentlich, jeweils samstags, im WDR von 18.20 bis 18.50 Uhr.

Neben dem Ermittler-Team aus Essen werden zwei weitere Teams aus Oberhausen aus nächster Nähe gezeigt.

Die Sendung heißt „Die Ermittler“. Die erste Folge trägt den Titel „Echte Nervensache“. Die Dreharbeiten dauerten ein halbes Jahr. Sie stammen von Autoren der „hier und heute“-Reihe.

38 Jahre ist er schon im Dienst; dass sein vielfältiger Arbeitsalltag jetzt im Fernsehen gezeigt wird, macht ihn auch ein bisschen stolz. Die Dreharbeiten seien sehr unkompliziert gewesen, das Filmteam hätte sich schnell integriert. Gedreht wurde mit einer kleinen unauffälligen Spezialkamera, „bereits nach wenigen Stunden haben wir eigentlich gar nicht mehr wahrgenommen, dass wir gefilmt werden“, sagt die 33-jährige Nicole Brandenburg.

Sie ist das passende Pendant zu ihrem Kollegen: Jung, weiblich, temperamentvoll. Sie steht zwar am Beginn ihrer Karriere, besitzt aber die Portion Einfühlungsvermögen die nötig ist, um gute Arbeit zu leisten. Genau diese Mischung braucht ein erfolgreiches Team, erzählt sie. Wenn es darum geht, Frauen zu durchsuchen, zu vernehmen oder bei Verdacht auf Sexualstraftaten zu befragen, sei es mehr als nützlich, wenn eine Kriminalbeamtin dabei sei.

Schreibarbeit, die sonst keiner sieht

Über die abgelichteten Fälle möchten die beiden nicht so viel verraten, „die Leute sollen sich schließlich die Sendung anschauen“. So viel sei verraten: In einer Folge werden die Ermittler in eine Wohnung gerufen, in der sich ein Mann erhängt hat. Die Polizisten treffen dort auf die Angehörigen.

Erstaunt waren sie über die Reaktion der Beteiligten auf die Dreharbeiten : Beschuldigte, Verdächtige, Angehörige und Zeugen hätten überwiegend keine Einwände gehabt. „Das Dreh-Team hat alle rechtlichen Fragen geklärt, damit mussten wir uns gar nicht befassen“, sagt Kullmann. Nur einmal, so der Kriminalkommissar, sei die Professionalität des Dreh-Teams erschüttert worden, „als wir Angehörigen eine Todesnachricht überbringen mussten“. Auch das, so Kullmann, gehöre zu ihren Aufgaben.

Dokumentarfilm
WDR zeigt Doku über Rivalität zwischen BVB und S04

BVB gegen Schalke – das ist mehr als Fußball. Der Dokumentarfilm „Rivalen auf dem Platz“, den der WDR am 19. Oktober zeigt, greift die Rivalität zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 auf. Zu Wort kommen auch WDR2-Sportchefin Sabine Töpperwien, Ilkay Gündogan (BVB) und Benedikt Höwedes (Schalke).

Ebenso wie die Routine nach der kriminalistischen Arbeit vor Ort: „Was wenige wissen: Wenn wir nach einem Einsatz ins Präsidium zurückkehren, wartet jede Menge Schreibarbeit auf uns“, sagt Nicole Brandenburg. Für die Strafverfolgung muss alles bis ins Detail protokolliert werden, „das sieht man in den fiktiven Kriminalserien nie“. Auch nicht die vielen skurrilen Gestalten, die sich aus Langeweile nachts in der Wache einfinden. „Manchen fällt nach den Tagesthemen ein, doch mal eine Anzeige aufzugeben. Die landen dann auch bei uns“, sagt Rolf Kullmann.

Inzwischen gehen Nicole Brandenburg und Rolf Kullmann wieder getrennte Wege, bilden mit anderen Kollegen ein Team. Den ersten Sendetermin erwarten sie mit großer Spannung und in der Überzeugung, dass ein realistisches und seriöses Bild ihrer Arbeit „auf der Schattenseite des Lebens“ gezeigt wird.

Vera Eckardt


Kommentare
23.09.2012
20:58
WDR-Doku „Die Ermittler“ zeigt echte Polizisten bei der Arbeit in Essen
von Sushi73 | #3

@Ruhrius:
In Kanada oder den Staaten verdienen Cops mindestens das doppelte, manchmal auch dreifache im Vergleich zu deutschen Polizisten in ähnlichen Funktionen / Regionen....
Ein Kriminalhauptkommissar, der in einer Spezialeinheit Dienst versieht und entsprechende mehrjährige Fortbildungen und Auswahlverfahren (`Elite`) hinter sich hat, verdient unwesentlich besser als ein Brandobermeister der Feuerwehr mit allen Zukagen die der Rettungsdienst mit sich bringt. Und die Stunde Mehrdienst bringt, wenn sie überhaupt auszahlungsfähig ist, ca. 10 Euro netto. Die zusätzliche Krankenversicherung mit Risikozuschlag für Spezialeinheiten frisst die Gefahrenzulage von 150 Euro brutto locker auf. Also kommt nicht mit hochverdienenden Polizisten....

22.09.2012
15:02
WDR-Doku „Die Ermittler“ zeigt echte Polizisten bei der Arbeit in Essen
von AnetteP | #2

Ruhrius | #1-1".....dass Polizisten in unserer egoistischen und oft gleichgültigen Gesellschaft eine wichtige Funktion haben."

Ja, ja die heutige Gesellschaft. Schauen Sie sich doch mal die WDR Dokumentation "Als die Polizei noch im Käfer kam" an.

Da hatte natürlich DIE GESELLSCHAFT Respekt vor der Polizei???

22.09.2012
09:13
WDR-Doku „Die Ermittler“ zeigt echte Polizisten bei der Arbeit in Essen
von Komisch66 | #1

Endlich wird den "stillen Helden" des Alltags einmal ein entsprechender Platz in den Medien eingeräumt. Dies ist schon lange überfällig, denn gerade die Polizei macht einen klasse Job und ist immer dann aktiv und bereit, wenn wri alle längst unseren Feierabend geniessen können. Leider kommt es vor, dass der Polizei in unserer heutigen Zeit immer weniger Respekt entgegen gebracht wird und dies ist ein Unding. Frei nach dem Motto: Keiner mag sie, aber wenn etwas passiert, sollen sie gefälligst schnell da sein und helfen."
In der momentanen kalten Gesellschaft sind die Polizisten wichtiger denn je und es bedarf einer deutlichen Erhöhung des Gehaltes sowie einer Ausweitung der Befugnisse der Beamten. Hier muss nicht ein Polizeistaat her, aber es muss mehr kontrolliert und auch vorgeschrieben werden, auch wenn dies manchmal zu Lasten der persönlichen Freiheit des Einzelnen führt.
Es bleibt noch zu sagen, Danke an die Beanten, die immer da helfen, wo Not am Mann ist. Helden eben...

2 Antworten
WDR-Doku „Die Ermittler“ zeigt echte Polizisten bei der Arbeit in Essen
von Ruhrius | #1-1

"bedarf einer deutlichen Erhöhung des Gehaltes"

Eher ein schlechter Scherz. Es gibt wohl wenig Länder, in denen Polizisten so gut verdienen und als Beamte priviligiert sind wie in Deutschland.
Ansonsten gebe ich Ihnen Recht, dass Polizisten in unserer egoistischen und oft gleichgültigen Gesellschaft eine wichtige Funktion haben.

WDR-Doku „Die Ermittler“ zeigt echte Polizisten bei der Arbeit in Essen
von OmenEstNomen | #1-2

Komisch, Ihr Lieblingsthema, die Flüchtlinge, sind hier auch irgendwo, schauen Sie doch mal vorbei und bringen uns zum schmunzeln.

Umfrage
Die A40 und A52 im Essener Osten sind seit Mittwochabend gesperrt. Dort muss ein alter Bergbauschacht verfüllt werden. Wie reagieren Sie?

Die A40 und A52 im Essener Osten sind seit Mittwochabend gesperrt. Dort muss ein alter Bergbauschacht verfüllt werden. Wie reagieren Sie?

 
Aus dem Ressort
16-Jähriger wollte Schülerin an S-Bahn-Haltestelle entführen
Kriminalität
Ein 16-Jähriger wollte nach eigenen Angaben am Sonntagnachmittag an einer S-Bahn-Haltestelle in Essen eine Schülerin (16) entführen. Dies erklärte er gegenüber der Polizei, die ihn nach der Tat festnahm. Der Jugendliche wurde dem Haftrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ.
Bombe auf Sportplatz in Essen-Karnap ist entschärft
Blindgänger
Drei Tage nach der zweiten Bombenentschärfung am Essener Landgericht binnen drei Wochen musste in Essen wieder ein Blindgänger im Eiltempo unschädlich gemacht werden: Auf einem Sportplatz in Karnap wurde eine Fünf-Zentner-Bombe entdeckt. 15 Minuten brauchte der Sprengmeister für die Entschärfung
Staus und Abgas-Alarm - A40-Sperrung lähmt Verkehr in Essen
Autobahnsperrung
Die Autobahnen 40 und 52 sind in Fahrtrichtung Bochum gesperrt. Die Verfüll-Arbeiten am alten Bergbauschacht laufen. Wir haben getestet, wie gut die eingerichteten Umleitungen die Autofahrer ans Ziel bringen und an welchen Stellen es trotzdem stockt.
Nicht angeleinter Hund verursachte wohl Unfall mit Radfahrer
Verkehr
Bei einem Unfall am Baldeneysee in Essen ist am Mittwochabend ein 58-jähriger Fahrradfahrer verletzt worden. Laut Zeugenaussagen soll ein Hund vor das Fahrrad eines vorausfahrenden Radlers gelaufen sein. Der erste Radfahrer musste bremsen und der dahinter fahrende 58-Jährige verlor die Kontrolle.
2000 Euro in Blüten - Mann wohl Opfer von Falschgeld-Betrug
Ermittlungen
Ein 29-jähriger Aachener ist am Essener Hauptbahnhof offenbar Opfer eines Betrügers geworden. Weil eine Bank den Umtausch seiner 500-Euro-Scheine ablehnte, ließ sich der Mann auf das Angebot eines Unbekannten ein - der tauschte die 2000 € des Aacheners gegen Falschgeld. Die Bundespolizei ermittelt.