Was nach dem Verkauf aus dem Rheinstahl-Haus wird

Das Rheinstahl- und spätere Thyssenhaus steht seit Anfang des Jahres leer. Das mit 80 Metern und 22 Etagen sechshöchste Essener Gebäude wurde 1961 nach dem Entwurf des Architekten Albert Peter Kleinwort als erstes Hochhaus der Stadt errichtet.
Das Rheinstahl- und spätere Thyssenhaus steht seit Anfang des Jahres leer. Das mit 80 Metern und 22 Etagen sechshöchste Essener Gebäude wurde 1961 nach dem Entwurf des Architekten Albert Peter Kleinwort als erstes Hochhaus der Stadt errichtet.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Fakt AG ist der neue Eigentümer des Rheinstahl-Hauses. Deren Chef Hubert Schulte-Kemper erklärt, wie er in das Hochhaus wieder Leben bringen will.

Essen.. Der Unternehmer Hubert Schulte-Kemper sorgt für einen neuen Paukenschlag: Seine Fakt AG hat das leerstehende Rheinstahl-Haus an der Kruppstraße dem Thyssen-Krupp-Konzern abgekauft und will das Hochhaus nun sanieren.

Es ist nicht der erste Coup, den der ehemalige Chef der Essener Hypothekenbank (Essenhyp) in der Stadt landet. Vor vier Jahren kaufte der heute 69-Jährige die ehemalige Eon-Ruhrgas-Zentrale an der Ruhrallee, nannte sie „Ruhrturm“ und vermarktete das riesige Bürogebäude anschließend recht erfolgreich. Die Skeptiker von damals sind verstummt und so heißt es in der Essener Immobilienszene nun mit Blick auf das Rheinstahlhaus: Wenn es einer kann, dann Schulte-Kemper.

Kaum potenzielle Käufer

Die Herausforderungen dort sind allerdings nicht eben kleiner. Am Donnerstag soll der Ausschuss für Stadtplanung den Denkmalschutz für das 1961 gebaute Hochhaus beschließen. Das heißt: Die Diskussion, wie das Haus denkmalgerecht saniert wird, muss weiter geführt werden. Teurer wird es allemal. Hinzu kommt: Auch der Grundriss der Räume im Innern gilt als schwierig.

Offenbar standen potenzielle Käufer für das Haus auch nicht gerade Schlange. Eine Sprecherin von Thyssen-Krupp bestätigte nur, dass man sich für die Fakt AG auch deshalb entschieden habe, weil diese das Gebäude erhalten wolle. Andere Interessenten hätten eher auf einen Abriss gezielt. Dieser wäre mit dem Denkmalschutz aber ohnehin nicht vereinbar gewesen. Die Verhandlungen mit der Fakt AG sollen sich dennoch über längere Zeit hingezogen haben. Knackpunkt war wohl der Kaufpreis. Thyssen-Krupp wollte sich nicht zur Verkaufssumme äußern, auch Schulte-Kemper nicht. Kenner der Branche schätzen, dass es nur für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag den Besitzer gewechselt hat.

„Eines der schönsten Häuser der Stadt“

Hochhaus Das seit Beginn des Jahres leerstehende Rheinstahl-Haus war eines der ersten Hochhäuser in Essen und prägt die Silhouette der Stadt entscheidend. Essens Planungsdezernent Hans-Jürgen Best reagierte erfreut auf die Kaufnachricht: „Das Rheinstahl-Haus ist eines der schönsten Hochhäuser der Stadt. Ich freue mich deshalb, dass es nun eine tragfähige Zukunft für das Gebäude gibt.“

Schulte-Kemper will sein Konzept, das er im „Ruhrturm“ umgesetzt hat, auch auf das Rheinstahl-Haus anwenden: eine Vernetzung also aus Büroflächen, Hotel, Kongresszentrum, Gastronomie etc. Anfang kommenden Jahres könnte die Sanierung des Rheinstahl-Hauses starten, sagte er.